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00:19 17.06.2018
Diskussionsfreudig: Das Treffen der neuen Nutzer in der Kreativ-Etage Quelle: hö
Göttingen

Arbeitstreffen im Co-Working-Space: Schummriges Licht fällt durch die Oberlichter der einstigen Brotfabrik auf etwa 15 Kreative, die gerade diskutieren, wie und ob sie als neue Mieter der Kreativ-Etage auch den Stadtteil voranbringen können und wollen. Als Tisch dient eine aufgebockte alte Holztür, darauf stehen Kaffeetassen – die Atmosphäre ist entspannt, niemand wird laut, alle duzen sich.

„Wir sind jetzt vollzählig, nun müssen wir uns erstmal kennenlernen und abschätzen, wie wir zusammenarbeiten können“, so fasst Kreativ-Etagen-Initiatorin Tine Tiedemann den Sinn des Treffens später zusammen. Denn die Mieter kommen aus teils sehr unterschiedlichen Branchen: Grafiker, Filmer, Fotografen, Bildende Künstlerinnen und Künstler zählen ebenso dazu wie Journalistinnen, Texterinnen, Bühnenausstatterin, Siebdrucker und Handwerker.

Reichlich Platz in der Kreativetage. Quelle: r

Tiedemann arbeitet schon lange im Kulturzentrum Musa. Zugleich engagiert sie sich für die Göttinger Weststadt. „Wir merken, dass es dem Stadtteil nicht gut geht“, sagt Tiedemann. Beim Treffen, dass bereits die zweite Zusammenkunft aller Nutzer ist, geht es deshalb vor allem um einen Vorschlag, den Tiedemann den Kreativen macht: Sie hat eine Anschubfinanzierung gesichert, mit deren Hilfe könnte ein Modell für eine möglicherweise in der Weststadt entstehende Funsporthalle entwickelt werden. „Wir können verantwortlich sein, diesen Stadtteil mitzuentwickeln“, legt sie den Teilnehmern der Diskussion nahe.

Einige reagieren skeptisch: „Ich stehe mittendrin in meinem Job, zwei Stunden täglich abzuschneiden, wird schwierig“ schildert einer der Kreativ-Etagen-Nutzer. Anderen geht es ähnlich: „Um mich hier einzubringen, muss das irgendwie finanziert werden“. „Am Ende der Kette muss es bezahlt werden“, sagt auch Ulrich Drees. Er ist Vorsitzender des Göttinger Kreativen-Netzwerks „Stellwerk“ und engagiert sich ebenfalls für die Kreativ-Etage. Er betont zugleich „Klar lebt es davon, dass wir in Vorleistung gehen.“

Lange Flure, große Fenster: Die Kreativ-Etage beherbergt Ateliers,Studios und weitere Arbeitsplätze. Quelle: r

Drees und Tiedemann haben ein Vorbild aus Hannover vor Augen: Vor einigen Jahren haben sich dort einige Skater zusammengetan und auf einer Brachfläche einen kleinen Skatepark namens „Platzprojekt“ eingerichtet. Später folgten einige Container mit Ateliers für Künstlern, mittlerweile seien mehrere Agenturen und Planungsbüros dort ansässig, während zugleich der Stadtteil einen Anlaufpunkt für Kreative habe, so Drees.

Ähnliches schwebt Tiedemann auch für die Weststadt vor: „Wir können etwas schaffen, was Wirtschaft bringt, aber auch in den Stadtteil wirkt“, ist sie überzeugt. Zugleich gelte: „Die Musa kann hier nicht alles alleine machen“. Deshalb könnten die neu eingezogenen Kreativen sich auch in der Umgebung ausleben. Eine Chance sei dabei die Funsporthalle, eine andere die Einrichtung von Betrieben und Ateliers in den weiteren Gebäuden im Umfeld der Musa. Auch eine Bar am Leine-Ufer sei eine Option. Die biete einerseits „der Omi aus dem Blümchenviertel die Möglichkeit einen Kaffee zu trinken und lockt andererseits vielleicht einen Kreativen raus aus seinem Arbeitszimmer in die Weststadt“, sagt Tiedemann – und verweist auch auf Arbeitsplätze, die so entstehen könnten.

„Total spannend“ nennt die Journalistin Carolin Schäuffele solche Vorschläge. Sie teilt sich mit einer Partnerin eines der Büros und ist überzeugt: „Das birgt sicher für uns Kreative Potenzial, was Jobs und Projektmanagement anbelangt“. Zugleich betont sie allerdings, schon jetzt mit dem Einzug in die Kreativ-Etage zufrieden zu sein: „Hier herrscht ein kreatives Feeling vor, ständig triffst du Leute, die wissen wovon du sprichst.“

Von Christoph Höland

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