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Die Deutschen sollen den Gürtel enger schnallen

Die Deutschen sollen den Gürtel enger schnallen

Er war nicht nach Göttingen gekommen, um gute Nachrichten zu überbringen. Das stellte Reinhold Schulte gleich klar. Der Vorstandsvorsitzende der Signal-Iduna-Gruppe hielt gestern die traditionelle „Morgensprache“ beim 513. Göttinger Gildentag.

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Begrüßt im Rathaussaal Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, vor allem aber ihre Handwerkskollegen: Kreishandwerksmeisterin Katja Thiele-Hann.

Quelle: Heller

Sein Thema: „Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Sozialversicherungssysteme in Deutschland.“ Die Zahlen, die der Referent im Gepäck hatte, waren nicht neu, verfehlten dennoch nicht ihre Wirkung auf die Handwerker und ihre Gäste im Alten Rathaus. „Die deutsche Gesellschaft altert rapide“, erklärte Schulte und begründete dies mit medizinisch-technischem Fortschritt, zunehmender Langlebigkeit, dem Pillenknick und der Sterbetafel.

„Es werden zu wenig Kinder geboren“, sagte Schulte – 1,37 pro Frau sind es, 2,1 müssten es sein. Die Sterbetafel indes zeige, dass die heute geborenen Mädchen im Schnitt 102 Jahre, die Jungen 98 Jahre alt würden. Vor 50 Jahren hätten die Menschen nur zehn Jahre im Schnitt etwas von ihrer Rente gehabt. Schultes Fazit: „Eine Alterspyramide gibt es nicht mehr“. Heute nähere man sich einem „zerrupften Wachholderstrauch“. Heute kämen auf einen Rentner 2,25 Beitragszahler, 2030 werde das Verhältnis 1:1 betragen.
„Dramatische Folgen für die Sozialsysteme“ prognostizierte Schulte, da nicht mehr genügend Beitragszahler nachwüchsen. „Im Jahr 2050 werden 37 Prozent der deutschen Bevölkerung 60 Jahre und älter sein.“ Schon heute trage sich das Rentensystem nicht mehr.

Deshalb sollten die Deutschen nicht nach Griechenland oder Spanien blicken, sondern den Gürtel selbst enger schnallen. 91 Prozent der Menschen wüssten, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten könnten. Auch für die Pflegeversicherung malte Schulte ein düsteres Bild. In 40 Jahren müssten 4,7 Millionen Menschen gepflegt werden. Hier klafften Einnahmen und Ausgaben noch eklatanter auseinander. „Wir brauchen ein Umdenken in unserer Gesellschaft“, forderte er und plädierte für kapitalgedeckte Altersvorsorge.

Kreishandwerksmeisterin Katja-Thiele-Hann informierte ihre Gäste über Handwerksaktionen. Mit der umstrittenen Kampagne „Schwarzarbeit hinterlässt Spuren“ sei es gelungen, die Diskussion über das Thema anzustoßen. Dass man bei Beauftragung legal arbeitender Handwerksbetriebe bis zu 1200 Euro Steuern sparen könnte, habe man mit der Aktion „Steuern sparen mit Ihrem Handwerker“ verdeutlichen können.

Das Branchenverzeichnis „Handwerk kompakt“, das mit dem Göttinger Tageblatt verwirklicht wurde, komme gut an. „Vorfahrt für’s Handwerk“ heiße eine Werbekampagne, die 2011 starten soll. Verstärkung bekommt die Kfz-Innung, verriet Thiele-Hann. Mercedes Benz Kassel-Göttingen habe den Eintritt angekündigt.

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Am ersten Montag im Oktober gibt es in fast jeder Göttinger Bäckerei Speckkuchen. Das ist in der Universitätsstadt Tradition, ebenso wie die Gildenwahl des Handwerks. 

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