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Mit dem Flieger in die Sonne

Kassel Airport Mit dem Flieger in die Sonne

Rund 12.000 Fluggäste buchten im Juli Flüge vom Regionalflughafen Kassel-Calden. Das Management rechnet für die Zukunft nun mit einer Erweiterung des Flugangebotes.

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Der Flughafen Kassel-Calden setzt vermehrt auf Tourismus.

Quelle: Swen Pförtner

Kassel. Am Kassel Airport ist seit Anfang Juli der Sommerflugplan in Kraft getreten. Ferienflieger fliegen mehrfach wöchentlich die Flugziele Kreta, Fuerteventura, Gran Canaria, Ägypten und auch viermal pro Woche die Urlaubsinsel Mallorca ab Kassel Airport an. „Hinzu kommen Sonderreise-Ziele verschiedener Anbieter“, berichtet die Flughafen-Sprecherin Natascha Zemmin. Mit der Auslastung ist die Flughafenleitung zufrieden. „Die zahlreichen Flugangebote ab Kassel Airport werden gut angenommen und die Auslastung der Flüge bewegt sich durchschnittlich bei über 80 Prozent“, so Zemmin.

Der Geschäftsleiter des Sorgenflughafens, Lars Ernst, setzt in Zukunft vermehrt auf Tourismus. Die Ferienflieger sollen den Flughafen aus den roten Zahlen bringen. Die Planungen für die Sommersaison 2018 seien schon weit vorangeschritten und eine Erweiterung des Flugangebots sei aus diesem Grund durchaus abzusehen.

Ganz nach Plan: Kassel-Calden ist noch immer im Minus

Denn Kassel-Calden ist nach wie vor defizitär. Der Flughafen hatte sein Minus im vergangenen Jahr mit 6,175 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr sogar erhöht. 2015 waren es rund sechs Millionen Euro gewesen. Damit sei der Regionalflughafen allerdings im Plan, sagte Ernst. Das Minus müssen die Gesellschafter des Flughafens entsprechend ihrer Beteiligung tragen. Das sind das Land Hessen (68 Prozent), die Stadt und der Landkreis Kassel (je 13 Prozent) sowie die kleine Gemeinde Calden (sechs Prozent). Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hatte sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, was die finanzielle Ausstattung des Flughafens in Zukunft anbelangt. Nach den EU-Regeln dürfen kleine Flughäfen eigentlich nur zehn Jahre lang gefördert werden. Allerdings gehe die EU-Kommission davon aus, dass bei Kleinstflughäfen mit weniger als 700 000 Passagieren im Jahr die volle Kostendeckung kaum zu erreichen sei, so Schäfer. Brüssel gestehe solchen Kleinstflughäfen aber eine wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge zu, so Schäfer. Die EU will aus diesem Grund künftig öffentliche Investitionen in Regionalflughäfen wie Calden erleichtern. Damit sei eine längerfristige Finanzierung von Kassel Airport, der 2016 knapp 55 000 Passagiere zählte, möglich. Es sei aber klar, dass das touristische Angebot über die Zukunft des Regionalflughafens entscheide. Und es sehe so aus, als ob das Konzept aufgeht, betonte der Politiker.

Seit kurzem fliegt eine neue deutsche Fluggesellschaft ab Kassel. Die Stralsunder Sundair hat seit Juli ihren Flugbetrieb neben Berlin auch von Kassel-Calden aufgenommen - zunächst noch mit gecharterten Maschinen. Ab Anfang August will die Charterairline dann von Kassel aus mit einer eigenen Maschinen Airbus A320 Urlaubsziele wie die Kanaren, Griechenland, Ägypten und Spanien bedienen. Ein zweiter Airbus soll in Berlin stationiert werden. Es handele sich bei den Flugzeugen um relativ junge Maschinen, die erst sechs Jahre alt sind - für ein Flugzeug kein Alter. „Für uns ist Kassel schon jetzt ein Gewinn“, sagte Firmengründer Marcos Rossello auf Anfrage. Dies belegten bereits die Buchungszahlen.

Im Herbst 2016 war der Reiseveranstalter Schauinsland-Reisen bei der jungen Stralsunder Firma eingestiegen. Der Duisburger Reiseveranstalter übernahm nach Angaben beider Unternehmen 50 Prozent der Anteile. Schauinsland, einer der größten Reiseveranstalter in Deutschland, begründete den Einstieg in die kleine Airline mit einer Steigerung der Flexibilität im Tagesgeschäft.

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