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Regional Forum für Personal- und Organisationsentwicklung gestartet
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00:34 15.04.2018
Florian Schröder (l.) und Frithjof Look berichteten beim Auftakt des AGV-Forums Personal- und Organisationsentwicklung. Quelle: Michael Caspar
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Göttingen

Auftakt geglückt: Florian Schröder, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, sowie Frithjof Look, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, am Donnerstag haben beim ersten Forum für Personal- und Organisationsentwicklung des Arbeitgeberverband Mitte über den Umbau der Einbecker Stadtverwaltung zu einem modernen Dienstleistungszentrum berichtet.

Lange, dunkle Gänge in einem ehemaligen Kasernengebäude, Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter einschüchterten, keine klar geregelten Verantwortlichkeiten, schlechte Kommunikation: Schröder zeichnete kein schmeichelhaftes Bild von der Stadtverwaltung, die er bei seinem Dienstantritt 2013 vorfand. In Absprache mit seiner Chefin habe er mit dem Umbau begonnen.

Veränderungen machen vielen Angst

Keine leichte Aufgabe sei das im öffentlichen Dienst, versicherte er den 40 Unternehmern und leitenden Angestellten in Bremers Weinkellerei am Wall. Von Anfang an habe er den Personalrat voll eingebunden, alle seine Maßnahmen genau erklärt, berichtete er auf Nachfrage. Widerstand komme aus den Reihen der 360 Mitarbeiter. Viele seien seit Jahrzehnten in der Verwaltung tätig, oft die ganze Zeit an einem Arbeitsplatz. Jede Veränderungen mache ihnen Angst.

Sozialraum liegt im Keller

Hinzu komme, so Schröder, dass die Angestellten von Vorgesetzten nicht unbedingt Gutes erwarteten. Ein Beispiel für diese Haltung brachte Look. Der Sozialraum befinde sich auf ausdrücklichen Wunsch der Kollegen im Keller. Einen hellen, freundlichen Raum zu ebener Erde hätten sie abgelehnt. Der Grund: Dieser Raum liege zu nahe am Büro des Personalchefs. Die Mitarbeiter fürchteten kritische Blicke oder gar Rügen.

Organisation der Verwaltung wurde gestrafft

„Wir haben die Organisation gestrafft, indem wir die Zahl der Fachbereiche von fünf auch drei verringert haben“, führte Schröder aus. Gleichzeitig sei eine neue Entscheidungsebene, die der Sachgebietsleiter, eingeführt worden. Das entlaste die Fachbereichsleiter, die sich nun auf wesentliche Fragen konzentrieren könnten. Heute gebe es klare Verantwortlichkeiten, betonte Look. Manche Mitarbeiter hätten sich damit anfangs schwer getan. Ihre Befürchtung: Ein Fehler koste sie den Kopf. Er nehme die Ängstlichen an der Hand, ermutige sie, schicke sie auf Lehrgänge, nehme sich Zeit für Fragen.

Verbesserte Kommunikation

Ein anderes großes Thema sei die verbesserte Kommunikation im Rathaus, führte der Allgemeine Vertreter aus. Vorgesetzte müssten nun mit Mitarbeitern Jahresgespräche führen. Auch das mache manchen Angst. Sie fühlten sich überwacht und gegängelt. Viel Erklärungsarbeit sei notwendig. Auch die Kommunikation mit den Bürgern sei auf den Prüfstand gestellt worden, betonte Look. Seine Mitarbeiter müssten den Einbeckern Entscheidungsprozesse transparent machen, ihnen deren Dauer nachvollziehbar erklären und dürften keine unverständlichen Bescheide mehr verschicken.

Wirtschaftsberatungsgesellschaft

Vergleichbare Probleme träten regelmäßig bei Umstrukturierungen auf, erklärte Susanne Weinreich von der Wirtschaftsberatungsgesellschaft des Arbeitgeberverbands. Deshalb habe sie die neue Veranstaltungsreihe Forum Personal- und Organisationsentwicklung ins Leben gerufen, bei deren Auftaktveranstaltung Schröder und Look sprachen.

Von Michael Caspar

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