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Regional Susanne Storck nutzt den Adrenalin-Kick des Lampenfiebers
Nachrichten Wirtschaft Regional Susanne Storck nutzt den Adrenalin-Kick des Lampenfiebers
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00:21 29.09.2018
Susanne Storck Quelle: R
Göttingen

Der Puls rast, die Hände werden feucht, die Stimme versagt: Wie sich der Adrenalin-Kick des Lampenfiebers positiv nutzen lässt, hat Schauspielerin Susanne Storck am Dienstag in Göttingen verraten.

Ausrichter der Veranstaltung war „Der Mittelstand“-Kreisverband Südniedersachsen, den Jörn Kater leitet. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat in der Region zwischen Hann. Münden und Goslar, zwischen Solling und Harz 150 Mitglieder.

„Der Körper schüttet in Stresssituationen Adrenalin aus, um uns leistungsfähiger zu machen“, erläuterte Storck, die seit 15 Jahren als Coach arbeitet. 70 Unternehmer folgten beim Business Meeting des Verbands Der Mittelstand den kurzweiligen Ausführungen, die Storck mit Gesangeinlagen auflockerte.

„Damit uns die Energie des Adrenalinkicks nicht umreißt, erden wir uns“, erklärte die Schauspielerin im Hotel Freigeist. Wer Lampenfieber habe, solle auf den ruhigen Fluss seines Atems achten. Er nehme eine feste Standposition ein und spüre in sich hinein. Auf welchem Bein laste mehr Gewicht? Sei jede einzelne Zehe des rechten und des linken Fußes zu spüren? Dann träten die unangenehmen Nebenwirkungen des Stresshormons zurück, während sich die freigesetzte Energie zielführend nutzen lasse.

Shakespeare-Drama

Den anwesenden Mittelständlern riet der Coach Präsentationen und Akquisegespräche wie ein Shakespeare-Drama aufzubauen. Argumente sollten gut durchdacht aufeinander folgen und die Spannung steigern. Bewusst eingelegte Pausen gäben Argumenten Gewicht. Damit sich der Gesprächspartner alles gut merke, sei bildhaft zu sprechen. Statt zu sagen, „Ich bin erfolgreich“, erkläre sie, „Ich habe 1000 Führungskräfte gecoacht.“ Sie sage nicht, „Mein Lieblingskunde ist ein selbstständiger Handwerksmeister“, sondern sie spreche vom „rothaarigen, untersetzten Bäckermeister“, der seit kurzem in seiner Freizeit Mountainbike fahre.

„Wer andere überzeugen will, darf eigene Ausführungen nicht mit entgegengesetzten Gedanken hintertreiben“, betonte die Schauspielerin. Wer seinen Gesprächspartner verachte oder an ihm desinteressiert sei, verrate das durch Mimik, Gestik und Stimme. Es komme daher darauf an, sich seiner eigenen Gedanken, Schauspieler sprächen vom Subtext, bewusst zu werden und steuernd einzugreifen. Ihr helfe der Satz, „Ich und mein Gegenüber sitzen in einem Boot“, um sich mit dem anderen zu verbinden. Wer andere führen wolle, müsse sich auch in Gedanken auf klare Ansagen ausrichten.

Schauspielstudium am Mozarteum

Storck hat das Schauspiel am Mozarteum in Salzburg und das Musical in Paris studiert. Am Deutschen Nationaltheater Weimar war sie in Rollen wie Marthe Schwerdtlein in Wolfgang von Goethes „Faust“ oder wie Luise in Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ zu sehen. Sie hat in Filmen mitgespielt, etwa in „Die zweite Heimat“ von Edgar Reitz. Von 2001 bis 2008 lehrte sie als Dozentin für Schauspiel an der Folkwang Hochschule Essen.

Zu Storcks Kunden zählen Microsoft, Siemens und die Toten Hosen

„Weil ich beim Theater und beim Film oft mit den Regisseuren im Clinch lag und deshalb meine Durchsetzungsfähigkeit verbessern wollte, habe ich eine Ausbildung zum Coach gemacht“, berichtete sie dem Tageblatt. Dabei seien ihr die vielen Berührungspunkte zur Schauspielerei aufgefallen. Zunächst habe sie im Bekanntenkreis als Coach gearbeitet, dann gezielt in Unternehmerkreisen nach Kunden gesucht. Ihr helfe dabei, dass ihr die Wirtschaftswelt vertraut sei. Ihr Großvater habe eine Klinik aufgebaut, ihr Vater sie weitergeführt. Heute trainiere sie Führungskräfte in großen Unternehmen wie Microsoft, Siemens oder Roland Berger, Mittelständler aber auch Campino von der Band „Tote Hosen“.

Von Michael Caspar

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