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Regional Banken lassen sich Wechselgeld gut bezahlen
Nachrichten Wirtschaft Regional Banken lassen sich Wechselgeld gut bezahlen
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20:09 12.01.2010
Im Keller der Sparkasse Göttingen: Hier werden Münzen maschinell und mit Tempo gezählt und in Papier gerollt. Quelle: Hinzmann
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Wohin also mit dem Klimpergeld? Zur Bank natürlich, lose oder gerollt. Kreditinstitute lassen sich den Service rund ums Hartgeld allerdings unterschiedlich vergüten. Da wäre zum Beispiel die Dresdner Bank. Sie lässt den Privatkunden ungeschoren, verlangt jedoch von gewerblichen Kunden pro Rolle 0,20 Euro. Bei fünzigmal einen Cent im Papier stimmt die Relation nicht mehr, klagen Betroffene. Bankdirektor Wolfgang Spauszus bestätigt die Vergütung für den Rollenservice, räumt aber ein, dass viele Geschäftskunden Sonderkonditionen ausgehandelt hätten. Generell gelte jedoch: 0,20 Euro pro Rolle, egal ob Ein-Cent- oder Zwei-Eurostücke.

„Bei uns kostet das gar nichts“, sagt Uwe Roselieb. Der Chef der Spardabank in Göttingen, der ohnehin nur Privatkunden kennt, spricht von „ziemlichen Massen“ an Münzen, die in der Groner Straße über den Tresen gehen. An manchen Tagen, so berichtet der Banker, würden die Männer der Geldtransporte zehn bis 15 Taschen Münzgeld à 25 Kilo aus der Filiale schleppen. Nur für Kunden und ausschließlich zur Einzahlung hält die Genossenschaftsbank diesen Service vor. Ob lose oder gerollt, die Bank nimmt ihren Kunden die schwere Last ab. Wechselgeschäfte, das stellt Roselieb klar, gebe es jedoch nicht. Die Münzen verlassen das Haus rasch wieder durch die Geldtransporte.

Auch die Volksbank Göttingen bietet den Münz-Service für ihre Kunden kostenfrei. Das gelte, so betont Marketing-Chef Gerhard Schoen, sowohl für Ein- als auch für Auszahlungen. Nichtkunden der Bank allerdings müssten zahlen, und zwar 10 Prozent der Summe, mindestens aber 3 Euro. Schoen gibt ein Beispiel: Ein Disco-Veranstalter braucht 500 Euro Münzgeld. In diesem Fall würde die Bank 50 Euro Gebühren berechnen. Unterstellt man, dass heute jeder eine Bankverbindung habe, so sei dieser Veranstalter offensichtlich von der eigenen Bank weggeschickt worden. Nicht jede Bank, so folgert Schoen, halte den Münzservice vor. Bei gewerblichen Kunden der Volksbank kalkuliert das Haus den Aufwand von Fall zu Fall. Schoen nennt das Beispiel eines Großkunden mit 17 Filialen. Da müsse der Aufwand individuell errechnet werden. Kleinstmengen, wie zwei oder drei Rollen Bares, seien eh kein Thema.

Die Sparkasse, so berichtet Kommunikationschef Michael Rappe, gehöre zu den wenigen Banken, die für Privat- und Firmenkunden Hartgeldeinzahlungen überhaupt ermöglichten. Dies sei über einen SB-Hartgeldzähler möglich oder aber im Safe-Bag-Verfahren (unsortiert im Beutel). Firmenkunden könnten zudem in vielen Geschäftsstellen Nachttresore für Bargeldeinzahlungen nutzen. Die Dienstleistung für Gewerbetreibende werde individuell verrechnet, in der Regel seien es 10 Euro pro Lieferung. Münzeinzahlungen der Privatkunden indes seien bis zu 400 Euro kostenfrei. Nur bei übermäßigem Gebrauch der Dienstleistung, so schränkt Rappe ein, erhebe man eine Gebühr. Für Vereine, Kirchen, Verbände und gemeinnützige Einrichtungen sei die Dienstleistung generell kostenfrei. Das gelte auch für Jugendliche.

Von Hanne-Dore Schumacher

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