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Regional Filialnetz und Bausparkassen unter Druck
Nachrichten Wirtschaft Regional Filialnetz und Bausparkassen unter Druck
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00:31 17.03.2018
Demografischer Wandel und verändertes Nutzerverhalten lassen das Filialnetz der Sparkassen dünner werden. Quelle: dpa
Göttingen

Es ist die Nähe zum Kunden, die ein Alleinstellungsmerkmal der regionalen Finanz-Institute mit ihrem Filialnetz ist. Durch den demografischen Wandel werden die Kunden aber besonders im ländlichen Raum immer weniger. Druck übt die Demografie auch auf das Standbein Bausparkassen aus.

 Die Demografie-Berichte sind sich einig: Die Bevölkerung in Südniedersachsen wird älter und weniger. Es ist dementsprechend leicht zu schlussfolgern, dass künftig immer weniger Menschen die Geschäftsstellen vor Ort aufsuchen werden. Zudem verändere sich vor allem bei jüngeren Kunden das Nutzungsverhalten.

Rückbau des Filialnetzes

Der Rückbau des Filialnetzes der regionalen Geldhäuser hat längst begonnen. Deutschlandweit sind in der vergangenen Dekade fast 25 Prozent der Geschäftsstellen geschlossen worden. In der Region schließen zum 16. März beispielsweise gleich fünf Geschäftsstellen der Sparkasse Duderstadt. Am 11. November vergangenen Jahres waren bereits die Filialen Nesselröden und Ohmbergstraße in Duderstadt geschlossen worden. Zum 16. März folgen nun die Filialen in Gerblingerode, Hilkerode, Obernfeld, Seeburg und Seulingen.

 Die nur wenige Stunden in der Woche geöffneten Zweigstellen würden teilweise von drei Kunden genutzt, hatte Sparkassendirektor Markus Teichert Ende vergangenen Jahres die Schließung begründet. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei bei der geringen Nachfrage nicht möglich. Dies sind Sorgen, die die Duderstädter nicht alleine haben. Die Experten sind sich einig, dass die wirtschaftliche Notwendigkeit, Geschäftsstellen zu schließen, noch zunehmen wird.

Bausparverträgen in Deutschland stark rückläufig

 Mit dem demografischen Wandel gerät auch das Geschäftsmodell der Bausparkassen unter Zugzwang. Wenn die jungen Menschen immer weniger werden, sinkt auch die potenzielle Zahl der künftigen „Häuslebauer“. So ist die Anzahl an Bausparverträgen in Deutschland stark rückläufig. Aktuelle Statistiken weisen für 2017 knapp 28 Millionen Verträge aus, knapp 2,2 Millionen weniger als 2014 und drei Millionen als 2007.

 Unter Druck gerät das Geschäftsmodell zusätzlich durch die Niedrigzinsphase. So titelte beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung „Die Bausparkassen kämpfen ums Überleben“. Dabei garantieren Bausparverträge laut der Studie „Wirkungsanalyse Bausparen“ den Anlegern nach wie vor viele Vorteile. Die Experten des Instituts Empirica schlussfolgern, dass Bausparen die eigene Ungeduld zügele und somit nachhaltig Vermögensbildung betrieben werde. Bausparen führe öfter und früher als bei Nicht-Bausparern ins Wohneigentum. Die schiere Masse der größeren Sparanstrengung verbessere zudem oftmals die Altersvorsorge.

Von Mark Bambey

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