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Regional Eine alternative Cola für Südafrika
Nachrichten Wirtschaft Regional Eine alternative Cola für Südafrika
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16:15 09.10.2017
Start-up-Gründer Lasse Presting zeigt einem Interessenten seine „Cape Cola“. Quelle: r
Göttingen / Berlin / Kapstadt

Aber warum genau in Südafrika? „Lasse Presting kommt ursprünglich aus Göttingen und hat sich in Kapstadt niedergelassen“, erzählt Becker, der in dem kleinen Start-up für Grafik und PR zuständig ist. Ursprünglich gegründet habe es Presting, dem in Kapstadt eine Alternative zu Coca-Cola gefehlt habe. Er und die drei weiteren Kollegen, zwei davon ebenfalls aus Göttingen seien dann im Frühjahr 2016 eingestiegen. „Wir kennen uns schon seit wir Kinder sind“, berichtet Becker. Weil die Ursprungs-Göttinger nicht mehr alle hier leben, halten sie einmal pro Woche eine Skype-Konferenz ab. Das klappe gut, obwohl sie nebenbei alle noch arbeiten oder studieren würden. „Wir sind noch nicht so weit mit Cape Cola, dass Geld dabei rausspringt“, erzählt Becker. „Coca-Cola ist ein Großkonzern, der nicht unterstützenswert ist“, nennt er den Grund, warum sie überhaupt eine alternative, eine „faire Cola“ produzieren – und das zurzeit noch ohne Gewinn. „In Südafrika werden zum Teil Quellen von Coca Cola und Nestle aufgekauft und privatisiert, und gleichzeitig haben manche Menschen dort keinen Zugang zu Wasser“, sagt Becker. Dem wollten sie etwas entgegensetzen. Presting habe auch Fritz-Cola angefragt, ob sie nicht nach Südafrika exportieren wollten – die lehnten ab. So kam es zur Idee, eine eigene Cola zu entwickeln, die „Cape Cola“, passend zur zweitgrößten Stadt Südafrikas, Kapstadt (englisch: Cape Town).

Die ersten Flaschen im Kino verschenkt

Also hätten sie zusammen mit einem Hersteller für homöopathische Arzneimittel eine eigene Tinktur entwickelt – aus Kräutern und Fruchtextrakten –, die dann zur Herstellung eines Sirups und schließlich der Cape Cola genutzt wurde. „Wir haben von Familien und Freunden Kapital gesammelt und damit eine erste Fuhre Cape Cola hergestellt“, blickt Becker zurück. Etwa 1000 Flaschen seien das gewesen. Die hätten sie anfangs vor allem in einem südafrikanischen Open-Air-Kino verschenkt – „um zu gucken, wie das ankommt und ob es Bedarf gibt“, so Becker. Die Cola sei gut angekommen – mittlerweile hätten elf Geschäfte und Restaurants in Südafrika die Cape Cola im Angebot. Eines habe sogar Coca-Cola dafür aus dem Programm genommen.

Unterstützung für soziale Projekte geplant

Im September sei nun ihre Crowdfunding-Kampagne für eine zweite Ladung Cape Cola ausgelaufen. „Es sind 65 000 Rand zusammengekommen, das sind ungefähr 4000 Euro“, rechnet Becker vor. „Wir wollen die Cape Cola jetzt in weiteren Restaurants vorstellen und dann pünktlich zur Reisesaison mehr produzieren.“ Und die steht schon bald an: Schließlich ist in Südafrika Sommer, wenn hier Winter ist. Dabei sei es ihr Ziel, von jeder verkauften Flasche zum Beispiel ein Prozent an ein soziales Projekt in Südafrika zu spenden, erzählt Becker. Sie seien bereits mit Projektverantwortlichen im Gespräch, darunter zum Beispiel „Greenpop“, ein Baumpflanz-Projekt.

Falls es mit der Cape Cola in Kapstadt und dem Rest Südafrikas gut läuft, könnten sich die jungen Männer auch vorstellen, noch etwas in Deutschland zu machen. „Die Konkurrenz ist hier natürlich viel größer“, weiß Becker allerdings. Denkbar wäre vielleicht ein regionales Getränk, denn regionaler Bezug sei ihnen wichtig. So würden sie auch in Südafrika nur gemeinsam mit kleinen Familienunternehmen, die ihre Mitarbeiter fair bezahlen, Cape Cola herstellen. Das könne auch in deutschen Städten funktionieren, meint Becker: „Vielleicht machen wir dann eine Göttingen-Cola.“

Von Hannah Scheiwe

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