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830 Arbeitnehmer demonstrieren vor Göttingens Altem Rathaus

IG Metall erhöht den Druck 830 Arbeitnehmer demonstrieren vor Göttingens Altem Rathaus

Druck in den laufenden Tarifverhandlungen hat die IG Metall am Mittwoch mit einer Demonstration in Göttingen gemacht. 830 Arbeitnehmer aus 17 südniedersächsischen Betrieben zogen mit IG-Metall-Fahnen und Trillerpfeifen zu einer Kundgebung vor dem Alten Rathaus.

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830 Arbeitnehmer aus 17 südniedersächsischen Betrieben zogen zu einer Kundgebung vor dem Alten Rathaus.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. In Bussen waren Beschäftigte morgens von ihren Betrieben in Dransfeld, Hann. Münden, Uslar und Kalefeld-Willershausen angereist. In Göttingen zogen sie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt – eingehüllt in rote Jacken, Schals und Mützen – in einem Sternmarsch Richtung Innenstadt. Kollegen von ABB, Mahr, Novelis, Sartorius und Zeiss schlossen sich ihnen an. Trommler vorneweg gaben den Takt vor.

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Impressionen von der Demonstration vor dem Alten Rathaus

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Die Arbeitgeber hätten in den vergangenen Wochen „blockiert, provoziert und taktiert“, schimpfte Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG-Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Während sich die Demonstranten mit heißer Suppe und belegten Brötchen stärkten, stufte Gröger das Angebot der Arbeitgeber als „mickrig“. Es sei zudem mit „unverschämten Bedingungen“ zur Ausweitung der Arbeitszeit verknüpft.

„Flexibilität ist keine Einbahnstraße“

„Bereits heute seid ihr Weltmeister, was flexible Arbeitszeiten betrifft“, erklärte der Gewerkschafter. Eine Befragung unter Beschäftigten der Metall- und Elektrobranche habe gezeigt, dass 50 Prozent ihre genauen Arbeitszeiten maximal eine Woche im Voraus kennen würden. Die Arbeitgeber wälzten so das unternehmerische Risiko auf die Belegschaften ab.

„Flexibilität ist aber keine Einbahnstraße“, erklärte Gröger. Die IG Metall kämpfe in diesen Tarifverhandlungen für das Recht von Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang auf bis zu 28 Wochenstunden zu senken und danach wieder zur vollen Stundenzahl zurückzukehren. Außerdem solle es einen Entgeltzuschuss für Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen oder Kindern unter 14 Jahren geben. Den Zuschuss sollten zudem Beschäftigte in belasteten Arbeitszeitmodellen erhalten.

Bundesweite Tarifverhandlung am 26. Januar

Angesichts „sprudelnder Gewinne“, so Gröger, fordere die IG Metall eine Lohnerhöhung von sechs Prozent. Bis zur bundesweiten Tarifverhandlung am 26. Januar werde die IG Metall nicht nachlassen, Druck zu machen. Bewegten sich die Arbeitgeber nicht, werde es 24-Stunden-Warnstreiks oder gar eine Urabstimmung über Streik geben, ergänzte Manfred Zaffke, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz.

Für die Freistellung von Auszubildenden und dualen Studierenden am Tag der Prüfung sowie dem Tag davor machte sich Sartorius-Mitarbeiter Leander Hobusch von der IG-Metall-Jugend stark. Derzeit würde jeder fünfte Betrieb jungen Menschen am Tag der Prüfung freigeben und einer von zehn Betrieben auch am Tag zuvor.

Demag-Eigentümer Konecranes will 100 Stellen in Uslar streichen

Thomas Ahrens, der Betriebsratsvorsitzende des Göttinger ABB-Werks, berichtete von den Plänen der Konzernleitung die Fertigung nach Großbritannien und nach Minden zu verlagern. Mehr als 100 Arbeitsplätze fielen so „durchs Rost“, empörte sich Ahrens. Gegen diese „absolute Katastrophe“ kämpfe die Belegschaft des Göttinger Werks, das 2018 sein 60-jähriges Bestehen feiere.

Von Plänen des neuen Demag-Eigentümers, des finnischen Konzerns Konecranes, die Belegschaft des Uslarer Werks auf 100 Mitarbeiter zu halbieren, sprach die dortige Betriebsratsvorsitzende Martina Neupert. Flankiert von vier Sensenmännern berichtete sie von Plänen, einen Teil der Produktion nach Estland und China zu verlagern. Weil das ein „harter Schlag“ für die strukturschwache Region sei, erführen sie „breite Solidarität“ aus der Bevölkerung und der Politik.

Von Michael Caspar

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