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Regional Durchbruch bei Tarifverhandlungen
Nachrichten Wirtschaft Regional Durchbruch bei Tarifverhandlungen
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00:17 10.04.2017
Quelle: r
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Göttingen

So sollen 2017 die Löhne der großen Beschäftigungsgruppe, die bislang Niedriglöhne erhält, um 200 bis 370 Euro steigen, bis 2019 sogar um bis zu 580 Euro im Monat.

Patrick von Brandt, Verdi-Verhandlungsführer, erklärt: „Der Kompromiss ist ein großer Schritt in Richtung mehr Lohngerechtigkeit. Die selbstbewusst organisierten Beschäftigten haben sich Respekt erkämpft, deshalb konnten wir auf Augenhöhe verhandeln.“ Auch auf Seiten der UMG Gastronomie zeigt man sich erleichtert. "Die Regelungen, die gefunden wurden und vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen für die kommenden Jahre sind geeignet, damit die UMG Gastronomie GmbH weiterhin erfolgreich am Markt bestehen kann. Die Geschäftsführung ist zuversichtlich, dass das Unternehmen mit diesem Abschluss sowohl die Mitarbeiterbindung verstärken und dem vorherrschenden Arbeitskräftemangel entgegenwirken kann", sagte dazu Kathin John von der UMG Gastronomie GmbH. Darüber hinaus sei die Geschäftsführung froh, dass mit dem Abschluss die Stabilität und Verlässlichkeit der Leistungen für die Kunden wieder langfristig gesichert sei.

Die Mitarbeiter der UMG Gastronomie bereiten pro Tag 6000 Mahlzeiten für Patienten des Universitätsklinikum Göttingen zu. Seit August 2016 handelt die Geschäftsführung mit der Tarifkommission einen Haustarifvertrag für Mitarbeiter und Auszubildende aus. Die UMG Gastronomie GmbH ist ein 2006 gegründetes Tochterunternehmen der Universitätsmedizin Göttingen und Arbeitgeber von knapp 300 Beschäftigten. 80 Mitarbeiter davon haben noch alte und besser dotierte Arbeitsverträge. Diese sollen nicht verändert werden.

Für die neuen Verträge wurde vereinbart: Die Tarifeinigung sieht eine komplett neue Entgelttabelle mit deutlich höheren Gehältern und Auszubildendenvergütungen vor, sowie Verbesserungen bei sogenannten Mantelregelungen. Aus der neuen Tabelle resultierende Lohnsteigerungen betragen 2017 in den unteren Entgeltgruppen für die meisten Vollzeit-Beschäftigten 200 Euro bis 370 Euro monatlich. Weitere Lohnsteigerungen sollen zum 1. April 2018 und 1. April 2019 erfolgen, so dass 2019 für eine Vollzeitstelle in den unteren Entgeltgruppen bis zu 580 Euro mehr gezahlt wird als heute. Darüber hinaus sieht die Tarifeinigung für 2018 eine zusätzliche Jahressonderzahlung von 350 Euro vor, ab 2019 von 410 Euro bei Vollzeitstellen (Teilzeit jeweilig anteilig). Diese Jahressonderzahlung soll zusätzlich zur Mini-Jahressonderzahlung nach den alten Vorgaben des Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga)  ausgezahlt werden. Gleichzeitig soll der Mindestjahresurlaub bei einer 5-Tage-Woche steigen 2018 auf 26 Tage, 2019 auf 27 Tage und ab 2020 auf 28 Tage. Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit einer Vollzeitstelle soll mit Inkrafttreten des Tarifvertrages um eine halbe Stunde auf 38,5 Stunden reduziert werden. Ab 2020 verabredeten die Parteien weitere Tarifverhandlungen aufzunehmen, sowohl über Lohnerhöhungen als auch über einen kompletten Manteltarifvertrag.

Eine sogenannte Erklärungsfrist wurde bis zum 15. Mai vereinbart, bis dahin müssen die Vertragsparteien den in Eckpunkten vereinbarten Kompromiss ausformulieren und endgültig zustimmen. "Nun müssen die Kollegen entscheiden, ob dieser Kompromiss für die nächsten drei Jahre gelten soll", sagt von Brandt. „Wir haben uns Gehör verschafft und einen großen Erfolg errungen. Darauf sind wir stolz", sagt Angelika Jungk, Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission. bm

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