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Regional Einbecker Brauhaus AG baut Vorstand um
Nachrichten Wirtschaft Regional Einbecker Brauhaus AG baut Vorstand um
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00:31 01.06.2018
Die 310 anwesenden Aktionäre entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG im PS-Speicher. Quelle: Foto: Bambey
Einbeck

Lothar Gauß stand am Dienstag in der Halle des PS-Speichers in Einbeck noch ein wenig mehr im Fokus der Hauptversammlung, als es der Vorstandssprecher ohnehin tut. „Es ist meine letzte Hauptversammlung. Im Juli werde ich 65 Jahre alt und gehe zum 30. September in den Ruhestand“, sagte Gauß. Zum Abschluss seiner Ausführungen bekam er reichlich Applaus für die geleistete Arbeit. Der Vorstandsvorsitzende Robert Depner betonte: „Unter Ihrer Leitung ist die Marktposition gestärkt worden, und es sind neue Perspektiven in dem umkämpften Biermarkt ermöglicht worden. Am Erfolg der Einbecker Brauhaus AG sind sie maßgeblich beteiligt.“

Es war auch an Depner, nach den Informationen des Vorstandes und noch vor der Aussprache mit den Aktionären oder deren Vertretern die neue Vorstandsstruktur zu skizzieren. Ab dem 1. Oktober gibt es bei der Einbecker Brauhaus AG lediglich einen Vorstandsposten zu besetzen. Dieses Amt wird dann Gauß’ Vorstandskollege Martin Deutsch bekleiden. „Die notwendige Satzungsänderung, um den Vorstand von zwei Ämtern auf ein Amt zu verkleinern, hatten wir bereits bei der 51. Hauptversammlung 2017 beschlossen“, sagte Depner. Vorstand Deutsch werde jedoch Unterstützung bekommen. Dorte Simon, die seit Januar im Unternehmen sei, werde die kaufmännische Leitung übernehmen. Zudem werde die Einbecker Brauhaus AG Christoph Benseler einstellen, der ab dem 1. August die technische Leitung inne haben soll.

Mit der Absatzentwicklung der Eigenmarken nicht zufrieden

Im Geschäftsjahr 2017 habe die Einbecker Brauhaus AG mit einem Absatzrückgang des Biermarktes zu kämpfen gehabt. Die Einbecker Zahlen seien dabei nicht so negativ ausgefallen wie der Bundesschnitt, der im Inlandabsatz (-2,3 Prozent) und der Exportabsatz (-3,1 Prozent) ausweise. „2017 haben wir 575 542 Hektoliter Bier abgesetzt, das sind 1,7 Prozent weniger als im Geschäftsjahr zuvor. Die Eigenmarken liegen bei 448 000 Hektolitern und haben einen Anteil von etwa 78 Prozent am Gesamtabsatz“, sagte Gauß. Erfreulich positiv habe sich das alkoholfreie Bier entwickelt (+19 Prozent auf 8200 Hektoliter). Gauß verhehlte aber nicht, dass die Erwartungen sich nicht erfüllt hätten. „Mit der Absatzentwicklung unserer Eigenmarken sind wir insgesamt nicht zufrieden“, so Gauß.

Die Preiserhöhung 2017, der Verzicht auf margenschwache Absätze und eine restriktive Vergabe von Darlehen zur Absicherung der Gastronomie hätten sich auf die Absatzentwicklung ausgewirkt. Der scheidende Vorstandssprecher führte an: „Die Schließung des Standortes Kassel hat zu deutlichen Rückgängen bei Martini-Bieren und Kasseler Jubiläumspils geführt.“

Bilanzsumme auf 34,6 Millionen Euro angewachsen

Der Gesamtumsatz habe im Vorjahr 31,8 Mio. Euro betragen, die Bilanzsumme sei um 0,1 Million Euro auf 34,6 Millionen Euro gewachsen. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich leicht auf 43,0 Prozent. „Alle Bemühungen auf der Kostenseite haben nicht ausgereicht, die Erlösminderungen aus den Bierabsätzen und die einmaligen Aufwendungen beim Personal und den Pfandrückstellungen zu kompensieren“, sagte Gauß. Unterm Strich blieb der Bilanzgewinn in Höhe von 333000 Euro. Dieser wurde verwendet, um nach den geltenden Vorgaben eine Dividende auszuschütten. „Sie ist mit acht Cent pro Aktie sicherlich nicht sehr hoch, dafür für Sie jedoch steuerfrei“, betonte Gauß.

Von Mark Bambey

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