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„Es gibt Spielraum nach oben“

KWS „Es gibt Spielraum nach oben“

KWS-Vorstandssprecher Hagen Duenbostel sieht KWS Saat auf gutem Kurs. Doch der Fachkräftemangel macht sich beim südniedersächsischen Saatguthersteller bemerkbar. Jetzt sollen Maßnahmen dagegen getroffen. Dazu soll ein neuer Standort in der Hauptstadt Berlin geschaffen werden.

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Quelle: Foto: dpa

Einbeck. Die KWS Gruppe präsentierte am Donnerstag eine sehr gute Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr. Das EBIT der KWS Gruppe erreichte aufgrund der Umsatzausweitung 131,6 Millionen Euro und lag damit 16,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge stieg auf 12,2 (im Vorjahr 10,9) Prozent. Ein Blick in die Details zeigt aber ein durchaus gemischtes Bild. „Wir haben den Umsatz ausgeweitet; hätten aber noch besser abschneiden können“, sagt dazu KWS-Vorstandsmitglied Eva Kienle am Freitag an einer Telefonkonferenz. Insbesondere im Maisgeschäft sei dies zu beobachten. Hierin erzielte KWS erneut einen Anstieg des Segmentumsatzes. Dieser stieg auf 825,3 Millionen Euro, was einem Wachstum von rund vier Prozent entspricht. „Doch mit einer unterschiedlichen Performance“, betont Kienle, die sich in diesem Segment persönlich etwas mehr erhofft hätte. So gab es starke regionale Unterschiede.

Das Geschäft mit Saatgut Mais und Ölfrüchte macht mittlerweile rund 70 Prozent des Umsatz der KWS Gruppe aus. „In Europa lag das Wachstum im zweistelligen Bereich, auch in Südamerika legte der Umsatz deutlich zu, in den USA, wo gentechnisch verändertes Saatgut eingesetzt wird, war das Wachstum hingegen nur einstellig. Anspruchsvoll lief das Geschäft auch in Osteuropa. „Hier konnten wir das Potential voll ausschöpfen“, so Kienle. Sie betont, dass insgesamt aber der ausgewogenen Mix des Portfolios der KWS-Gruppe  zu dem guten Ergebnis geführt habe. So stieg zum Beispiel der Umsatz mit Zuckerrübensaatgut um 10,2 Prozent. Die wesentlichen Umsatzzuwächse erzielte KWS in der EU-28 und Osteuropa. KWS bleibt im Markt für Zuckerrübensaatgut mit einem Anteil von 55 Prozent mit deutlichen Abstand Weltmarktführer.

Insgesamt erwartet der Vorstand derzeit für die KWS Gruppe im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr einen leicht steigenden Umsatz und eine zweistellige EBIT-Marge, die jedoch unter dem Vorjahreswert von 12,2 Prozent liegen werde. „Doch mittelfristig gibt es Spielraum nach oben“, betont KWS Vorstandssprecher Hagen Duenbostel. Immerhin sei die globale Nachfrage nach Mais und Getreide stabil. Seit 2014 sind die Preise aufgrund der Überkapazitäten im Markt  tief. „Die Prognosen für die nächsten Jahre gehen weiterhin von stagnierenden Preisen aus“, sagt Duenbostel. „Viele Landwirte müssen damit auskommen, dass sie auf dem Markt nur die Hälfte des Preises der vergangenen Jahre erzielen“, so Duenbostel. Dies sei eine angespannte Situation. KWS könne ihrerseits mit ertragsstarken Produkten helfend tätig werden. „Das ist für Landwirte unternehmerisch sinnvoll“, so Duenbostel. Da sich durch ein verbessertes Saatgut eine Ertragsteigerung ergebe, die dann Landwirte entlaste.

Mehr als 80 Prozent ihres Umsatzes erzielt KWS im Ausland. Mit einer neuen Struktur will der Einbecker Konzern seinen internationalen Wachstumskurs in Zukunft unterstützen. Im Kern soll es darum gehen, Verwaltungsleistungen zusammenzuführen und Geschäftsprozesse für 70 Länder effizienter zu steuern. Dafür wird ein neuer Firmenstandort in Berlin geschaffen. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie, wo rund 200 Arbeitsplätze entstehen sollen, sei laut Kienle in vollem Gang. “Als internationale Metropole ist Berlin ein attraktiver Standort, um weitere global ausgerichtete Fach- und Führungskräfte für KWS zu gewinnen“, betont Duenbostel. Soweit es aber möglich sei, sollen Mitarbeiter aus der KWS Gruppe den Kern der Belegschaft am Berliner Standort bilden. „Wir wollen weiterhin wachsen. Dafür brauchen wir langfristig mehr Mitarbeiter, die weltweit effizient zusammenarbeiten“, so Duenbostel weiter. Er verhehlt dabei nicht, dass es punkto Fachkräfte in der Region Südniedersachsen zunehmend schwerer werde, ausreichend Fachpersonal zu finden.

Thema Glyphosat beschäftigt KWS nur indirekt

Der Unkrautvernichter Glyphosat könnte nur noch fünf Jahre in der EU zum Einsatz kommen. Die EU-Kommission hatte im Streit um die erneute Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat einen Kompromiss vorgelegt. Darüber sollen die EU-Staaten nun im November entscheiden. „Ein Verbot von Glyphosat würde das Problem des Pflanzenschutzes nur verschärfen“, sagt Duenbostel. Denn ohne Glyphosat werde ein Pflanzenschutz wesentlich komplizierter. Zudem würden weitaus schädlichere Mittel zum einsatz kommen. „Ein Verbot ist nicht die richtige Maßnahme“, betont Duenbostel. Ursprünglich hatte die EU-Kommission eine zehnjährige, später dann eine siebenjährige Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichters gefordert. „Eine Nicht-Wiederzulassung von Glyphosat würde nur die EU betreffen. Dort haben wir keine Glyphosat-Toleranz und entsprechend auch keinen Umsatz damit“, so Duenbostel. Da KWS ausschließlich Saatgut und keinen Pflanzenschutz in ihrer Produktpalette hat, bestehe grundsätzliche die züchterische Aufgabe, Pflanzen zu entwickeln, die mit weniger oder sogar ohne Pflanzenschutz auskommen.

 

Von Bernard Marks

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