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Regional Deka Immobilien GmbH kauft Göttinger „Kauf Park“
Nachrichten Wirtschaft Regional Deka Immobilien GmbH kauft Göttinger „Kauf Park“
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11:07 10.10.2018
Der „Kauf Park“ in Göttingen hat einen neunen Eigentümer. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Der Notartermin liegt schon ein paar Tage zurück. Am Donnerstag, 27. September, trafen sich Käufer und Verkäufer, die beiden Gesellschaften Dr. Kurth Immobilienanlagen GmbH und Dr. Kurth Immobilienanlagen Zweite GmbH, in den Räumen einer Frankfurter Kanzlei. Bis die „Kauf Park“-Immobilie juristisch ihren Eigentümer wechselt, zieht allerdings noch ein wenig Zeit ins Land. Nach Tageblatt-Informationen wird dies im Februar 2019 geschehen, die Deka spricht von Frühjahr 2019. Die Transaktion werde als „internes Joint Venture zwischen den Spezialfonds WestInvest TargetSelect Shopping, Domus-Deutschland-Fonds Nr. 2 und Domus-Einzelhandel-Deutschland“ strukturiert, teilte die Deka-Gruppe mit.

Völkel Company wird neuer Betreiber

Neuer Betreiber des Göttinger Einkaufszentrums wird nach Tageblatt-Informationen die Völkel Company. Das mit Sitz in Hamburg tätige Unternehmen managt bereits mehrere Einkaufszentren für die Deka. Wie in der Immobilien-Zeitung zu lesen ist, betreut die Völkel Company mit 100 Mitarbeitern einen Bestand im Gesamtwert von gut 2 Mrd. Euro.

Vor zwei Monaten hatte die Deka bereits das Shopping-Center „Das Schloss“ in Berlin-Steglitz gekauft. Auch bei diesem Verkauf wurde über den Kaufpreis offiziell nichts bekannt; Insider wollen hier von rund 250 Millionen Euro erfahren haben. Zuletzt hatte Deka Immobilien am 28. September, also einen Tag nach dem „Kauf Park“-Deal, für ein Fachmarktzentrum in Schweden mit 37000 Quadratmetern Mietfläche 81 Mio. Euro gezahlt. Zum Vergleich: Der „Kauf Park“ hat eine vermietbare Fläche von etwa 49000 Quadratmetern. Nach Tageblatt-Informationen lässt sich die Deka ihr „Göttingen-Projekt“ mehr als 100 Mio. Euro kosten.

Mieter reagieren überwiegen gelassen auf Eigentümer-Wechsel

„Überraschend kam der Verkauf für uns nicht“, sagt Markus Sauer, Geschäftsleiter des Real-Marktes im „Kauf Park“. In den vergangenen Wochen seien auffällig viele Anzugträger durch die Mall gegangen. „So etwas deutet schon darauf hin, dass ein Verkauf bevorsteht“, so Sauer. Seine Befürchtung sei gewesen, dass die ECE-Kette den „Kauf Park“ übernehmen könnte. „Dann hätten wir es deutlich schwerer gehabt, auf den Mall-Flächen unsere regelmäßigen Aktionen, etwa zu Ostern oder zu Weihnachten, anzubieten“, mutmaßt der Geschäftsleiter. Dies hätte sich seiner Ansicht nach auch deutlich auf die Umsätze auswirken können.

Das ist die Deka-Gruppe

Die Deka-Bank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen; gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Nach eigenen Angaben ist die Gruppe mit etwa 4,5 Millionen betreuten Depots einer der größten Wertpapier-Dienstleister Deutschlands. Zum Geschäftsfeld Immobilien gehören neben der Deka Immobilien Investment GmbH und der WestInvest Gesellschaft für Investmentfonds mbH auch die Servicegesellschaft Deka Immobilien GmbH. Zusammen betreuen und managen sie nach Konzernangaben ein Immobilienvermögen von rund 34 Milliarden Euro (Stand: 30. Juni 2018).

Mit den neuen Betreibern werde es zu gegebener Zeit dann zwar auch Gespräche über die Ausrichtung geben. Doch Centermanager Andreas Gruber habe ihm bereits in Aussicht gestellt, dass sich für die Mieter erst einmal nicht viel ändern werde. Den neuen Betreibern rät Sauer denn auch, an Bewährtem festzuhalten: „Sie wären gut beraten, wenn sie Herrn Gruber weiterhin als Centermanager einsetzen würden. Er ist der Motor, der den Kauf Park zu dem gemacht hat, was er heute ist.“ Wie es weitergeht, wolle Sauer nun in Ruhe abwarten.

Werbegemeinschaft wird es auf jeden Fall weiterhin geben

Auch in der als GbR organisierten Werbegemeinschaft des „Kauf Park“ sei bereits über den Verkauf gesprochen worden, wie dessen Vorsitzender Achim Denecke erklärt. Er betreibt im „Kauf Park“ den kleinen Tabak- und Zeitschriftenladen zwischen Expert Herfag und dem Real-Haupteingang – und das seit der Eröffnung des Centers im November 1998. Zwei Jahrzehnte lang habe er alle Entwicklungen miterlebt. „Ich sehe dem Verkauf sehr gelassen entgegen“, betont Denecke. Die Werbegemeinschaft werde es auf jeden Fall weiterhin geben, unabhängig vom neuen Eigentümer und Betreiber.

Deutlich überraschter zeigt sich Anja Maucher, Geschäftsführerin von Expert Herfag. Sie habe erst über die Zeitung vom Verkauf erfahren und zuvor lediglich Gerüchte gehört. Von schwelenden Gerüchten berichten auf Nachfrage auch Vertreter anderer „Kauf Park“-Mieter, die jedoch nicht genannt werden wollen.

„Der ,Kauf Park’ ist deutlich aktiver als viele andere vergleichbare Einkaufszentren in Deutschland“, unterstreicht Frederike Breyer, Geschäftsführerin der Innenstadt-Vertretung Pro City. Er trete auch regelmäßig als Veranstalter in Erscheinung – beides sei gut für Göttingen. „Wir arbeiten immer wieder gut zusammen und hoffen natürlich, dass dies im Sinne des gesamten Standorts Göttingen als Einkaufsstadt auch in Zukunft möglich sein wird“, so Breyer.

Kurth kümmert sich um Prestige-Projekt in Berlin

Nach dem Verkauf des „Kauf Park“ wird sich das Immobilienunternehmen Kurth verstärkt um sein Prestige-Projekt in Berlin kümmern. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hatte Kurth im Frühjahr 2015 einen Großteil des 52 000 Quadratmeter großen RAW-Geländes gekauft. Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk „Franz Stenzer“ (RAW) gilt als einer der letzten großen Entwicklungsstandorte innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings.

Von Mark Bambey und Markus Riese

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