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Regional „Ein Ringen um jeden einzelnen“
Nachrichten Wirtschaft Regional „Ein Ringen um jeden einzelnen“
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00:17 17.09.2016
Der Erfolg, Jugendlichen zu einer Ausbildung zu verhelfen und den Nachwuchsmangel bei Betrieben zu bekämpfen, hat viele Väter: Landkreis, Kreishandwerkerschaft, Schulen, Betrieb und die Motivation der Jugendlichen selbst. Quelle: Grünewald
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Reinhardshagen

Samantha Metscher ist eine von ihnen. Die Schülerin der Hann. Mündener Förderschule im Auefeld absolviert derzeit ihr schulbegleitendes Langzeitpraktikum bei der Feinbäckerei Ruch in Reinhardshagen – und macht sich dort sehr gut. „Sie hat zum Beispiel keine Angst vor dem Kundenkontakt“, beobachtet Ruchs Teamleiterin Gabriele Wagner. Samantha Metscher selbst fühlt sich dort ebenfalls wohl und kann sich vorstellen, bei Ruch auch eine Ausbildung zu beginnen.

Die Nachwuchssituation gerade im Lebensmittelbereich, macht Geschäftsführer Thorsten Ruch deutlich, ist sehr schwierig. 30 bis 40 Auszubildende könne er pro Jahr einstellen, dieses Jahr waren gerade einmal acht zu gewinnen. Dort setzt GAuS an, das die Kreishandwerkerschaft zur Bekämpfung des Fachkräftemangels 2015 ins Leben gerufen hat. Mit sieben Schulen wurden Kooperationen aufgebaut, bei den Schülern sollte für eine Ausbildung geworben werden. Für das Erreichen bestimmter Ziele gab es die Garantie für einen Ausbildungsplatz.

Warum dennoch so viele Jugendliche abgesprungen sind, dafür hat Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, nur bedingt eine Erklärung. Umgekehrt zeigt das Beispiel der Schule im Auefeld, was Erfolgsfaktoren sind: Von ursprünglich sieben GAuS-Teilnehmern sind fünf dabeigeblieben – die halbe Klasse von Lehrer Rainer Schmidt. Schulleitung und Lehrer unterstützen ihre Schüler intensiv, die Betriebe und Kreishandwerkerschaft engagieren sich, aber vor allem seien die Schüler motiviert, wie Berufseinstiegsbegleiterin Anja Lovis beobachtet.

Sie sähen, dass sie eine berufliche Chancen erhalten und man sie ernst nimmt. Die Unterstützung von Lovis, die da anfängt, wo die Schule aufhört, etwa bei Bewerbungen, hilft ebenfalls sehr, dass die Jugendlichen dabei bleiben. „Wir verlieren sie dort, wo sie selbst aktiv werden müssen: beim Bewerbungen Schreiben, wenn sie sich präsentieren müssen – das ist heute sehr anspruchsvoll.“

„Diese Netzwerkarbeit der ganzen Beteiligten ist daher für mich der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Rainer Schmidt. Der Erfolg der Jugendlichen ist aber auch eine hochgradig individuelle Angelegenheit, beobachtet Landrat Bernhard Reuter (SPD). Schüler nicht zu verlieren und ihnen die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu geben, sei daher „ein Ringen um jeden einzelnen“. Deswegen unterstütze der Landkreis Schulen auch an vielen Stellen. Auch für die Kreishandwerkerschaft ist klar, dass es mit GAuS weitergeht. Man bereitet bereits die nächste Runde vor.

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