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Eurokrise heizt die Inflation weiter an

Boomende Wirtschaft Eurokrise heizt die Inflation weiter an

„Früher hieß es: Wer ruhig schlafen will, kauft Anlagen; wer gut essen will, nimmt Aktien“, erinnert sich Jan Krämer (40), der bei der Commerzbank AG in Frankfurt als Gruppenleiter die Investmenstrategie für das gesamte Privatkundengeschäft erarbeitet. Doch die alten Weisheiten würden seit der Finanzmarktkrise nicht mehr gelten, berichtet der Volkswirt bei einem Gespräch mit dem Tageblatt in der Göttinger Filiale in der Prinzenstraße 2. Die Überschuldung lasse die Kurse von Staatsanleihen einiger Länder einbrechen.

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Empfiehlt Anlegern Staatsanleihen in Fremdwährungen, dividendenstarke Aktien und Gold: Volkswirt Jan Krämer.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „In Deutschland wiederum besteht das Problem darin, dass die Verzinsung von Bundesanleihen über zehn Jahre derzeit 1,3 Prozent beträgt, die Inflationsrate aber bei zwei Prozent liegt“ so der Volkswirt. Der Anleger verzichte also nicht nur auf gutes Essen, sondern auch auf den ruhigen Schlaf. Angesichts dieser Situation sei bereits der Erhalt des Vermögens eine Herausforderung.

Ein wesentlicher Grund für die Inflation ist laut Krämer die Euro-Krise, die wiederum mit der Überschuldung der Staaten zu tun habe. Die Politik bekenne sich derzeit klar zum Euro. Alle Euro-Länder blieben an Bord. Um das zu ereichen, werde die Geldmenge ausgeweitet. Die Folge: Sobald die Konjunktur wieder anziehe, werde es in Deutschland zu einem Anstieg der Inflation auf drei bis vier Prozent im Jahr kommen. Der Volkswirt: „In diesem und im kommenden Quartal schrumpft oder stagniert die deutsche Wirtschaft.“ Die Konjunktur werde aber bereits 2013 zu boomen beginnen. Trotzdem werde der Euro im Vergleich zu anderen Währungen an Wert verlieren.

Der Volkswirt rät zum Kauf von Staatsanleihen in Nicht-Euro-Ländern wie Australien, Neuseeland, Norwegen, Polen oder China. Die Volkswirtschaften florierten, die Staaten seien kaum verschuldet und böten zudem gute Zinsen. Ein Teil des Vermögens sollten Anleger zudem in Aktien von dividendenstarken Unternehmen investieren. Je nach Entwicklung am Markt müssten Umschichtungen erfolgen. Die Zeiten, wo man Aktien zehn, 15 Jahre halten könne, seien vorbei.

Krämer empfiehlt außerdem den Kauf von Gold. Es bringe zwar keine Zinsen, verliere aber nicht an Wert. Auch Industriemetalle und Erdöl seien als Geldanlage interessant. Der stark gestiegene Einfluss der Politik auf die Wirtschaft verzerre die Ergebnisse klassische volkswirtschaftliche Modelle. Der Anleger müsse in stetem Kontakt mit der Bank stehen, um kurzfristig reagieren zu können. 

Krämer räumt offen ein, dass die Commerzbank bis heute mit den Folgen der Finanzmarktkrise zu kämpfen hat. Der Staat musste sich zu 25 Prozent und einer Aktie an der Bank beteiligen. Eine „Staatsbank“ sei sein Unternehmen dadurch jedoch nicht geworden, eher eine „Quasi-Sparkasse“, so Krämer. Derzeit bemühe sich die Bank Vertrauen zurückzugewinnen, betont der Leiter der Göttinger Filiale, Direktor Dirk Paliga.

Von Michael Caspar

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