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Filialnetz der Banken in Südniedersachsen lichtet sich

Wirtschaft Filialnetz der Banken in Südniedersachsen lichtet sich

Der Weg zur nächsten Bankfiliale wird immer weiter. Ein Grund ist der Bevölkerungsschwund im ländlichen Raum. Aufgrund rückläufiger Kundenzahlen rechnen sich Filialen und selbst Bankautomaten nicht mehr. Gleichzeitig fragen Kunden verstärkt Onlineangebote nach – in Südniedersachsen rund die Hälfte.

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Der Weg zur Bankfiliale und dem Automaten wird aufgrund der Online-Angebote länger. Das SB-Terminal an der Feilenfabrik Duderstadt ist am stärksten frequentierte der Volksbank Mitte.

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. Betrieb die Volksbank Mitte 2014 noch 35 Filialen, so sind es heute 20. Bis zu zehn Kilometer müssen Kunden mittlerweile fahren. Ihre durchschnittliche Zahl pro Filiale stieg von 2014 bis 2017 von 1900 auf 3300 Bürger, wobei es im Einzelfall bis zu 10.000 Personen sein können. Zum Vergleich: Bei der Commerzbank kommen im Schnitt 9000 Kunden auf eine Filiale, sagt der Göttinger Niederlassungsleiter, Bernd Korte. 25 Filialen betrieb die Volksbank Kassel Göttingen im Jahr 2000. 2014 waren es 18. Heute sind es 17.

34 Filialen hatte die Sparkasse Göttingen im Jahr 2000. 2014 waren es 30. Heute sind es 28. Mitarbeiter Daniel Ernst betont jedoch, dass sein Institut nicht einfach nur Filialen geschlossen habe. Oft seien nahe beieinander liegende Geschäftsstellen an einem neuen Standort zusammengeführt worden, so etwa in Grone. Außerdem betreibe die Sparkasse 24 Selbstbedienungsstandorte. Automaten würden zum Teil stärker genutzt als Filialen, berichtet Florian Hartleib von der Volksbank Mitte. So stehe etwa ihr am häufigsten frequentierter Geldautomat im Duderstädter Einkaufszentrum Feilenfabrik.

Als wichtigen Grund für den Abbau von Geschäftsstellen und Bankautomaten nennen die Institute den demografischen Wandel. Im ländlichen Raum sinkt die Zahl der Menschen. Es werden weniger Kinder geboren. Junge Menschen ziehen auf der Suche nach Arbeit fort. Damit brechen die Kundenzahlen ein. So hat etwa die VR-Bank in Südniedersachsen den Abbau ihres Geldautomaten in Scheden begründet.

Indirekt wirkt sich auch die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase aus, berichtet Hartleib von der Volksbank Mitte. Damit sei eine der Haupteinnahmequelle für regionale Banken, nämlich das Zinsergebnis, auf Dauer eingebrochen. Der Druck zu Einsparungen steige.

Die Institute müssen sich zudem gegenüber neuen Wettbewerbern behaupten, die mit digitalen Finanzdienstleistungen auf den Markt drängen. So bietet etwa die Firma N28 Menschen, die kein Bedürfnis nach einer stationären Filiale oder persönlicher Beratung haben, reine Smartphone-Girokonten an.

Onlineangebote fragen auch die Kunden der regionalen Banken verstärkt nach. Hackenberg von der Volksbank Kassel Göttingen berichtet, dass mittlerweile 45 Prozent der Kunden standardisierte Bankgeschäfte wie Umsatzabfragen, Überweisungen oder das Einrichten und Ändern von Daueraufträgen online tätigten. Ihre Bank habe den Onlinekanal seit 2008 ausgebaut. Nun gebe es elektronische Postfächer. Serviceanliegen ließen sich online bearbeiten, Informationen etwa über Bausparen beschaffen oder Wertpapiere ordern. Bei der Sparkasse Göttingen nutzen heute 50 Prozent der Privatkunden und mehr als 60 Prozent der Firmenkunden die Online-Angebote. Im Kommen sind insbesondere Smartphone-Apps für das mobile Banking.

Die Verlierer dieser Entwicklung sind Menschen, die im ländlichen Raum leben, keinen Bezug zu moderner Technik haben oder unter schlechten Internetverbindungen leiden. Für diese Menschen setzt die Volksbank Kassel Göttingen in ihrem Göttinger Bereich seit Jahren einen Bankbus ein, der heute 18 Haltepunkte anfährt. Viele Banken verfügen zudem über eine Telefonfiliale. Bei der Volksbank Kassel Göttingen können Kunden dort werktags von 8 bis 20 Uhr anrufen.

Von Michael Caspar

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