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Ende nach 146 Jahren: Fritsche schließt

Weitere Nutzung noch offen Ende nach 146 Jahren: Fritsche schließt

„Es ist eine Zumutung, dass Sie schließen“, kommentiert eine Kundin die Pläne der Familie Schulz. Seit Jahrzehnten kauft die Göttingerin ihre Schreibwaren im Familienunternehmen Fritsche. Jetzt soll das ein Ende haben. Fritsche Bürotechnik, Zeichenbedarf und Schreibwaren schließt zum 28. Februar.

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Haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht: Astrid und Vroni Schulz (rechts) im Fachgeschäft Fritsche.

Quelle: Pförtner

Es gibt so einige Gründe, warum das Unternehmen in fünfter Generation aufgibt. Der Hauptgrund jedoch sei privater Natur. Inhaberin Vroni Schulz hat mit 70 Jahren das Rentenalter längst erreicht, Tochter Astrid will sich künftig verstärkt der Familie, vor allem ihrer zweijährigen Tochter widmen. Natürlich seien da die Bauarbeiten, die sich vor der Tür drei Jahre hingezogen und das Leben der Einzelhändler erschwert haben. Die Parkplatzsituation sei nicht ideal und auch die Geschäftsaufgabe im Kaufpark vor zwei Jahren (von 1998 bis 2008 betrieb Astrid Schulz eine Filiale in der Otto-Brenner-Straße, deren Mietvertrag nicht verlängert wurde) hätten die „Zukunftsüberlegungen“ beeinflusst.

Im Sommer 2010 dann waren sich Mutter und Tochter einig, das Geschäft Ecke Jüdenstraße/Theaterstraße aufzugeben. „Ein schwerer Entschluss“, räumt die Juniorchefin ein. Vor 146 Jahren hatte ihr Ururgroßvater Ewald Fritsche die Firma als Buchbinderei gegründet. Irgendwo in der Innenstadt. Der Umzug in die familieneigene Immobilie, dem heutigen Firmensitz, sei bald nach Gründung und Veränderung zum Einzelhandel für Schreibwaren erfolgt.

Seitdem ist das Fachgeschäft Fritsche eine feste Adresse für Schreib- und Bürobedarf, für gewerbliche und private Kunden, vor allem auch für Eltern und Schüler. Kunden und Angestellte kennen sich gut, manche seit Generationen. Ein „Ladenhüter“ ist auch Paul Ahlborn, schmunzelt der 50-Jährige, der stolz auf 34 Jahre Betriebszugehörigkeit ist. Wie seine Kollegen hat auch er nun die Kündigung in der Tasche, will aber nicht verzagen. Er ist zuversichtlich, dass es mit einer neuen Stelle klappt, auch die Kollegen hoffen auf neue Arbeitsplätze.

Immer wieder wird die Belegschaft auf die Schließungsabsichten angesprochen. Es ist das Thema schlechthin. „Seit so vielen Jahren komme ich schon hierher“, klagt eine junge Mutter in der Schlange stehend mit einem Tintenkiller für den Jüngsten. „Die Kunden sind traurig“, weiß Astrid Schulz. Die meisten jedoch verstünden die Beweggründe. Bis zu 16 Stunden habe sie manchmal gearbeitet. „Da bleibt keine Zeit mehr für die Familie“, sagt die 41-Jährige, deren Mann Bauingenieur in Kassel ist. Und mit Blick auf die Mutter: „Der Stress muss endlich ein Ende haben.“ „Wir haben die Entscheidung gemeinsam getroffen“, betonen Mutter und Tochter.

Wer künftig die Geschäftsräume mit 160 Quadratmetern Verkaufsfläche nutzen wird, ist noch offen. „Wir führen Gespräche mit zwei ernsthaften Interessenten“, verrät Astrid Schulz.

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