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00:22 24.01.2019
Die Vorstandsmitglieder der bisherigen Volksbank Mitte und der VR-Bank Werra-Meißner (v.l.): Rolf Döring, Uwe Linnenkohl, Bettina Maschke, Holger Willuhn und Björn Henkel. Quelle: Foto: Riese
Heiligenstadt / Landkreise

 Die Volksbank Mitte eG und die VR-Bank Werra-Meißner eG (VRWM) sind am 1. Januar 2019 zur VR-Bank Mitte eG fusioniert. Damit aus zwei Banken wirklich eine wird, sind allerdings noch ein paar Schritte zu gehen. Die fünf Vorstände der beiden Genossenschaftsbanken haben am Montag in Heilbad Heiligenstadt über den aktuellen Stand des Prozesses informiert.

Die Vorstandsmitglieder der bisherigen Volksbank Mitte und der VR-Bank Werra-Meißner. Quelle: Markus Riese

Obwohl der wirtschaftliche Fusionszeitpunkt bereits in der Vergangenheit liegt, bestehen die Volksbank Mitte und die VRWM formell zunächst weiter. In diesem Jahr wird es letztmalig getrennte Vertreterversammlungen geben, im Juli oder August soll die Eintragung der Fusion in das Genossenschaftsregister erfolgen. Die technische Fusion ist schließlich für den 14. September 2019 geplant. An diesem Tag werden die Buchwerte zusammengefasst – und die technischen Systeme vereint. „Ab dem 15. September sind wir dann tatsächlich eine Bank“, so Bettina Maschke, Vorstandsmitglied von der VRWM.

Neue Karten und neue IBAN

„Es fällt mir schwer, noch von zwei Banken zu reden“, betont Vorstandsmitglied Uwe Linnenkohl (VRWM). Die beiden Banken seien auch schon 2018 „ein gutes Stück zusammengewachsen“. Und die Kunden sollen ohnehin „von der Fusion eigentlich nichts merken.“ Die bisherigen Kunden der Volksbank Mitte werden allerdings alle eine neue Girocard und eine neue IBAN erhalten. Um die Umstellung von Daueraufträgen und Einzugsermächtigungen kümmere sich die Bank aber automatisch; zudem gebe es eine lange Übergangszeit.

Filialen bleiben, Zahl der Mitarbeiter soll wachsen

Die vorläufige Bilanzsumme der neuen VR-Bank Mitte liegt für das Jahr 2018 bei 2,346 Milliarden Euro, wobei auf die beiden noch existierenden Banken jeweils etwa die Hälfte entfällt. Das wirtschaftliche Eigenkapital wird derzeit mit zusammen 239 Millionen Euro ausgewiesen. Die Volksbank Mitte bringt hier etwas mehr ein (126 Mio.); bei den Kundenkrediten liegt die VR-Bank Werra-Meißner mit 553 Mio. knapp vorn. Insgesamt liegen die Kundenkredite bei 1,091 Milliarden Euro und damit um 20 Mio. Euro höher als im Vorjahr. Sogar 70 Mio. Euro mehr als 2017 stehen bei den Kundeneinlagen zu Buche (nun 1,649 Milliarden Euro), wobei auf die Volksbank Mitte 997 Mio. Euro entfallen. Zählt man die Mitglieder beider Genossenschaftsbanken zusammen, liegt der Stand bei knapp über 50 000 (Volksbank Mitte: 30 125). Filialen werden vorerst nicht geschlossen; lediglich in Heiligenstadt werden zwei Filialen zu einer zusammengefasst. Entlassungen gebe es nicht – im Gegenteil: „Sonst hört man bei Fusionen eher von Personalabbau. Wir hingegen suchen Mitarbeiter“, sagt Vorstandssprecher Holger Willuhn. Momentan zählen die beiden Banken zusammen 476 Beschäftigte, davon 32 Auszubildende (Volksbank Mitte: 240 / 14 Azubis).

Vorstandsmitglied Björn Henkel, (Volksbank Mitte) spricht von „Stolz und Demut“, wenn er sich das neue Geschäftsgebiet der VR-Bank Mitte anschaut. Es hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 110 Kilometern und erstreckt sich über drei Bundesländer und drei Landkreise. Duderstadt liegt ebenso im Geschäftsgebiet wie Rosdorf, Leinefelde, Northeim, Großalmerode oder Eschwege. „Nur mit der Zustimmung der Mitglieder ist es aber nicht getan“, weiß Henkel, der dennoch gern auf das Ergebnis der Abstimmungen verweist. Im Bereich der Volksbank Mitte hatten 98,5 Prozent den Fusionsplänen zugestimmt, bei der VRWM sogar 100 Prozent.

Geschlossenheit demonstrieren wollen die beiden Banken auch bei der Personalakquise. Künftig sollen mehr in die Aus- und Fortbildung investiert, das betriebliche Gesundheitsmanagement verbessert und weitere Homeoffice-Möglichkeiten geschaffen werden.

Bereichs- und Fachkonzepte in Vorbereitung

Momentan sind die Vorstände aber vor allem noch mit der strategischen Ausrichtung beschäftigt – vom Vertrieb über die Risikosteuerung bis zur Betriebsorganisation. Die Standardisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen stehe ebenso auf der Agenda wie „eine Vielzahl von Entscheidungen“, die noch zu treffen seien, so Maschke. Wie und wo sollen Mitarbeiter für die Privatkunden-Beratung spezialisiert werden? Welche Gewichtung bekommen bestimmte Branchen bei den Firmenkunden? Für solche und weitere Fragen werden derzeit Bereichs- und Fachkonzepte erarbeitet, die am 23. Februar zunächst betriebsintern vorgestellt werden sollen. Ab März sollen die Mitarbeiter auch in operative Projektarbeiten eingebunden werden.

Standorte der Abteilungen noch ungewiss

An welchen Orten welche Abteilungen künftig angesiedelt sein werden und welche Arbeitsplätze an welchen Standort wandern, steht noch nicht fest. In diesem Punkt wollen die beiden Banken aber möglichst vielen Mitarbeitern gerecht werden: „Wir denken auch über so etwas nach wie Arbeitsplatztausch“, erläutert Vorstand Rolf Döring (Volksbank Mitte). Dies könne zum Beispiel bedeuten, dass jemand an seinem bisherigen Standort bleiben kann, dort aber andere Aufgaben übernimmt. Die Konzeptphase soll bis Juli abgeschlossen sein; ab September gehe es in die Umsetzung. Schon jetzt würden Mitarbeiter beider Häuser zusammenarbeiten und dabei auch die bisherigen Abläufe des jeweils anderen Hauses kennenlernen.

Aufstellen will sich die neue VR-Bank Mitte als „transparente Mitmachbank“. Henkel betont hierzu: „Es gibt keine andere Bankengruppe, die das so lebt wie wir.“

Von Markus Riese

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