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Regional Die Regionsvermittlung
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00:17 26.12.2016
Quelle: Hartwig
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Göttingen

Das Welcome Center ist nach dem Südniedersachsen Innovationscampus eine weitere breit angelegte Kooperation von Wirtschaft, Hochschulen und Kommunen. „Wir denken nicht klein, sondern groß“, sagt Martin Rudolph, Geschäftsstellenleiter der IHK in Göttingen. 1,2 Mio. Euro an Fördergeldern sind beantragt, um die entsprechenden Strukturen über zwei Jahre aufzubauen und zu entwickeln. Antragssteller ist die Universität Göttingen.

Welcome Center ist durchaus wörtlich zu verstehen: In den von der Deutschen Bahn nicht mehr benötigten Räumen im Bahnhof Göttingen soll das Zentrum mit seinen Mitarbeitern untergebracht werden. Zudem soll ein Netzwerk von Ansprechpartnern sich auch über alle Mittelzentren erstrecken – Uslar, Einbeck, Northeim, Bad Gandersheim, Osterode, Herzberg, Bad Lauterberg, Duderstadt und Hann. Münden stellen dafür jeweils einen Mitarbeiter ab. Auch die Landkreise Göttingen und Northeim werden Mitarbeiter abstellen, deren Zuständigkeit noch weiter in die ländliche Fläche reicht.

Damit sollen vor Ort Kundige sitzen, die auf gezielte Anfragen schnell und kompetent Auskunft geben sollen. Denn das Ziel ist, wenn nötig eine individuelle Unterstützung bis ins kleinste Detail für Fachkräfte anzubieten, die man für die Region gewinnen will. Es geht dabei um weiche Faktoren – kann man Kindergartenplätze am ins Auge gefassten Wohn- und Arbeitsort anbieten? Gibt es freie Stellen für den Lebenspartner? Wo kann das Kind seinen Hobbies weiter nachgehen? Wird Hilfe bei Behördengängen benötigt? Eine Jobvermittlung soll das Welcome Center hingegen nicht werden.

Richten will man sich an „alle, die nach Südniedersachsen kommen wollen, um hier zu arbeiten“, so Heike Hauk, Projektleiterin Regionales Fachkräftebündnis bei der Südniedersachsenstiftung. Das heißt In- und Ausländer, Wissenschaftler, Auszubildende, Handwerker, Führungskräfte – bis ins hinterste Dorf und den kleinsten Betrieb. Die ganze Region soll vom Welcome Center profitieren, denn der Handlungsdruck gerade jenseits von Göttingen ist enorm. „Bei jedem Unternehmen, an jedem Ort gibt es eine unglaubliche Unterstützung“, beobachtet Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin der Universität Göttingen. „Das Projekt hat dadurch eine Eigendynamik entwickelt, die ich so nicht erwartet habe.“

Ganz neu ist die Idee des Welcome Centers nicht, vereinzelte Ansätze, die in dieselbe Richtung weisen, gibt es bereits seit einigen Jahren. Das Welcome Center der Universität Göttingen beispielsweise oder das Programm Geniusgöttingen der Südniedersachsenstiftung.  Neu hingegen ist, diese Ideen zusammenzuführen und in den ersten beiden Jahren eine auf die gesamte Region und die spezifischen Bedarfe angepasste Struktur zu entwickeln, in der die Einzelansätze aufgehen werden.

Eine der größten Herausforderungen wird jedoch sein, bei den Tausenden von Unternehmen und Handwerksbetrieben in der Region das Welcome Center bekanntzumachen, damit sie von dessen Service profitieren können. Auch die mittelfristige Finanzierung muss während der Projektlaufzeit geklärt werden. Einen wichtigen Anteil werden jedoch „Servicegebühren seitens der Unternehmen haben, ganz klar“, sagt Martin Rudolph. So funktioniert bereits Geniusgöttingen. Aber auch die Kommunen müssten sich überlegen, einen Teil dazu beizutragen.

Ein Welcome Center mit einem solchen regionalen Zuschnitt – das gebe es in dieser Form nicht noch einmal, sagt Hiltraud Casper-Hehne. „Wir haben mit dem Welcome Center der Universität vor drei Jahren einen Preis für das differenzierte Angebot gewonnen. Wir starten daher von einer sehr guten Position aus und planen, dass wir das Vorzeigeprojekt für die Bundesrepublik sein werden.“

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