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00:19 20.03.2019
In der Göttinger Lokhalle feierten knapp 1400 Gäste den ersten Handwerker- und Universitätsball bis in die frühen Morgenstunden. Quelle: Heller
Göttingen

„Das ist wirklich ein toller Blick von hier oben in den Saal. Und die Frauen sehen fantastisch aus“, begrüßte Kreishandwerksmeister Christian Frölich leicht verspätet um kurz nach 20 Uhr und bekam kräftigen Applaus. Die Gelegenheit, sich in Szene zu setzen, hatten viele der weiblichen Gäste gekonnt genutzt und führten ihre bisweilen prachtvoll glitzernden Kleider und edlen Accessoires stilecht aus. Den Herren, ebenso festlich in Anzug oder Smoking gekleidet, war der Stolz, an der Seite ihrer Frauen stehen zu dürfen, ins Gesicht geschrieben.

Beisiegel und Frölich begrüßen die Gäste persönlich

Die Organisatoren hatten das ehrwürdige Industriedenkmal Lokhalle in ein Ballhaus mit ganz besonderem Ambiente verwandelt. Auf einem roten Teppich wurden die Gäste an der Garderobe vorbei auf einem U-förmigen Weg in den Saal geleitet. Hinter einer gut 20 Meter langen Schatten-Tanz-Performance warteten Kreishandwerksmeister Christian Frölich und Universitätspräsidentin Professorin Ulrike Beisiegel, um jeden Gast persönlich zu begrüßen. Studierende und Auszubildende verschiedener Handwerksberufe bildeten dabei ein Spalier. Auf den knapp 150 Tischen tauchten hohe silberne mit Kerzen besetzte Kronleuchter den Saal in warmes Licht – in einem ähnlichen Farbton leuchtete die Lichttechnik der Lokhallen-Crew den restlichen Raum aus.

Riesige Tanzfläche

Die in Weiß gehaltenen Tische und mit Hussen des Sponsors Sparkasse Göttingen überzogenen Stühle füllten den Saal nicht komplett. Zwischen Bühne und Tafeln fand eine ausladende Tanzfläche Platz. Reichlich Raum für weitere Sitzgelegenheiten bot das leicht abgetrennte Catering-Areal rechts der Tischreihen. Zur Linken lockte eine stets stark frequentierte Lounge mit Cocktail-Bar-Charakter.

Mehr als 50 Sponsoren

Nach Frölich begrüßte auch Beisiegel die Gäste kurz. Ihren Worten – unter anderem zum Forum Wissen und zur Bedeutung der Durchlässigkeit der Ausbildungswege in Universität und Handwerk – schloss sich ein kurzes Grußwort von Reinhold Hilbers an. Der niedersächsische Finanzminister betonte: „Es ist ein außerordentlich gutes Zeichen, dass Universität und Handwerk diesen Ball nun gemeinsam ausrichten. Es ist ein Marktplatz des Austauschs, der ein Wir-Gefühl erzeugt.“

Die lange Liste der knapp 50 Sponsoren trug Frölich in seiner bekannten Dieter-Thomas-Heck-Manier vor – passende Handbewegungen, (Frölich: „An denen ich noch einmal lange gefeilt habe, um sie zu perfektionieren“) und Hintergrundmusik inklusive.

Gaynors Disco-Hit „I will survive“ zum Auftakt

Es war dann an Andreas Gliem dafür zu sorgen, dass endlich auch die Tanzfläche eröffnet werden könnte. Er stellte die Band „Noble Composition“ vor und kurz danach ertönte schon Gloria Gaynors Disco-Hit „I will survive“ aus dem Jahr 1978. Frölich und Beisiegel eröffneten mit einem gemeinsamen Tanz und wurden dann von Paaren der Bundesliga-Standardformation des TSC Schwarz-Gold verstärkt. Kurze Zeit später war das Parkett unter vielen hundert Beinen nur noch zu erahnen. Gegen 22 Uhr war die Tanzfläche dann allerdings für zehn Minuten leer gefegt. Peter Peschel, ehemaliger Schulleiter der BBS II, bekam den Holzapfel-Award verliehen.

Benefizaktion für den Verein Flügelschlag

Trotz der Premiere haben die Organisatoren eine Vielzahl von erfolgreichen Formaten des bisherigen Handwerkerballs beibehalten. So zum Beispiel die schon traditionelle Klartext-Fotobox. Die kleine Selfie-Fotozelle war beinahe so stark frequentiert wie die Tanzfläche. Sicherlich sehr zur Freude der Organisatoren und dem gemeinnützigen Verein Flügelschlag. Denn der Erlös geht dieses Mal an die Göttinger Initiative, die sich für neurologisch kranke Kinder einsetzt und sich zum Ziel gesetzt hat, die Göttinger Neuropädiatrie zu unterstützen.

Fünftägige Luxusreise zur Fashion Week nach Berlin

Mit Spannung erwartet wurde abermals die Verlosung des Hauptgewinns um kurz nach Mitternacht. Den Hauptsponsor hatte das Organisatoren-Duo dieses Mal in der Firma EF-Autocenter Kassel GmbH/Göttingen gefunden. Katharina Stein, Verkaufs- und Centerleiterin Göttingen, präsentierte den mit 4500 Euro dotierten Hauptpreis. Als Glücksfee glänzte einmal mehr Göttingens CDU-Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler. Zum Erstaunen von Kreishandwerksmeister Christian Frölich zückte Güntzler die Karten-Nummer 1. „Ich dachte, die gibt es gar nicht, und wenn doch, dass sie für den Kreihandwerksmeister vorbehalten ist“, witzelte Frölich. Gleich im ersten Anlauf wurde der Gewinner gefunden, der sich auf eine fünftägige Luxusreise zur Fashion Week nach Berlin mit vier Übernachtungen im Hotel Adlon freuen darf. „Für die Reise stellen wir natürlich auch einen Mercedes-Benz zur Verfügung“, versprach Stein.

Kein freier Zutritt für Gesellen auf der Walz

Kurz danach griffen die Musiker wieder zu ihren Instrumenten. Die Tanzfläche war keine drei Takte später wieder prall gefüllt und es wurde bis früh in die Morgenstunden ausgelassen gefeiert. Dabei ließen sich die Gäste auch nicht davon stören, dass, wie Gliem auf Nachfrage berichtete, eine knapp 15-köpfige durchreisende Handwerker-Gesellen-Truppe keinen Zutritt erhielt. „Ich habe mit ihnen gesprochen und erklärt, dass mindestens die Hälfte der Gäste Handwerker sind, und diese Eintritt gezahlt haben. Sie können sich selbstverständlich ihre Reiseunterstützung bei uns in der Geschäftsstelle abholen“, sagte Gliem.

Von Mark Bambey

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