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Fruchtsafthersteller wehrt sich

"Foodwatch" kritisiert "Beckers Bester" Fruchtsafthersteller wehrt sich

Verbraucherschützer gehen Saft-Herstellern an den Kragen: Foodwatch fordert eine klare Kennzeichnung von Saft- und Mischgetränken. Auch das Lütgenroder Familienunternehmen Beckers Bester gerät dabei in die Kritik. Inhaber Sebastian Koeppel wehrt sich.

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Quelle: bm

Lütgenrode.  Verbraucherschützer gehen Saft-Herstellern an den Kragen: Foodwatch fordert eine klare Kennzeichnung von Saft- und Mischgetränken. Auch das Lütgenroder Familienunternehmen Beckers Bester gerät dabei in die Kritik. Inhaber Sebastian Koeppel wehrt sich.

Wer einen Fruchtsaft kaufen will, hat im Supermarkt die Qual der Wahl. Eine Verpackung schöner als die andere, aber steht wirklich drauf, was drin ist? Vielen Verbrauchern ist es wichtig, genau zu wissen, was sie konsumieren. Aus diesem Grund hat sich der Verbraucherschutzverein Foodwatch Ende Juli Säfte in Filialen dreier Handelsketten sowie einem Bio-Supermarkt vorgeknöpft. Dabei gerieten ihm Produkte von insgesamt sechs Herstellern ins Visier, weil diese auf der Vorderseite keinerlei Hinweise auf den Fruchtgehalt und die Getränkeart trugen. Gerade diese Angaben seien laut Foodwatch jedoch wichtig für Kunden, um diese beim Kauf nicht unnötig zu verwirren. „Beckers Bester, Rauch, Albi & Co. machen uns Verbrauchern den Einkauf unnötig kompliziert. Es ist ärgerlich, wenn man am Saftregal den Zutaten-Detektiv spielen muß“, sagt Sophie Unger von Foodwatch, denn zwischen den Getränkearten gibt es vor allem in Bezug auf den Fruchtgehalt große Qualitätsunterschiede.

Ein „echter Saft“ muss aus 100 Prozent Frucht bestehen, während ein Nektar je nach Sorte zwischen 50 und 75 Prozent mit Wasser und Zucker verdünnt wird, und somit ein fruchteigenes Aroma enthalten kann. Aromatisierte Getränke mit geringem Fruchtanteil zwischen sechs und 30 Prozent müssen somit als „Fruchtsaftgetränk“ ausgezeichnet werden. Fazit des Marktchecks der Verbraucherorganisation: „Viele Safthersteller vermarkten ihre Getränke als Fruchtsäfte, obwohl sie keine echten Säfte sind.“

Foodwatch beschuldigt unter anderem das Lütgenroder Familienunternehmen und Saft-Hersteller Beckers Bester, auf den Verpackungen seiner Produkte diese Unterschiede nicht zu kennzeichnen und dabei den Verbraucher bewusst in die Irre zu führen. Foodwatch spricht von einer „großen Saft-Lüge“.

Das löst bei Beckers Bester in Lütgenrode ein mittleres Erdbeben aus. „Seit zwei Wochen beschäftigen wir uns mit nichts anderem mehr“, sagt Sebastian Koeppel, Geschäftsführer und Inhaber von Beckers Bester. Es mache ihn rasend, dass der Verbraucherschutzverein Beckers Bester unterstellt habe, nicht ehrlich zu sein. „Beckers Bester würde nie Nektar als Saft verkaufen. Wir hatten nie Betrugsabsichten, und haben den Fruchtgehalt sowie die Getränkeart direkt auf der Rückseite, größer als den restlichen Text gedruckt. Damit agieren wir vollkommen rechtens, das hat auch Foodwatch bestätigt“, betont Koeppel.

