Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Der Wald wächst
Nachrichten Wirtschaft Regional Der Wald wächst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:52 19.09.2017
Die Sonne scheint im südniedersächsischen Wald. Quelle: dpa
Göttingen

„Die Waldfläche ist angewachsen, der Bestand der alten Bäume hat zugenommen, der Holzvorrat ist auf einem Höchststand“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), über die allgemeinen bundesweiten Entwicklungen. Dennoch gebe es eine Anzahl zentraler Herausforderungen, die auch von der künftigen Bundesregierung angegangen werden müssten, so zu Guttenberg. Dazu zählten die Auswirkungen des Klimawandels und die Sicherstellung der Bewirtschaftung auch von Kleinprivatwald. Der AGDW-Präsident hatte einen Marshallplan gefordert, der sich der großen und strukturellen Probleme annehmen solle.

„Der Klimawandel ist ein schleichender Prozess, dessen Folgen sich bisher nicht präzise auf den Wald im Landkreis Göttingen beschränken lassen“, erklärte Rudolph. Positiv seien in der Region jedoch die guten standörtlichen Voraussetzungen. Die Vielfalt an Baumarten, das gemäßigte Klima, fruchtbare und zum Teil kalkreiche Böden und eine naturnahe Bewirtschaftung stärkten den Wald in Südniedersachsen und senkten das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall, so Rudolph. Anders als noch vor 150 Jahren spielten bei der heutigen Bewirtschaftung zunehmend Faktoren wie Umweltschutz und die Erholungsansprüche der Bevölkerung eine zentrale Rolle. Aus möglichst vielen Baumarten zusammengesetzte Mischwälder, wie sie im Landkreis Göttingen vielfach vorkommen, seien noch die beste Versicherung gegen die Risiken des Klimawandels.

Dennoch gebe es Umwelteinflüsse, gegen die man zurzeit nichts tun könne, wie der Pilzbefall bei Eschen, der zum Triebsterben führe. „Das ist in der Region seit einiger Zeit ein Problem und hat unter anderem die Eschen an der B 27 An der Lutter betroffen. Die Eschenallee musste gefällt werden, um damit auch den Pilz zu beseitigen“, nannte Rudolph Beispiele.

Als besorgniserregend bezeichnete zu Guttenberg die bundesweite Flächenzerschneidung. Laut Waldbericht gelten von insgesamt 11,4 Millionen Hektar Wald nur 1,3 Millionen Hektar im dicht besiedelten Deutschland als unzerschnitten. Rudolph ergänzte: „Pro Tag werden in Deutschland 75 Hektar Land versiegelt, überwiegend Agrarfläche, aber auch Wald.“ Pflicht zur Wiederaufforstung und nachhaltige, schonende Bewirtschaftung seien die Gründe für den Zuwachs von rund 7,5 Quadratmeter Holzrohstoff pro Hektar Wald in Südniedersachsen, so Rudolph.

Gute Ökobilanz

Dem Wald wird im Bericht eine hervorragende Ökobilanz zugesprochen. Rudolph verweist auch auf die Angaben der Niedersächsischen Landesforsten: Ein einziger Hektar Wald bindet im Jahr rund zehn Tonnen Kohlenstoffdioxid und filtert bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub. Je nach Baumarten werden durchschnittlich 23 Tonnen Sauerstoff pro Hektar freigesetzt. Dazu kommen die Aspekte der Grundwasserneubildung, des Lebensraums für rund 13000 Arten und des Erholungswertes.

Sehr gut sei bereits der Service für private und kommunale Waldbesitzer in Südniedersachsen aufgestellt, so Rudolph. Die Forstämter der Landesforsten und die Landwirtschaftskammer unterstützen und beraten Eigentümer der Körperschafts- und Genossenschaftswälder mit Know-How, Gerätschaften und Fachpersonal. Die Privatwaldbetreuung übernimmt zu großen Teilen die Landwirtschaftskammer. Laut Waldbericht sind heute bundesweit etwa 430000 Waldbesitzer in rund 3600 forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen organisiert.

Von Claudia Nachtwey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Regional Förderbescheid für Dino Gewerbetechnik - Dino baut neues Produktionsgebäude

Das Land Niedersachsen beteiligt sich am Neubau der Dino GmbH an der Industriestraße in Göttingen. Am Montag überreichte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) zusammen mit der Landtagsabgeordneten Gabriela Andretta (SPD) Geschäftsführer Dino M. Wolter den Förderbescheid über 285000 Euro.

18.09.2017

Die Dieselkrise sorgt für eine regelrechte Rabattschlacht unter den Autohändlern. Hohe Eintauschprämien für Dieselfahrzeuge sollen die Kunden zum Kauf eines Neuwagens bewegen. Doch Autokäufer reagieren verhalten.

21.09.2017

Am Montag eröffnete Bundespräsident Frank Walter Steinmeier die EMO Hannover 2017. Mehr als 2200 Aussteller aus 45 Nationen zeigen bis zum 23. September Innovationen aus der Welt der Metallbearbeitung, unter anderem die Firmen Mahr (Halle 6, Stand B26) und Wissner aus Göttingen.

18.09.2017