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Regional Eine Million investiert: Mahr eröffnet Ausbildungszentrum in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Eine Million investiert: Mahr eröffnet Ausbildungszentrum in Göttingen
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19:01 12.03.2013
Im Ausbildungszentrum: Bundessieger Florian Siegel und Christian Beckmann mit Stephan Gais und Ausbildungsleiter Udo Fuchs (v. l.). Quelle: Vetter
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Göttingen

Die Immobilie passt genau. Gegenüber dem Hauptgebäude von Mahr gelegen, bietet die ehemalige GöFest-Halle (ganz früher Musterschmidt) 1600 Quadratmeter Fläche. Auf zwei Etagen sind Apparaturen aufgebaut, wird an Maschinen gearbeitet, werden Prototypen gefertigt und hochpräzise Werkstücke in kleinen Serien gebaut und Exaktheit gemessen.

Bekenntnis für den Standort Göttingen

1 Mio. Euro hat Mahr in Gebäude, Modernisierung und Maschinenpark investiert, berichtet Geschäftsführer Stephan Gais. „Das ist ein Bekenntnis für den Standort Göttingen“, betont er vor den Eröffnungsgästen und allen 35 gewerblichen Auszubildenden. Der geschäftsführende Gesellschafter lobt die Ausbildung in seinem Haus und stellt klar, dass keiner schlechter als „gut“ abschneide, niemanddurchfalle. Zwei Bundessieger in Folge stellte das Unternehmen 2011 mit Christian Beckmann und 2012 mit Florian Siegel. Beide wurden nach der Lehre übernommen, beide wollen sich weiter qualifizieren.

Auch Clemens Zech hat schon Pläne. Der 19-Jährige, der das Einmessgeräte für C+C-Fräsen erklärt, ist im dritten Lehrjahr. Er könnte später die Technikerschule berufsbegleitend oder die Meisterschule besuchen. Die Chance, dass er übernommen wird, stehen für den Westerhofer nicht schlecht.

Messlatte niedriger gehängt

Mahr ist ein attraktiver Ausbildungsbetrieb, sagt Firmenchef Gais. Dennoch spüre auch Mahr den demographischen Wandel. „Zwei gehen in Rente, einer kommt nach“ beschreibt Gais die Situation. Haben sich vor Jahren noch 250 junge Leute auf eine Stelle beworben, sind es heute 100. Mussten die zuvor handverlesenen Bewerber 80 Prozent der Fragen im Eignungstest lösen, habe man heute die Messlatte niedriger gehängt. In der Ausbildung müsse man heute auch Benimm-Regel vermitteln und Defizite aus den Elternhäusern ausgleichen. „Das machen wir gern“, sagt Gais und schiebt selbstbewusst nach: „Wer bei uns eine Lehre gemacht hat, kommt überall unter.“

50 Praktikanten pro Jahr

Neben den Lehrlingen „schleust“ Mahr rund 50 Praktikanten pro Jahr durch. Man wolle zeigen, dass ein technischer Beruf ein spannender Beruf ist, begründet Gais. „Da lösen wir die Probleme dieser Zeit“, beendet er sein Plädoyer für die Naturwissenschaften.

Die Mahr GmbH hat 2012 einen Umsatz von 214 Mio. Euro (+10%) gemacht und ein zweistelliges EBIT (+11%) erzielt. Weltweit zählt Mahr 1700 Mitarbeiter, 750 davon in Göttingen.

Kommentar von Hanne-Dore Schumacher

▶ Dass Ausbildung der Schlüssel zum Erfolg ist, hat sich Mahr auf die Fahnen geschrieben – seit 150 Jahren. Mahr bildet den Firmennachwuchs selbst aus, nicht erst mit Einsetzen des demographischen Wandels, sondern seit Beginn der Unternehmensgeschichte. Die Eröffnung des Ausbildungszentrums am gestrigen Dienstag ist konsequente Fortführung einer Strategie, die auf qualifizierte Mitarbeiter setzt – am besten „Made by Mahr“.

Jedes Jahr investieren die Messtechnik-Spezialisten in der Carl-Mahr-Straße eine runde Million in die Ausbildung, investieren in Spezialisten, die Messtechnik im Nanometerbereich fertigen. Drei hauptamtliche Ausbilder leistet sich Mahr, und die Rechnung geht auf. Als Bundessieger und Landesbeste schließen die Lehrlinge ihre Ausbildung ab, werden übernommen und können die innerbetriebliche Karriereleiter erklimmen. Und wer bei Mahr eine Lehre gemacht hat, wird, wenn er sich räumlich und beruflich verändern will, mit Kusshand genommen. Im neuen Ausbildungszentrum nun werden die Spitzenkräfte, die ein Hightech-Unternehmen braucht, auf höchstem Niveau ausgebildet. Der Raum ist neu, der Anspruch 150 Jahre alt.

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