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Regional Fraunhofer Venture kooperiert mit Sartorius und der Universität Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Fraunhofer Venture kooperiert mit Sartorius und der Universität Göttingen
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20:54 06.12.2018
Sieben Teams präsentierten bei den Life Science FDays in der Alten Mensa ihre Geschäftsmodelle. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Erstmals habe Fraunhofer Venture, die Gründungsförderung der Fraunhofer-Gesellschaft, eine solche Veranstaltung mit dem Schwerpunkt auf Lebenswissenschaften in Deutschland durchgeführt, berichtete Teammitglied Thorsten Lambertus. Zwölf Wochen lang hätten junge Forscher unterstützt von Business Coaches, Life-Science-Experten und Unternehmern ihre Ideen in einem sogenannten Acceleratorprogramm auf Markttauglichkeit geprüft und Geschäftsmodelle durchgespielt.

Kooperationspartner, so Lambertus, seien der Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius und die Universität Göttingen. Ausgründungen hätten in der Geschichte der Universität immer schon eine Rolle gespielt, erklärte Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel. Sartorius sei eine der bekanntesten Firmen. Als Beispiele aus neuerer Zeit nannte sie unter anderem Angiolutions, Miprolab und Abberior, ein Unternehmen aus dem Umkreis des Göttinger Nobelpreisträgers Stefan Hell.

Life Science Factory von Sartorius

Sartorius habe kürzlich eine Life Science Factory gegründet, um Forschungsideen in Anwendung zu bringen, erklärte Factory-Geschäftsführer Sven Wagner. Sara Nußbeck präsentierte die Göttinger Vermittlungsplattform Biobanking Partnerships, die Pharmafirmen und Medizinproduktehersteller hochwertige Biomaterialien und medizinische Daten schnell zur Verfügung stellen will. Die Industrie habe bisher keine zentrale Anlaufstelle. Entsprechend schwierig gestalte sich für sie die Suche, so Nußbeck.

Substanzen, die sich möglicherweise zur Behandlung von Herzkrankheiten eignen, will die 2012 in Göttingen gegründete Firma Myriamed mithilfe von künstlichen Herzgeweben auf ihre Wirksamkeit testen. Das würde der Pharmaindustrie viel Geld sparen, da ungeeignete Kandidaten frühzeitig ausgesiebt werden könnten, führte Eriona Heta aus.

ConnRad, ein Computersystem auf der Basis Künstlicher Intelligenz für Radiologen, entwickelt das Team von Markus Wenzel. Das System könne zum Beispiel Bilder begutachten und nach Dringlichkeitsstufen einteilen, sagte Wenzel. Es stelle so sicher, dass Notfall-Patienten zuerst behandelt würden.

Ein Mikroskop mit automatisierter Anbindung an Laborstandards setzt Fluorodrop ein, um in hochverdünnten Lösungen Moleküle zu untersuchen, führte Lorenz Sparrenberg aus. Ihr Verfahren sei einfacher und schneller als die am Markt bisher verwendeten Techniken. Fluorodrop helfe bei der Bestimmung genetischer Codes und ermögliche eine zielgerichtete Therapie.

Mit der 3D-Navigation von Kathetern in menschlichen Gefäßen befasst sich das Team IntelliCath, berichtete Jan Strehlow. So ließe sich die Strahlenbelastung und die Gabe von Kontrastmitteln verringern. Das vermeide Komplikationen. Der Chirurg könne sich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren.

An sogenannten Photo-CHO-Zelllinien, die in Bioreaktoren unter Einfall von Licht schneller und effizienter als bisher schwer herstellbare Proteine produzieren, forschen Lena Thoring und Felix Jorde. So ließe sich das Problem lösen, dass pharmazeutische Proteine teilweise negative Einflüsse für die Produktionszelle selbst hätten. Die Behandlung einer gekrümmten Wirbelsäule wollen Sara Perfetto und Daria Manushyna mit einem Korsett aus neuartigen Materialien angenehm gestalten.

Von Michael Caspar

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