Vor einem halben Jahr habe Beckers Bester den Fruchtgehalt und die Getränkeart noch auf die Vorderseite seiner Produkte gedruckt, wie jetzt von Foodwatch gefordert. Man habe sich dann aber für ein neues Design und damit für die Rückseite entschieden. „Wir haben uns auf dem Frontetikett auf die aus unserer Sicht für den Kunden wichtigsten Punkte konzentriert. Das ist natürlich Geschmackssache. Unsere Verpackungen müssen sich im Regal durchsetzen, weil wir keinerlei Werbung im TV oder online schalten. Wir haben vorher Marktforschung betrieben und dachten, diese Neuerung wäre kein Problem, da unsere Kunden unsere Qualität kennen. Was ist denn so schlimm daran, eine Flasche, die man kaufen will kurz in die Hand zu nehmen und zu drehen? Da ist alles übersichtlich an einer Stelle zu finden.“

Koeppel räumt ein, dass Beckers Bester es vielleicht unterschätzt habe, was der Käufer vorne auf der Verpackung an Informationen haben möchte. Dafür, was den Kunden an Informationen auf dem Frontetikett interessiert, gibt es jedoch keinerlei Marktforschung seitens Foodwatch. Für eine solche Diskussion und Kritik sei der Familienvater deshalb durchaus offen, wenn Foodwatch dem Unternehmen ihm keine Täuschung unterstellt hätte. Foodwatch habe im Vorfeld keinerlei Kontakt zu Beckers Bester gesucht. Koeppel ist deshalb davon überzeugt, dass die Organisation einen Medienskandal gewollt habe. Er werfe Foodwatch vor allem vor, „als Angeklagter“ nie zu Wort gekommen zu sein.

 Foodwatch startete nun vor etwa einer Woche eine E-Mail-Petition und forderte die Hersteller auf, ihre Getränke verständlicher zu etikettieren. Mittlerweile wird die Aktion von mehr als 17000 Menschen unterstützt, woraufhin der Safthersteller Voelkel ankündigte, „so schnell wie möglich die Etiketten umzugestalten“. Die Unternehmen Beckers Bester, Rauch, Albi, Lausitzer und Solevita (Lidl) haben bisher keine Veränderungen an ihren Verpackungen vorgenommen.

 Jedoch erklärte Lidl gegenüber Foodwatch, die Kennzeichnung seiner Eigenmarke zu überprüfen und „gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten. Auch Beckers Bester zeigt sich offen für eine konstruktive Diskussion. Das Unternehmen ruft seine Kunden nun dazu auf, an einer Abstimmung auf seiner eigenen Internetseite und auf Facebook teilzunehmen, ob es die Etiketten überarbeiten soll. „Leider wird Foodwatch im Falle einer Überarbeitung unserer Etiketten eine Bestätigung ihrer Vorgehensweise sehen und dies auch wieder medial nutzen. Wir werden uns trotzdem mit der Thematik beschäftigen“, sagt Koeppel. Bei einer sachlichen Kritik hätte Beckers Bester seine Verpackungen freiwillig gerändert. So aber sei der Saft-Hersteller dazu gezwungen, auf die Forderung von Foodwatch einzugehen. „Wenn wir es nicht tun, gibt es weitere Kritik von Foodwatch“, meint Koeppel. „Und warum sollten Leute, die unsere Produkte oder Saft überhaupt nicht trinken, über Veränderungen bestimmen?“

In den vergangenen Tagen erhielt Beckers Bester täglich eine Mail von foodwatch, mit Informationen zu den Leuten, die ihre Petition unterzeichnet hatten. Darunter seien laut Koeppel sehr viele Menschen, die keine Säfte kaufen würden. Trotzdem habe der Koeppel  ihnen eine Mail geschickt, in denen er zu den Vorwürfen von Foodwatch Stellung nimmt. Bei der angekündigten Facebook-Umfrage soll deshalb gleich zu Beginn gefragt werden, ob die abstimmende Person Safttrinker ist.

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Von Redakteur Bernard Marks

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