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00:20 16.07.2018
Christoph Kahle_01 Quelle: mic
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Göttingen

„Wir investieren seit zwei Jahren verstärkt in digitale Technik“, berichtet Kai Strecker vom Göttinger Sanitätshaus ORT. Zu versorgende Körperpartien würden berührungslos mit 3D-Scannern vermessen. Das gehe schneller und sei für Patienten angenehmer als das Nehmen von Gipsabdrücken. Die Daten dienten zur Modellierung der Orthesen am Rechner. „Wir nutzen dann unseren 3D-Drucker, um Anprobeformen herzustellen“, führt Werkstattleiter Christoph Kahle aus. „Das spart uns im Vergleich zum herkömmlichen Vorgehen 30 Prozent Arbeitszeit“, erklärt Strecker.

Das sei wichtig, da freie Stellen für Orthopädietechnik-Mechaniker und für Orthopädie-Schuhtechniker aufgrund des Fachkräftemangels nur schwer zu besetzen seien. Zudem ließen sich verloren gegangene und zerbrochene Orthesen leicht neu herstellen.

Ottobock erwirbt Mehrheit an Firma, die 3D-gedruckte Orthesen vertreibt

Das Duderstädter Healthcare-Unternehmen Ottobock hat in diesem Jahr die Mehrheit an der Düsseldorfer Firma Plus Medica OT übernommen. „Das Start-Up vertreibt seit 2015 3D-gedruckte Orthesen, darunter dynamische Knöchelfuß-Orthesen für Kinder“, berichtet Pressesprecher Sebastian Zavelberg. Wegen der durchlöcherten Oberfläche sei das Hilfsmittel luftdurchlässig und an gewünschten Stellen flexibel.

Sartorius stellt mit 3D-Drucker auch schon mal Halterungsvorrichtungen her

Beim Göttinger Laborausstatter Sartorius sind „eine ganze Reihe“ von 3D-Druckern an verschiedenen Konzernstandorten im Einsatz, berichtet Sprecherin Petra Kirchhoff. Sie kämen vor allem in der Produktentwicklung, beim Prototypenbau oder bei der Fertigung von Demo-Produkten zum Einsatz. Bei einigen Laborgeräten wie dem Ambr-Minifermenter würden auch schon mal kleinere Teile wie Halterungsvorrichtungen mit dem 3D-Drucker hergestellt.

Interesse bei Automobilzulieferern

Vor allem bei Automobilzulieferern registriert Christian Treptow, Referent für Innovation und Forschung bei der Industrie- und Handelskammer in Hannover, Interesse an der neuen Technik. Wie bei Sartorius gehe es meistens um den Prototypenbau. Das Unternehmen habe dann schnell etwas zur Hand, das sie dem Kunden zeigen könne und das sich rasch optimieren lasse. Manchmal würden Firmen die Drucker auch, wie Ottobock, zur Fertigung individualisierter Produkte nutzen. Hilfreich wären die Drucker, wenn für eine alte Maschine ein am Markt nicht mehr erhältliches Ersatzteil herzustellen sei. Die Landesinitiative Additiv Niedersachsen unterstütze Mittelständler dabei, die neue Technik kennenzulernen.

Produktdesigner gibt Workshops zum 3D-Drucken

„3D-Drucker zum Selbstzusammenbau gibt es heute schon für 250 Euro“, berichtet der selbstständige Göttinger Produktdesigner Paul van Laar. Besonders hohe Ansprüche ließen sich an Objekte, die mit solchen Druckern hergestellt würden, allerdings nicht stellen. Ausgedruckte Stücke verformten sich, wenn man sie im Sommer auf die Fensterbank lege. Der Einsatz von 3D-Druckern sei in seiner Branche heute „ganz normaler Teil“ des Produktentwicklungsprozesses. Entsprechende Kenntnisse vermittle er in Workshops, die er im Coworking-Place StartRaum am Schildweg 16 anbiete. Die Teilnehmer kämen in der Regel aus der Start-Up-Szene.

Von Michael Caspar

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