Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Gleitzeit, Sabbaticals und Homeoffice

Werben um Mitarbeiter Gleitzeit, Sabbaticals und Homeoffice

Mit flexiblen Arbeitszeiten werben Unternehmen um knappe Fachkräfte. Das Tageblatt fragte Firmen in Südniedersachsen nach ihrem Angebot an Gleitzeit, dem Wechsel zwischen Voll- und Teilzeit, Sabbaticals und Homeoffice, aber auch, wie diese Angebote angenommen werden.

Voriger Artikel
Sycor weiter auf Wachstumskurs
Nächster Artikel
Marketingclub bestätigt Vorstand

Homeoffice: Die Möglichkeit, von Zu Hause zu arbeiten, wird in einigen Unternehmen immer beliebter.

Quelle: Getty Images/iStockphoto

Göttingen. Der Kampf um Arbeitskräfte wird zunehmend heftiger. Handwerksbetriebe werben teilweise mit erstaunlichen Extras um Fachkräfte. Das Tageblatt hat sich bei Firmen in Südniedersachsen umgehört, welche Bonbons sie zum Zweck der Mitarbeiterfindung und -bindung anbieten.

„Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird für Arbeitnehmer wichtiger“, beobachtet Carsten Hochwald, der bei der Duderstädter Otto Bock Health Care GmbH mit Personalkonzepten befasst ist. „Wir reagieren auf den Wertewandel bei jungen Mitarbeitern“, betont Heike Hinze, die bei der Göttinger Zufall-Logistik-Gruppe Zentralleiterin für Personalentwicklung ist. Und Claudia Bölter aus der Personalabteilung der Einbecker KWS Saat AG sagt: „Wir kommen den Arbeitszeitwünschen von Beschäftigten entgegen. Wer sich wertgeschätzt fühlt, bringt gute Leistungen.“

Gleitzeit

In vielen Unternehmen gibt es seit langem Gleitzeit, bei der Mitarbeiter in Absprache mit ihrem Vorgesetzten selbst bestimmen, wann sie kommen und gehen. „Bei Mahr können 650 von 800 Mitarbeitern die Gleitzeit zwischen 6 und 18 Uhr nutzen“, sagt Personalreferentin Sabine Schlüer. Darunter seien auch Kollegen aus der Fertigung, die Einzelstücke oder kleine Serien herstellten. Nicht gelte würde die Regelung dagegen für die 150 Beschäftigten, die maschinell Teile fertigten.

Verbreitet ist zudem das Arbeiten in Teilzeit. Bei der Zufall-Gruppe sind es 31 Prozent der Beschäftigten, bei Sartorius in Göttingen acht Prozent, bei Mahr sechs Prozent. Sie arbeiten wöchentlich nur an drei oder vier Werktagen oder am Tag nur fünf Stunden. Auch bei der Teilzeit sind Kollegen in der Produktion benachteiligt. „Bei der KWS können Mitarbeiter ihre Arbeitszeit verringern, um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu betreuen“, sagt Bölter. Die KWS biete aber auch die Übernahme von Betreuungskosten an, die während der Arbeitszeit für Kinder bis zur dritten Klasse und für Pflegebedürftige anfielen.

Teilzeit

„Jeweils 20 bis 30 von 2700 Göttinger Sartorius-Mitarbeitern wechseln jährlich von einer Vollzeit- auf eine Teilzeitstelle oder andersherum“, berichtet Pressesprecher Timo Lindemann. Nicht immer sei das im bisherigen Arbeitsbereich möglich. KWS-Personalerin Bölter sagt: „Bei knapp 1500 Mitarbeitern in Einbeck werden regelmäßig Stellen frei, auf die sich Kollegen, die wieder Vollzeit arbeiten wollen, intern bewerben können.“

Nur vereinzelt nachgefragt werden bei den befragten Unternehmen längere Sonderurlaube, sogenannte Sabbaticals. „Bei Sartorius gab es zwischen 2012 und 2018 gerade einmal 19 Fälle“, berichtet Lindemann. „Die Nachfrage nach Sabbaticals ist bei der KWS gering, aber steigend“, sagt Bölter. Ein Kollege habe vor der Einschulung seines Kindes einen viermonatigen Segeltörn gemacht. „Bei Mahr lassen sich immer mal wieder Kollegen für eine Vollzeitausbildung, etwa zum staatlich geprüften Techniker, freistellen“, berichtet Schlüer.

Homeoffice

Wachsender Beliebtheit erfreut sich die Arbeit zuhause. „Bei Sartorius hat sich die Zahl der im Homeoffice tätigen Mitarbeiter in den vergangenen fünf Jahren auf 330 Kollegen verfünffacht“, berichtet Pressesprecher Lindemann. Die tatsächliche Zahl liege sogar noch höher, da das Homeoffice nur bei den nach Tarif bezahlten Mitarbeiter erfasst werde. Gute und stabile Internetverbindungen machten diese Entwicklung möglich. „Bei uns gibt es in diesem Bereich viele Einzelfall-Regelungen“, sagt Zufall-Personalentwicklerin Hinze. Weil die Erfahrungen gut seien, erstelle das Logistikunternehmen zur Zeit eine gruppenweite Regelung. Zu klären seien unter anderem Fragen zum Datenschutz oder zu Kernanwesenheiten.

„Bei Mahr verbringen nur die bundesweit bei Kunden tätigen Außendienst-Mitarbeiter, Servicetechniker und Vertriebsingenieure, einen Tag in der Woche im Homeoffice“, berichtet Personalreferentin Schlüer. Diese Kollegen kämen nur für Schulungen nach Göttingen.

„Ich erledige meine Arbeit ein-, zweimal in der Woche von meinem Büro zuhause in Hannover aus“, verrät Bölter von der KWS. Von dort aus führe sie zudem abendliche Skype-Telefonate mit KWS-Mitarbeitern in den USA, die sechs Stunden hinter der Zeit in Deutschland zurück seien. Einige ihrer Kollegen lehnten ein Homeoffice allerdings ab, weil sie Beruf und Privatleben klar trennen wollten.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
DAX
Chart
DAX 12.490,00 +0,31%
TecDAX 2.575,50 -0,10%
EUR/USD 1,2421 +0,04%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 87,92 +1,97%
Henkel VZ 108,35 +1,88%
FRESENIUS... 63,94 +1,43%
LUFTHANSA 26,67 -0,67%
MÜNCH. RÜCK 182,10 -0,30%
DT. BANK 12,93 +0,17%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 241,27%
Commodity Capital AF 208,08%
UBS (Lux) Equity F AF 91,29%
SQUAD CAPITAL SQUA AF 86,29%
SEB SICAV 2 SEB Ea AF 85,84%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt
Sommerfest der Südniedersächsischen Wirtschaft