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Regional Göttinger Ole Schneemann ausgezeichnet
Nachrichten Wirtschaft Regional Göttinger Ole Schneemann ausgezeichnet
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11:00 08.09.2018
Ole Schneemann. Quelle: Schwarze
Göttingen

Um 250 Euro reicher ist Ole Schneemann: Er ist einer von insgesamt sechs Auszubildenden, die durch den Arbeitgeberverband Mitte beim Projekt „Leuchtturm 2018“ ausgezeichnet wurden.

Platz 3 belegte der 23-Jährige, der bei der Firma HKS-Sicherheitsservice zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit ausgebildet wird. Am 1. August kam der junge Vater, Töchterchen Mara ist gerade ein Jahr alt geworden, ins dritte Lehrjahr. Dies wird für ihn allerdings lediglich sechs Monate dauern, denn der Ausbildungsstand des gebürtigen Göttingers ist dermaßen hoch, dass sein Arbeitgeber bei der Handelskammer einen Antrag gestellt hat, seine Lehrzeit zu verkürzen. Jetzt muss er nur noch die Prüfung bestehen, aber das scheint reine Formsache zu sein.

Entscheidung für eine „Familienkutsche“

Schneemann ist kein Streber, war er schon in der Schule nicht. Das Lernen fällt ihm einfach leicht. Und er hilft auch anderen sehr gern. Eine Eigenschaft, die sein Leben maßgeblich beeinflussen sollte. Eine Mitschülerin plagte sich mit dem Fach Mathematik herum, er unterstützte sie und inzwischen ist sie seine Lebenspartnerin. Für sie und seine Tochter hat er sogar erst einmal sein heiß geliebtes Motorrad an seine Mama abgetreten und sich stattdessen für eine „Familienkutsche“ wie er selber sagt, entschieden.

Alles kein Problem für ihn, versichert er glaubhaft, strahlt dabei Ruhe und Souveränität aus. Nicht zuletzt deswegen hat ihn sein Vorgesetzter auch für das Projekt vorgeschlagen, ist von seinen Qualitäten absolut überzeugt. Dabei war lange Zeit gar nicht klar, dass Schneemann eine Ausbildung bei der Firma mit Hauptsitz in Hardegsen bekommen würde.

„Ich fasse lieber mit an“

„Eigentlich haben die nur zwei Auszubildende und die Stellen waren schon vergeben“, erzählt der Preisträger, der bei Wendler Alarmanlagen ein Praktikum absolvierte. Nachdem er dann anschließend in der Lokhalle bei einem Veranstaltungsschutz „mitmischen“ durfte, stand sein Entschluss fest. „Ich hatte vorher überlegt, etwas mit Elektrotechnik zu machen“, erinnert sich Schneemann. Studiert hat er schließlich ein halbes Jahr Mathe. „Viel zu viel Theorie, ich fasse lieber mit an.“

Er wollte unbedingt den Ausbildungsplatz bei HKS, arbeitete dort ein halbes Jahr mit, setzte sich ein, machte sich unentbehrlich. Immer wieder suchte er den Kontakt zur Geschäftsleitung, fühlte vorsichtig vor, ob es nicht vielleicht doch einmal eine Ausnahme geben könnte und aus dem Ausbildungs-Duo ein Trio werden könnte.

Weisungsbefugt mit 23 Jahren

Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus. Er bekam den Job und zahlte seinem Chef das Vertrauen hundertprozentig zurück. Vertrauen, dass auf Gegenseitigkeit ausgelegt ist. Denn in der Ausbildung, mit gerade einmal 23 Jahren, weisungsbefugt für 350 Mitarbeiter zu sein ist alles, nur nicht der Normalfall. „Wenn es etwas Heikles gibt, muss ich das natürlich mit der Geschäftsleitung absprechen, aber ansonsten kann ich das schon entscheiden“, erzählt Schneemann. Und er fuchste sich extrem schnell ein, gezwungenermaßen durch den krankheitsbedingten Ausfall eines Abteilungsleiters. Doch auch diese Herausforderung meisterte er mühelos.

Schneemann, der gerade vier Wochen Elternzeit eingelegt hat, würde sich wünschen, auch nach seinem Ausbildungsende bei HKS bleiben zu können, fühlt sich innerhalb des Teams akzeptiert und aufgehoben. Und dann wäre da noch ein Wunsch, ein ziemlich großer. Aber mit der Zielstrebigkeit, die der Göttinger versprüht, wird auch der in Erfüllung gehen. „Wenn meine Tochter alt genug ist, dann würde ich gern mit meiner Familie jeden Kontinent einmal bereisen.“

Von Vicki Schwarze

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