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Wirtschaft Gespräch mit Evotec-Vorstand Cort Dohrmann
Nachrichten Wirtschaft Gespräch mit Evotec-Vorstand Cort Dohrmann
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15:03 27.10.2018
Im Gespräch (v.l.): Marco Janezic und Cort Dohrmann. Quelle: r
Göttingen

Die Göttinger „Life Science Factory“ hat ein „Kamingespräch“ mit Cord Dohrmann, Forschungsvorstand des biotechnologischen Unternehmens „Evotec“, organisiert. Beim sogenannten „Entrepreneurs Talk“ erzählte Dohrmann den anwesenden 80 Gründern und Wissenschaftlern von seiner Arbeit und der seines Unternehmens. Moderiert wurde das Gespräch von Marco Janezic. Die „Life Science Factory“ ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlichen Fortschritts im Bereich der Biowissenschaften.

„Was wir in Harvard und Yale machen, können wir auch hier in Göttingen”, antwortete Dohrmann auf die Frage, warum sein Unternehmen hier einen Standort hätte. Seinen Worten folgte ein skeptisches Raunen im Publikum. Daraufhin erklärte Dohrmann: „Ich bin überzeugt, dass Göttingen weltweit führend in der Wissenschaft ist.“ Der Ort sei ein wichtiger Standort für sein weltweit aktives Unternehmen, hier ließen sich viele wissenschaftliche Innovationen im Bereich der biomedizinischen Forschung entdecken und es gebe qualifiziertes Personal. In den USA sei es im Gegensatz häufig so, dass Mitarbeiter ihr Unternehmen oft wechseln würden und langfristige Planungen schwierig seien.

„Durchlauferhitzer“ für biotechnologische Projekte

„Evotec“ ist ein internationales Unternehmen mit Sitz in Hamburg und arbeitet im Bereich der Wirkstoffforschung. Dafür kooperiert „Evotec“ mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Ziel ist es, neue pharmazeutische Produkte zu entwickeln. Die Hamburger Firma beschäftigt mehr als 2000 Wissenschaftler und bietet Leistungen von biologischer Validierung bis zur Wirkstoffproduktion an. Dohrmann beschreibt sein Unternehmen als „Durchlauferhitzer“ für biotechnologische Projekte: Diese würden durch Expertise und Technik schnellstmöglich marktreif gemacht.

Der Zell- und Entwicklungsbiologe Dohrmann ist nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Unternehmer. Er ist CEO von „DeveloGen“, welches ein internationales Unternehmen für Stoffwechselkrankheiten ist. 2010 wurde „DeveloGen“ für 14 Millionen Euro an „Evotec“ verkauft. „Unternehmertum wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Bei ‚DeveloGen‘ gab es auch harte Zeiten“, so Dohrmann. Den anwesendenden Jungunternehmern riet Dohrmann: „Scheitern ist keine Schande in dieser Industrie.“ Vielmehr sei es eine „Chance, möglichst viel zu lernen, um das nächste Projekt zu beginnen“. Und auch Wissenschaftler sollten sich von Problemen bei der Umsetzung ihrer biotechnologischen Ideen nicht demotivieren lassen. Es sei bereits oft vorgekommen, dass Forschungsergebnisse aufgrund des technischen Fortschritts erst Jahre später relevant geworden seien. „Manchmal ist der Zeitpunkt für eine bestimmte Idee einfach noch nicht da“, sagte Dohrmann.

Von Harvard nach Göttingen

Dohrmann arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der biomedizinischen Forschung. Er promovierte an der renommierten amerikanischen „Harvard Medical School“ und bekam ein Forschungsstipendium am Massachusetts General Hospital. Nach der Übernahme von „DeveloGen“ wurde Dohrmann „Chief Scientific Officer“ bei „Evotec“. Außerdem ist er Berater und Autor sowie Aufsichtsratsmitglied bei zwei Biotechnologie-Unternehmen. Obwohl Dohrmann international tätig ist, sagte er über seine Wahlheimat: „Ich bin immer wieder froh, wenn ich wieder im ruhigen Göttingen angekommen bin.“

Von Max Brasch

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