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Regional Durchbruch bei den Tarifverhandlungen in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Durchbruch bei den Tarifverhandlungen in Göttingen
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00:17 10.04.2017
Mitarbeiter der UMG Gastronomie bereiten pro Tag 6000 Mahlzeiten zu. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

So sollen 2017 die Löhne der großen Beschäftigungsgruppe, die bislang Niedriglöhne erhält, um 200 bis 370 Euro steigen, bis 2019 sogar um bis zu 580 Euro im Monat.

Patrick von Brandt, Verdi-Verhandlungsführer, erklärt: „Der Kompromiss ist ein großer Schritt in Richtung mehr Lohngerechtigkeit.“ Auch auf Seiten der UMG Gastronomie zeigt man sich erleichtert. „Die Regelungen, die gefunden wurden und vor allem deren wirtschaftlichen Auswirkungen sind geeignet, dass die UMG Gastronomie GmbH weiterhin erfolgreich am Markt bestehen kann“, sagte dazu Kathrin John von der UMG Gastronomie GmbH. Die UMG-Geschäftsführung sei zuversichtlich, dass das Unternehmen mit diesem Abschluss sowohl die Mitarbeiterbindung verstärken und dem vorherrschenden Arbeitskräftemangel entgegenwirken kann. Darüber hinaus sei die Geschäftsführung froh, dass mit dem Abschluss die Stabilität und Verlässlichkeit der Leistungen für die Kunden wieder langfristig gesichert sei.

Die Mitarbeiter der UMG Gastronomie bereiten pro Tag 6000 Mahlzeiten für Patienten des Universitätsklinikum Göttingen zu. Seit August 2016 handelt die Geschäftsführung mit der Tarifkommission einen Haustarifvertrag für Mitarbeiter und Auszubildende aus.

Neue Entgelttabelle mit höheren Gehältern

Die UMG Gastronomie GmbH ist ein 2006 gegründetes Tochterunternehmen der Universitätsmedizin Göttingen und Arbeitgeber von knapp 300 Beschäftigten. 80 Mitarbeiter davon haben noch alte, besser dotierte Arbeitsverträge. Diese sollen nicht verändert werden. Die Tarifeinigung sieht für 200 Beschäftige eine komplett neue Entgelttabelle mit deutlich höheren Gehältern und Auszubildendenvergütungen vor, sowie Verbesserungen bei sogenannten Mantelregelungen. Die aus der neuen Tabelle resultierenden Lohnsteigerungen betragen 2017 in den unteren Entgeltgruppen für die meisten Vollzeit-Beschäftigten 200 Euro bis 370 Euro monatlich. Weitere Lohnsteigerungen sollen zum 1. April 2018 und 1. April 2019 erfolgen, so dass 2019 für eine Vollzeitstelle in den unteren Entgeltgruppen bis zu 580 Euro mehr gezahlt wird als heute. Darüber hinaus sieht die Tarifeinigung für 2018 eine Jahressonderzahlung von 350 Euro vor, ab 2019 von 410 Euro bei Vollzeitstellen (Teilzeit jeweilig anteilig). Diese Jahressonderzahlung soll zusätzlich zur Mini-Jahressonderzahlung nach alten Vorgaben des Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ausgezahlt werden. Gleichzeitig soll der Mindestjahresurlaub bei einer 5-Tage-Woche steigen 2018 auf 26 Tage, 2019 auf 27 Tage und ab 2020 auf 28 Tage. Die wöchentliche Arbeitszeit einer Vollzeitstelle soll mit Inkrafttreten des Tarifvertrages um eine halbe Stunde auf 38,5 Stunden reduziert werden. Ab 2020 verabredeten die Parteien weitere Tarifverhandlungen aufzunehmen.

Eine sogenannte Erklärungsfrist wurde bis zum 15. Mai vereinbart, bis dahin müssen die Vertragsparteien den vereinbarten Kompromiss ausformulieren und zustimmen. „Nun müssen die Kollegen entscheiden, ob dieser Kompromiss für die nächsten drei Jahre gelten soll“, so von Brandt. „Wir haben uns Gehör verschafft und einen großen Erfolg errungen“, sagt Angelika Jungk, Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission.

Von Berhard Marks

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