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Regional Banken in Rosdorf und Duderstadt wollen fusionieren
Nachrichten Wirtschaft Regional Banken in Rosdorf und Duderstadt wollen fusionieren
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20:49 06.11.2009
Vor der letzten Raiffeisenbank in Südniedersachsen – in Rosdorf: K. Klemens, L. Fromme, H. Willuhn und R. Döring (von links). Quelle: SPF
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Die beiden Bankhäuser kennen sich gut. Seit 2007 betreiben sie gemeinsam ihr Warengeschäft unter dem Dach der Raiffeisen-Handelsgesellschaft mbH in Rosdorf (zu je einem Drittel mit der Firma Agrarvis). Vor drei Monaten hätten die Gespräche über eine Fusion begonnen, berichten die vier Vorstände Kurt Klemens und Rolf Döring aus Rosdorf, Holger Willuhn und Ludolf Fromme aus Duderstadt. Als „wichtigen strategischen Schritt“ bezeichnen die Vorstände, die nach der Fusion zum 1. Januar 2011 zunächst im Amt bleiben, das Zusammengehen. „Wir können damit auch zukünftig im verschärften Wettbewerb erfolgreich bestehen“, betont Willuhn (49), der Sprecher des Vorstandes sein wird. Risikostreuung und Kreditvergaben sind weitere Themen. Trotz der Größenunterschiede (Bilanzsumme Rosdorf 200 Mio. Euro, Duderstadt 550 Mio. Euro) verhandelten zwei „wirtschaftlich gesunde Banken“ auf Augenhöhe. Die neue Volksbank werde mit einer Bilanzsumme von 750 Mio. Euro die größte Genossenschaftsbank Südniedersachsens sein, erklärt Klemens.
Die übertragende Bank ist die Raiffeisenbank Rosdorf, die ihren Namen aufgibt und deren Kunden ab Mitte 2011 neue Kontonummern und Karten bekommen. Sitz der Bank wird Duderstadt, vier Kompetenzzentren sind Duderstadt, Northeim, Rosdorf und Leinefelde.

Ausbildung und Ausscheiden

Fusionsbedingte Kündigungen schließen die Banker aus. Derzeit sind in Duderstadt 210 Mitarbeiter beschäftigt, in Rosdorf sind es 56. 17 junge Leute befinden sich in einer Ausbildung. Rationalisierungspotenzial gebe es allein durch 18 bestehende Altersteilzeitverträge bis 2014. Die Vorstände Fromme (57) und Klemens (56) gehen ebenfalls 2012 beziehungsweise 2013 in Altersteilzeit. In den nächsten zehn Jahren, so Fromme, werden 60 Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden.

Auch das Filialnetz mit künftig 37 Geschäftsstellen in den Landkreisen Northeim, Göttingen und Eichsfeld stehe nicht zur Disposition. Das Engagement in der Fläche solle erhalten bleiben. Im Fusionsvertrag habe man den Bestand bis 31. Dezember 2015 fixiert. Klemens zum Zweigstellennetz: „Die Saugnäpfe in der Region sind richtig platziert.“

Natürlich wolle man auch rationalisieren, stellt Willuhn klar. Dies jedoch nicht in kundenrelevanten Bereichen, sondern vor allem im Backoffice. Synergien könnten etwa in der Administration genutzt werden. Die Institute seien sich in Kundenstruktur und Geschäftspolitik sehr ähnlich, betont Klemens, der seit sieben Jahren in der Raiffeisenbank Rosdorf Vorstand ist.

In kleinen Gesprächskreisen sollen die Vertreter (zusammen hat die künftige Volksbank 26  000 Teilhaber) informieren, beschreibt Rolf Döring (51) das Prozedere im kommenden Jahr. Man sei optimistisch, dass die Versammlungen ein positives Votum abgeben werden. Der Genossenschaftsverband jedenfalls habe die Fusion bereits „abgenickt“. Die Zahl der Aufsichtsräte solle bis 2014 von jetzt 30 auf 21 reduziert werden, schlagen die Vorstände vor.

Von Hanne-Dore Schumacher

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