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Bürgerspital-Pleite

Insolvenz Bürgerspital-Pleite

Dringende interne Veränderungen hatten nicht nur Gewerkschaften, sondern auch verschiedene Gutachten für das Einbecker Bürgerspital in den vergangenen Jahren wiederholt angemahnt. Der Marburger Bund sieht die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung allerdings nicht gefährdet.

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Quelle: dpa

Einbeck.  Das vor viereinhalb Jahren von wohlhabenden Bürgern vor einer Schließung bewahrte Einbecker Bürgerspital ist nun doch zahlungsunfähig. Am Freitag musste die Geschäftsleitung einen Insolvenzantrag stellen. Das Amtsgericht Göttingen habe die vorläufige Eigenverwaltung über das Vermögen angeordnet, teilte die das Krankenhaus beratende Anwaltskanzlei am Freitag mit: „Eigenverwaltung bedeutet: Es gibt keinen externen Insolvenzverwalter, sondern die Geschäftsführung leitet das Haus weiter.“

„Die Geschäftsführung hat uns darüber telefonisch informiert“, berichtet Julia Niekamp, bei der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft Verdi in Göttingen zuständig für das Einbecker Bürgerspital und seit mehreren Jahren mit der Entwicklung des Hauses vertraut. Überraschend sei diese Mitteilung nicht mehr, gleichwohl sei die Entwicklung bitter und tragisch. Umso mehr, da der überwiegende Teil der Beschäftigten auch nach der ersten Insolvenz im Herbst 2012 dem Haus nicht nur die Treue gehalten hatte, sondern durch einen Sanierungstarifvertrag mit einem Verzicht von insgesamt rund 3,6 Millionen die Weiterführung des Unternehmens überhaupt erst gesichert hatte. Die Laufzeit dieses Sanierungstarifvertrages, der unter anderem einen Verzicht auf die Jahressonderzahlung beinhaltet hatte, sei von vornherein auf eine Laufzeit bis Jahresende 2015 beschränkt gewesen.  

 „Das Unternehmen hatte unter der Verantwortung des damaligen medizinischen Geschäftsführer Dr. Olaf Städtler und dem Beiratsvorsitzenden Jochen Beyes die Jahre seit 2012 leider nicht genutzt, sein Haus richtig aufzustellen und rational und professionell zu führen“, so der Vorwurf von Niekamp.

 Dringende interne Veränderungen hätten nicht nur Verdi, sondern auch verschiedene Gutachten für das Unternehmen in den vergangenen Jahren wiederholt angemahnt. Ein ständiger Wechsel der kaufmännischen Geschäftsführung sei dabei nicht hilfreich gewesen. Seitdem sei durch die Führung des Hauses auch gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch gegenüber den Gewerkschaften viel Vertrauen verspielt worden, so Niekamp.

„Wir haben seit Herbst 2015 geradezu gebetsmühlenartig gegenüber den wechselnden Unternehmensverantwortlichen wiederholt, dass es ohne Vorlage und Prüfung verlässlicher wirtschaftlicher Zahlen und eines zukunftsfähigen Konzeptes für den Betrieb des Krankenhauses sowie eines engen und kontrollierbaren Maßnahmenkataloges zur Professionalisierung des Unternehmens keine Verhandlungen um einen nochmaligen Sanierungstarifvertrag mit Gehaltsverzicht der Beschäftigten geben wird. Leider ohne Ergebnis. “, so Niekamp.

Der Vorsitzende des Marburger Bundes Niedersachsen, Hans Martin Wollenberg erklärt: „Im Einbecker Bürgerspital geht ein schmerzhafter Klärungsprozess zu Ende.“ Besonders bitter sei das für die Mitarbeitenden, die lange im Haus tätig waren. „Die Entwicklung kommt leider nicht unerwartet“, so Wollenberg. Der ständige Wechsel in der Geschäftsführung habe Bände gesprochen. Wir haben Verständnis dafür, dass jeder sich eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung wünscht. Die Versorgung der Bevölkerung sehen wir dennoch nicht gefährdet.“

Von Bernard Marks

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