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Regional Mit einem Miele-Moped fing alles an
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15:36 03.04.2018
Klaus Schmidt ist seit 50 Jahren Kfz-Mechaniker im Hause Gassmann. Quelle: Peter Heller
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Bovenden

Für 85 Mark Monatslohn heuerte der 15-jährige Klaus Schmidt aus Oberbillingshausen 1968 in der Bovender Firma Gassmann an: So steht es in seinem Lehrvertrag. Zum 1. April haben die Eltern des damals noch nicht volljährigen Auszubildenden den Vertrag zu Lehre als Kraftfahrzeugmechanikers unterschrieben. Schmidt arbeitet noch immer als Mechaniker im Hause Gassmann. Anlässlich seines 50-jährigen Betriebsjubiläums haben Chef, Betriebsrat und Kollegen am Dienstag gratuliert. Ein Präsent vom Chef: „Eine Jubiläumsuhr“. Das ei aber keineswegs ein Stechuhr und auch keine Anspielung, das Schmidt nicht pünktlich sei, so Inhaber Helmut Gassmann.

Lastwagen statt Alfa Romeo

Große Worte um das nicht ganz alltägliche Jubiläum macht Klaus Schmidt aber nicht. Der Billingshäuser ist heute 65 Jahre alt, im Dezember geht er in den Ruhestand, dann ist er 66. Automechaniker - ein anderer Beruf sei für ihn nie in Frage gekommen, sagt er. „ich habe schon als Jugendlicher immer gerne an Vaters Miele-Moped und an Fahrrädern herum geschraubt”, erzählt Schmidt. Mit dem Miele-Moped kurve er damals schon mal ohne Führerschein durch die Region. Ihm war bereits im Alter von 15 Jahren klar, welchen Beruf er erlernen wollte – Automechaniker. „Eigentlich wollte ich aber zur Firma Münstermann nach Göttingen gehen, aber die hatten schon genügend Lehrlinge”, erinnert sich Schmidt. Statt im Alfa-Romeo-Autohaus unterschrieb er also kurz darauf bei der Firma „Anhänger-Gassmann“ in Bovenden – und reparierte künftig Magirus-Deutz, Hanomag-Henschel, MAN und Mercedes-Benz. Schmidt ist im Hause Gassmann Spezialist für die Karosserien, er verwandelt verbeultes Blech wieder glänzende Kotflügel. Mercedes, das seinen seine liebsten Lastwagen, erzählt er. Privat aber fährt er einen VW Golf. „Das ist mir ein Mercedes doch zu groß”, sagt er. Nutzfahrzeug-Mechaniker, das ist auch ein Knochenjob. Aber auch wenn es mal kleinere Blessuren gab: „Pflaster drauf und gut” sagt Schmidt. In der Gassmannschen Werkstatt wird nicht mit kleinem Besteck geschraubt, hier werden tonnenschwere Motoren überholt und große Trucks für die Kunden umgebaut. „Wenn der Kunde das will, dann sägen wir auch einen Lkw in der Mitte durch und verlängern ihn um einen Meter”, sagt Schmidts Kollege und Betriebsrat Jürgen Scholz. „Es gibt nichts, was es nicht gibt.” Als „Mann fürs Blech“ hat sich Schmidt Arbeitsbereich, anders als der der Elektrikspezialisten, in all den Jahren nicht wesentlich verändert.

Schmidt (2.v.l.) mit Chef Helmut Gassmann (2.v.r.) und den Betriebsräten Hüsejin Özcan und Jürgen Scholz (r.). Quelle: Peter Heller

Die Firma Gassmann hat viele Mitarbeiter, die schon lange im Betrieb sind. Schmidt sei der Vierte, der bereits sein 50. Dienstjubiläum feiert”, sagt Inhaber Gassmann. Mindestens die Hälfte seiner mehr als 50 Mitarbeiter seien länger als 20 Jahre im Betrieb. Warum? „Das Team erzieht sich selbst“, sagt der Firmeninhaber. Was Schmidt im nächsten Jahr machen möchte, steht auch schon fest: „Ich habe einen großen Garten, da gibt es viel zu tun“, sagt er. Ob der auch als Rentner noch ein wenig weiter arbeiten möchte, lässt der Jubiliar offen. Scholz: “Man weiß ja nie…”

Von Britta Bielefeld

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