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Familie Rometsch fürchtet um ihre Existenz

Hofladen-Eröffnung nicht möglich Familie Rometsch fürchtet um ihre Existenz

Es hätte alles so schön werden können: Die neue Heimat in Südniedersachsen, der idyllische Mühlenhof, die eigene Hühnerzucht und Ei-Produktion, mit Schlachterei und Hofladen. Als Familie Rometsch vor zwei Jahren mit drei Kindern und den Verwandten Gudrun und Gerhard Wernecke in Waake ankamen, waren sie voller Enthusiasmus.

Vieles haben sie inzwischen auch erreicht, haben den Bioland-Betrieb Huhn + Ei realisiert, die historische Hacketal-Mühle renoviert, ihr ganzes Geld in das Gehöft zwischen Ebergötzen und Waake gesteckt. Jetzt fehlen noch Geflügelschlachterei und Hofladen. Vor allem die Verwirklichung des Hofladens, so fürchten die Rometschs, könnte das ganze Konzept zum Scheitern bringen. Grund ist die Straßensituation, das Abbiegen von der B 27. Eine Abbiegerspur verlangt die zuständige Straßenverkehrsbehörde in Goslar, einen Abbieger für ursprünglich 170 000 Euro, den die Familie finanzieren müsste.

„Das Geld haben wir nicht“, sagen die Rometschs, die nach eigenen Angaben bereits 1,2 Mio. Euro in das denkmalgeschützte Anwesen investiert haben. Die Einnahmen aus dem Eier- und Geflügelverkauf auf den Märkten in Göttingen und Duderstadt deckten gerade die Futter- und Heizkosten, erklärt Eberhard Rometsch. Er sieht seine Aufgabe auch nicht im Straßenbau. Rometsch hofft immer noch auf eine pragmatische Lösung. Dafür hat er alle Hebel in die Bewegung gesetzt, mit dem Landrat Kontakt aufgenommen, mit Politikern, dem Straßenbauamt, der Denkmalpflege, dem Veterinäramt.

Delegationen hätten die Mühle besucht, aber bis jetzt sei nichts passiert. Ein Tempolimit von 70 oder sogar ein Verbot für Linksabbieger („Unsere Kunden drehen bei der Abfahrt Bösinghausen und finden uns auch so.“), das wären schnelle Lösungen. Der Landkreis bietet indes den Abbiegerbau zusammen mit dem Radwegebau 2014 an. Dann würden sich die Kosten für die Rometschs auf 96 000 Euro reduzieren.

„So viele Eier können unsere Hühner gar nicht legen“, kommentiert Daniele Rometsch den Vorschlag. Der gerichtliche Weg sei auch keine Lösung. „Wir würden vielleicht Recht bekommen, wären danach aber Pleite.“ Bis zum Jahresende, so schätzt die Bäuerin, könnten sie mit allem Ersparten noch aushalten. Langsam jedoch verliert sie den Mut. Bei vielen Gesprächen hat sie das Gefühl, „das interessiert doch niemanden.“

Die zuständige Dezernentin beim Landkreis Göttingen, Christel Wemheuer, sieht es anders. Alle Beteiligten hätten sich bewegt, alle seien an einer Lösungen des Problems interessiert. Das bestätigt auch Günter Hartkens von der niedersächsichen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Goslar. Geänderte Zufahrten an Bundesstraßen brauchen eine behördliche Erlaubnis. Er kann sich für die Hacketal-Mühle eine Abbiegehilfe vorstellen, die die Nutzer circa 50 000 Euro kostet. Hier könne eine Ratenzahlung eine Lösung sein.

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Das ist bitter. Eine Familie gibt den elterlichen Hof in Süddeutschland auf, um in Niedersachsen ein neues Leben zu beginnen.

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