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Regional Chancen für Frauen so gut wie noch nie
Nachrichten Wirtschaft Regional Chancen für Frauen so gut wie noch nie
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00:19 27.10.2017
Frauen haben nach der Familienzeit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Quelle: dpa
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Göttingen

„Die Zahl der offenen Stellen wächst bei uns seit Jahren zwischen 15 bis 20 Prozent jährlich“, berichtete am Mittwoch Klaus-Dieter Gläser, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Göttingen, bei einer Pressekonferenz. Derzeit gebe es 4000 offene Stellen in seinem Bezirk. Gleichzeitig sei die Arbeitslosenzahl auf „traumhafte“ 5,7 Prozent, 14.000 Personen, gesunken. Zum Vergleich: 2007 habe die Quote noch im zweistelligen Bereich gelegen, bei 25.000 Arbeitssuchenden. Der Bevölkerungsrückgang in vielen Teilen Südniedersachsens, etwa im Altkreis Osterode, verschärfe die Probleme.

„Viele Unternehmen, auch in traditionell männerdominierten Branchen, stellen vor diesem Hintergrund verstärkt Frauen ein“, berichtete Gläser. In den vergangenen fünf Jahren sei die Beschäftigungsquote der Frauen im Agenturbezirk um 5,7 Prozent auf nun 52,4 Prozent gestiegen. In Deutschland liege die Quote sogar noch zwei Prozentpunkte höher.

„Junge Mütter kehren aufgrund besserer Kinderbetreuungsmöglichkeiten heute deutlich früher ins Berufsleben zurück als noch vor einigen Jahren“, ergänzte Ina Langanke, die die Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“ der Stadt Göttingen leitet.

Langanke organisiert den Fraueninfotag gemeinsam mit Susanne Wädow, die sich bei der Agentur mit Fragen der Chancengleichzeit am Arbeitsmarkt befasst. Knapp 30 Aussteller haben die beiden für den Tag gewonnen, der seit 2007 alle zwei Jahre stattfindet. Das sind einige mehr als bisher.

„Bildungsträger informieren über Ausbildungen und Qualifizierungen“, kündigte Agenturmitarbeiterin Wädow an. Diese würden zum Teil in Teilzeit angeboten. Auf dem Parkplatz hinterm Haus könnten Frauen zwischen 10 und 11.30 Uhr einmal hinter dem Steuer eines Busses Platz nehmen und sich über den Beruf der Kraftfahrerin schlau machen. Die Agentur berate über Fördermöglichkeiten. Diese gebe es nicht nur für Frauen, die Leistungen bezögen. Kinderbetreungsangebote würden vorgestellt. Frauenpolitische Netzwerke wie das Frauenforum oder der Runde Tisch Alleinerziehende sprächen über ihre Arbeit.

Es geht zudem um das Thema Teilzeit. „Nur 33 Prozent der Beschäftigten mit Vollzeitstellen sind Frauen“, sagte Gläser. Bei den Teilzeitstellen liege der Anteil der Frauen dagegen bei 80 Prozent. Die Folge seien im Alter geringe Rentenansprüche. Eine Ausstellung zeige das Risiko der Altersarmut bei Minijobs auf. „Besonders kümmern wollen wir uns um Migrantinnen“, erklärte Wädow.

Vier Vorträge werden angeboten. Um 9.30 Uhr geht es um Fördermöglichkeiten von Agentur um Jobcenten, um 10.30 Uhr um Bewerbungen, um 11.30 Uhr um das richtige Outfit und um 12.30 Uhr um den Wiedereinstieg in den Beruf. Den ganzen Tag über betreuen Fachkräfte kostenlos Kinder.

„Die Chancen für Frauen, die arbeitslos sind, wieder in Berufsleben einsteigen wollen oder sich beruflich verändern wollen, sind derzeit so gut wie noch nie“, erklärte Langanke, die seit 21 Jahren mit dem Thema befasst ist. Auch ein Quereinstieg sei häufig möglich. „Viele Frauen stehen sich selbst im Weg“, meinte Wädow. Sie zweifelten zu Unrecht an ihrem Potenzial.

Von Michael Caspar

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