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Regional Kurswechsel bei Rentenpolitik gefordert
Nachrichten Wirtschaft Regional Kurswechsel bei Rentenpolitik gefordert
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00:20 08.09.2017
Mit dem Rentenaktionstag „Mehr Rente – mehr Zukunft“ fordern die IG Metall und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Quelle: dpa
Göttingen

„Wenn die Politik sagt: ,Alles ist gut’, dann ignoriert sie die Wirklichkeit“, sagt der Göttinger DGB-Regionsgeschäftsführer Lothar Hanisch. Die gesetzliche Rente ende immer häufiger in Altersarmut. Zahlen der Deutschen Rentenversicherung belegten dies. Nach den von Hanisch zu Grunde gelegten Zahlen lag die durchschnittliche Brutto-Altersrente zum Ende 2015 für 14,5 Millionen Menschen bei 787 Euro (bei Männern im Schnitt 1040 Euro, bei Frauen 580 Euro). Als Armutsgrenze in Deutschland nimmt der DGB 979 Euro für eine alleinstehende Person an.

Regierungsziel: „Möglichst niedrige Rentenbeiträge“

Vier Gründe sehen die Gewerkschaften für Altersarmut: So sei seit 2000 die Stabilität des Rentenbeitragssatzes Regierungsziel und nicht die Sicherung des Lebenstandards. So stünden nicht mehr „auskömmliche“ Renten im Blick, sondern „möglichst niedrige Rentenbeiträge“, so der Gewerkschaftsvorwurf. Zudem seien die Rentenanpassungen immer stärker von der Einkommensentwicklung abgekoppelt worden. Zwar seien Löhne zwischen 2005 und 2016 um 25 Prozent gestiegen, Renten aber nur um 14 Prozent. Hinzukämen die nachgelagerte Besteuerung der Renten und die Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre.

Altersarmut sei für viele schon jetzt schmerzliche Wirklichkeit, wenn sie in Teilzeit und unter schlechter Entlohnung gearbeitet haben, sagt Hanisch. Das beträfe ganz besonders Frauen und Solo-Selbstständige. „Wer ein langes Arbeitsleben hinter sich hat, darf im Alter nicht arm und auf staatliche Hilfe angewiesen sein“, sagt Hanisch. „Die Rente muss für ein Leben in Würde reichen.“ Wer heute weniger als 2400 Euro brutto im Monat verdiene, lebe im Alter in Armut, beziehe später eine Rente unter der Armutsgrenze von 979 Euro.

Stärkung von Betriebsrenten

Zwei Forderungen haben die Gewerkschaften: Das gesetzliche Rentenniveau müsse stabilisiert und angehoben werden und „kleine Renten“ müssten „deutlich“ aufgewertet, damit Rentner „auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten“. Das Rentenniveau müsse auf dem heutigen Stand von 48 Prozent des Durchschnittseinkommen bleiben. In einem weiteren Schritt soll das Niveau auf 50 Prozent angehoben werden. Zudem müsse die Betriebsrente gestärkt werden.

2016 gab es nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung in Deutschland knapp 21 Millionen Rentner, knapp 54 Millionen Bürger zahlten in die Kasse ein. 283 Milliarden Euro Ausgaben der allgemeinen Rentenversicherung standen Einnahmen von 280 Millionen Euro gegenüber.

Demo zum Bahnhofsvorplatz mit 600 Teilnehmern

Der Rentenaktionstag von DGB und IG Metall beginnt am Sonnabend, 9. September, um 11 Uhr auf dem Göttinger Schützenplatz. Nach einer Demonstration über Hildebrandstraße, Maschmühlenweg, Güterbahnhofstraße, Weender Landstraße und Berliner Straße beginnt um 11.45 Uhr eine Kundgebung. Als Hauptredner erwarten die Veranstalter IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban aus Frankfurt. Hanisch rechnet mit 500 bis 600 Teilnehmern. Die IG Metall bietet dazu Busanreisen aus dem gesamten Regionsgebiet an. Anmeldungen werden über E-Mail an snh@igmetall.de und goettingen@dgb.de entgegengenommen.

Von Michael Brakemeier

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