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Regional Althusmann bei der Göttinger Gildenwahl
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15:05 24.09.2018
521. Gildenwahl in Göttingen: Niedersachsen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann spricht im Alten Rathaus. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Außerdem plädierte Althusmann für Bürokratieabbau und „Lust auf Infrastruktur“.

Es gebe wohl keinen Politiker, der nicht für Bürokratieabbau eintrete, erklärte der Minister im Alten Rathaus vor 300 Gästen aus Handwerk, Handel, Wirtschaft und Verwaltung. Die Probleme würden in der Praxis beginnen. Da verspreche dann etwa ein niedersächsischer Wirtschaftsminister nach dem anderen die Abschaffung der Parkplatzverordnung. Derzeit probiere er es.

Eine Milliarde Euro für die Verkehrsinfrastruktur in Niedersachsen

Als „Unding“ bezeichnete Althusmann während seiner „Morgenansprache“ Planungszeiträume „von zehn, 15 und noch mehr Jahren“ bei Bundesstraßen. In die Verkehrsinfrastruktur investiere die rot-schwarze Regierung in Niedersachsen in der laufenden Wahlperiode eine Milliarde Euro. Er wisse, dass Zeitverlust durch Staus die Wirtschaft „viel Geld“ koste. Hannover wolle zudem die Glasfaser- und Mobilfunknetze insbesondere im ländlichen Raum ausbauen.

Gildenwahl in Göttingen Christian Fröhlich, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, eröffnet die Morgenansprache im Göttinger Rathaus. Quelle: Hinzmann

Auf diesen Punkt ging Kreishandwerksmeister Christian Frölich in der Begrüßung ein. Die von Unternehmen verschickten Datenmengen würden immer größer. Wenn das im ländlichen Raum technisch nicht möglich sei, müssten Handwerker ihre Betriebe in die Städte verlagern.

Applaus bekam der Minister für Niedersachsens Bundesratsinitiative, wonach der Bund die Kosten für die Meisterausbildung zu 100 Prozent übernehmen soll. Das sei „angemessen“, weil die Abschlüsse des Meisters und des universitären Bachelors gleichwertig seien, erläuterte Althusmann.

Christian Fröhlich mahnt das Land, seinem allgemeinen Bildungsauftrag nachzukommen. Quelle: CHH

Frölich: „Qualität kommt von Qualifikation“

Christian Frölich, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, mahnte das Land, seinem allgemeinen Bildungsauftrag nachzukommen. Bevor die Koalition für viel Geld Schulen mit digitaler Technik ausstatte, solle sie zunächst einmal dafür sorgen, dass Schüler Lesen, Schreiben und Rechnen lernten. Mancher Auszubildende tue sich schwer damit, Produktbeschreibungen zu verstehen, Texte ohne Rechtschreibkorrektur zu schreiben oder einfache Rechenaufgaben zu lösen. Das sei ein Problem, denn Qualität komme von Qualifikation.

Bei Dieselfahrzeugen, die die versprochenen Abgasgrenzwerte nicht einhalten, müssten die Autohersteller die Kosten für Hardware-Nachrüstungen tragen, forderte der Kreishandwerksmeister. Einen Austausch der Flotte lehnte er ab. Im Handwerk würden Diesel-Fahrzeuge nicht drei, sondern fünf bis zehn Jahre lang gefahren.

Bei der Diskussion um bezahlbare Mieten, so Frölich, fehle ihm der Hinweis, dass die Politik mit ihren vielen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien die Baukosten in die Höhe treibe. Unternehmen würden die Zusatzkosten umlegen. Daher sei ein Abbau an Auflagen ein „starkes Signal“.

Oberbürgermeister kritisiert Bauordnungen

In diesem Punkt gab Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) Frölich recht. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum im Drei-Länder-Eck in einem Radius von 50 Kilometern drei verschiedene Bauordnungen gelten würden. In alle drei müssten sich die Firmen einarbeiten.

Die – mittlerweile widerrufene – Idee, den einzigen ausgewiesenen Bauexperten unter den Staatssekretären des Bundesinnenministeriums abzuberufen, kritisierten Althusmann, Köhler und Frölich.

Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel kündigt an, gemeinsam mit dem Handwerk Studienabbrechern eine Perspektive im Handwerk zu bieten. Quelle: CHH

Universitätspräsidentin: Studienabbrechern helfen, im Handwerk eine Perspektive zu finden

Die Universität wolle gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Studienabbrechern helfen, im Handwerk eine neue Perspektive zu finden, erklärte die Präsidentin der Universität Göttingen, Ulrike Beisiegel. So würden aus Abbrechern Umsteiger. Sie ermutigte die Kreishandwerkerschaft sich beim neuen Göttinger Wissenschaftsmuseum „Forum Wissen“ mit Sonderausstellungen einzubringen. Ausdruck der intensiver werdenden Beziehungen zwischen Handwerk und Universität sei ein gemeinsamer Ball in der Lokhalle.

Friehe Obermeister – Regenhardt Ehrenobermeister

Zum Obermeister der Bäckerinnung Südniedersachsen ist Joachim Friehe, zum Ehrenobermeister der Sanitär-Heizung-Klima-Innung Sanitär, Heizung, Wolfgang Regenhardt gewählt worden. Ausrichter des Gildentags ist die Kreishandwerkerschaft mit ihren 21 Innungen. Die 800 Mitglieder beschäftigen 2500 Mitarbeiter. Die Gildenwahl begann mit einer Regimentspredigt in der Kirche St. Johannis.

Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel ermutigt die Kreishandwerkerschaft im Forum Wissen auszustellen – Grundsteinlegung war, wie die Gildenwahl, am Montag.

Von Michael Caspar

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