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Regional Behinderte in sieben Minuten evakuiert
Nachrichten Wirtschaft Regional Behinderte in sieben Minuten evakuiert
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21:28 21.12.2012
Holger Gerken, Geschäftsführer der Göttinger Werkstätten. Quelle: Vetter
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Göttingen

430 geistig oder psychisch kranke Menschen wohnen in Einrichtungen der Werkstätten. Weil auch Angehörige kritische Fragen stellten, hat das Unternehmen nun seine Sicherheitsvorkehrungen während einer Pressekonferenz vorgestellt.

Das Unternehmen macht demnach einmal jährlich eine unangekündigte Evakuierungsübung. Innerhalb von maximal sieben Minuten sind alle bei den festgelegten Fluchtpunkten. „Die Räume der Werkstätten sind fast alle ebenerdig und verfügen meistens über Fluchttüren direkt nach draußen“, berichtet Uwe Rohde, Bereichsleiter für die Werkstätten und die berufliche Bildung. Die Zahl der Brandmelder im Ellihäuser Weg 20, wo sich der größte Werkstattbereich findet, gibt Rohde mit 355 Stück an. Der Alarm gehe unmittelbar an die Feuerwehr.

„Eine Herausforderung bei der Evakuierung der Wohnheime stellen stark übergewichtige Personen dar, die nicht mobil sind“, sagt Jörg Schumacher, der die Wohneinrichtungen leitet. Ein Bewohner komme auf 210 Kilogramm. Bei diesen Menschen fänden sich unter den Matratzen Rettungstücher. Die Feuerwehrleute könnten mit dem Tuch den Menschen im Bett zusammen mit der Matratze nach draußen befördern. Die geistig Behinderten reagierten in Paniksituationen im übrigen nicht anders wie gesunde Menschen. Ein ruhig und bestimmt auftretender Gruppenleiter wirke auf sie sogar stärker als auf den Rest der Bevölkerung.

mic

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