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Regional Berlin fördert Unternehmen bei der Digitalisierung
Nachrichten Wirtschaft Regional Berlin fördert Unternehmen bei der Digitalisierung
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14:23 02.02.2018
Digitalisierung rückt auch in kleinen und mittleren Unternehmen in den Fokus. Quelle: dpa
Berlin

„Warenwirtschaftssysteme, mit denen sich die Geschäftsprozesse vom Auftragseingang über die Produktion bis zur Rechnungsstellung erfassen lassen, gibt es seit mehr als 30 Jahren“, sagt Reinbold Sedelies von der Göttinger Beratungsfirma Consed Consulting. Viele förderfähige Unternehmen, die bis zu 100 Mitarbeiter haben und nicht mehr als 20 Millionen Euro im Jahr Umsatz machen dürften, setzten solche Systeme bisher nicht oder nur teilweise ein.

„Mit den aktuellen Veränderungen am Markt geraten sie aber unter Handlungsdruck“, meint der promovierte Ingenieur. Firmenkunden erwarteten mittlerweile oft, dass ihre Bestellungen auch außerhalb der Büroöffnungszeiten angenommen und bearbeitet würden. Es gebe einen Trend zur individualisierten Fertigung und damit zu schrumpfenden Losgrößen. Angesichts des Fachkräftemangels würden Systeme interessant, die Beschäftigte in der Produktion bei der Arbeit anleiteten.

„Vor Herausforderungen stellt Unternehmen auch die digitale Markterschließung“, sagt Ralf Halbhuber von der Heiligenstädter Studio1 Kommunikation GmbH. Es reiche zum Beispiel nicht, einen E-Commerce-Shop einzurichten. Damit er von Kunden im Netz gefunden werde, müssten die Suchmaschinen optimiert werden. Dann zeigten diese den Laden an vorderer Stelle an. Ohne Werbung gehe es schließlich auch in der analogen Welt nicht.

„Das dritte große Thema ist die IT-Sicherheit“, betont Sedelies. Je mehr Prozesse digitalisiert würden, je mehr Unternehmen ihre IT nach außen öffneten und je mehr sich die Akteure vernetzten, um so anfälliger würden die Systeme für Angriffe von Kriminellen. Damit es zu keinen bösen Überraschungen komme, seien Schutzmaßnahmen unumgänglich.

„Ich berate vor allem Produktions- und Logistik-Firmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse“, sagt Sedelies, der sein Consulting-Unternehmen vor zehn Jahren gegründet hat. Halbhuber bietet mit seinen 40 Mitarbeitern alle drei Module an. Mehrere Anfragen aus Göttingen, Northeim, dem Harz und dem Obereichsfeld habe er seit vergangenen November erhalten, sagt er.

„Das go-digital-Programm fördert Beratungsleistungen in einem ausgewählten Hauptmodul mit gegebenenfalls erforderlichen Nebenmodulen zu 50 Prozent bei einem maximalen Beratertagesatz von 1100 Euro“, erläutert Nina Zickuhr von der Berliner EuroNorm GmbH. Das Unternehmen setzt das Projekt im Auftrag des Ministeriums um. Förderfähig seien 30 Beratertage innerhalb eines halben Jahres.

„Um die Firmen zu entlasten, übernehmen die Berater die Antragstellung sowie die Abrechnung und die Prüfung der Verwendungsnachweise“, führt Zickuhr aus. Beraten dürften nur autorisierte Firmen. Sie müssen ihre fachliche Qualifikation, ihre wirtschaftliche Stabilität und ihre Wettbewerbsneutralität nachweisen. Außerdem müssten sie bereits Erfahrung in der Betreuung kleiner und mittlerer Firmen haben, mit (Fach-) Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten und Qualitätsstandards erfüllen. Erste Erfahrungen mit dem Programm seien 2015/16 in Sachsen und im Ruhrgebiet gesammelt worden, wo der Bund 277 Projekte mit 2,3 Mio. Euro gefördert habe.

Von Michael Caspar

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