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Buchhandlung Calvör zieht in „netten Kiez“

Jüdenstraße Buchhandlung Calvör zieht in „netten Kiez“

Beide haben gesucht, ein „glücklicher Zufall“ hat Gabriele Hopf und Eckart Kohl zusammengeführt. Die Göttingerin fand einen Mieter für den Laden Jüdenstraße 23 (Ecke Theaterstraße), der Buchhändler einen neuen, bezahlbaren Standort für Calvör. Am Montag, 14. Februar, wurde die Buchhandlung eröffnet.

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Im neuen Geschäft: Eckart Kohl, Anne Campean, Marlise Potthast-Freund und Christian Höfer (von links).

Quelle: Hinzmann

„Superschön ist es geworden“, urteilt Gabriele Hopf, als sie den Laden betritt, um den Stromzählerstand zu notieren. Sie und ihre Familie haben 40 000 Euro investiert, um die Erdgeschossräume (70 Quadratmeter) für den neuen Mieter und sein Sortiment vorzubereiten. „Es gab viel zu tun“, berichtet Hopf und erinnert an die Zeiten, als ihre Urgroßeltern noch die Schlachterei Reifert an dieser Stelle führten. Bis in die 1950er Jahre verkaufte die Familie Fleisch- und Wurstwaren, danach eröffnet Schlachter Klages an gleicher Stelle seine erste Stadtfiliale.

Viele Jahre war später Foto-Bieling Mieter. Nach räumlicher Vergrößerung und der Verbindung zweier benachbarter Geschäfte per Durchbruch war auch die Bielingsche „Spielzeugschachtel“ dort ansässig. Seit 2005 bot ein Nagelstudio im Eckgeschäft seine Dienstleistungen an, seit September 2010 standen die Räume leer.

Nun sind die Regale wieder gefüllt, die Tischler Uwe Hinze nach den Plänen von Susanne Arndt vom Architekturbüro Plan B gebaut hat. Belletristik, Sachbücher und Reiselektüre, Hörbücher, aber auch eine „kleine feine Auswahl an Kinderbüchern“ bietet Calvör in der Theaterstraße. Sechs große Schaufenster erlauben den Blick in Kohls literarische Buchhandlung, wie er sie jetzt nennt. Das wissenschaftliche Sortiment hat der 54-Jährige ins Universitätsgeschäft im Zentralen Hörsaalgebäude verlagert, da am neuen Standort weniger Platz ist. Kohl ist dennoch zufrieden: „Das ist die Buchhandlung, die ich mir immer gewünscht habe.“ Dem Vater indes falle der Abschied aus der Weender Straße schwer, räumt Kohl ein. 50 Jahre habe der Senior Wolfgang Kohl dort gewirkt, in der Akademischen Buchhandlung, die ihren Namen vor 275 Jahren vom Clausthal-Zellerfelder Buchhändler Calvör bekam.

Auch Eckart Kohl denkt gern an die Zeit zurück, als es in der Weender Straße 58 noch die Galerie gab, über die er als kleiner Junge getobt ist. „Schade, dass man damals den Wert dieser Einrichtung nicht erkannt hat“, bedauert er den Umbau in den 1960er Jahren. 80 Jahre wurden neben der Jacobi-Kirche Bücher verkauft, davor befand sich die Gaststätte „Haus Vaterland“ in der Immobilie. Einen Tanzsaal gab es im ersten Stock, da, wo später das bereits geschlossene Kino Cinema war.

Bis zum 26. Februar muss Kohl das Ladengeschäft geräumt haben, bis dahin findet ein Abverkauf statt. Bücher und Plakate werden auch gegen eine Spende für das Hospiz weggegeben, ebenso wie das Inventar.

„Alles muss raus“, sagt Kohl. Im neuen Laden nämlich ist alles neu. Fast alles. Die Angestellten sind geblieben. Bekannte Gesichter wie Marlise Potthast-Freund, Christian Höfer, Frank Hellwig und Anne Campean begrüßen ihre Stammkunden und genießen nette Worte zur Eröffnung. „Ich habe selten so viel Dankbarkeit erlebt“, sagt der Geschäftsinhaber drei Tage nach Eröffnung. Die Kunden seien froh, dass es Calvör weiter gibt. „Wir passen gut in die Theaterstraße“, meint Kohl mit Blick auf die Geschäftsvielfalt zwischen Theaterplatz und Nabel. „Ein netter Kiez“, findet der Buchhändler.

„Den Bock zum Gärtner“ hat allerdings Gabriele Hopf gemacht, räumt die Vermieterin schmunzelt ein. Den Grund nennt sie auch: „Wir sind eine richtige Lesefamilie.“

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Wie geht es weiter?, haben sich viele Göttinger besorgt gefragt, als bekannt wurde, dass Calvör nach 80 Jahren in der Weender Straße schließen müsste. Würde Inhaber Eckart Kohl es schaffen, einen neuen Standort in der Innenstadt zu finden?

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