Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional „Er hat die Firma groß gemacht“
Nachrichten Wirtschaft Regional „Er hat die Firma groß gemacht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:18 05.04.2017
Blick in die Produktion der Firma Cohn im Industriegebiet Grone, unten Senior-Chef Roland Funke Quelle: r
Anzeige
Göttingen

Bekannt geworden ist die Firma Cohn für ihre speziellen Federn. Ob doppelseitige Schenkelfedern, Blattfedern oder konische Feder, noch heute werden solche überweigend in der Industrie verwendete Federn in dem Betrieb im Industriegebiet Grone hergestellt.

„Vieles daran ist noch reine Handarbeit“, erzählt Dirk Overkamp. Der 51-jährige ist sei 1990 im Betrieb tätig und seit 2005 Geschäftsführender Gesellschafter Cohn Spiralfedern + Gerätebau GmbH. 1946 siedelte sich der Betrieb in Göttingen an. Im Jahr 1957 wird Roland Funke als Federmacher Lehrling  eingestellt.

Nach erfolgreicher Lehre legte  Funke 1973 erfolgreich die Prüfung zum Feinmechanikermeister ab. Im Jahr 1986 kaufte er schliesslich den Betrieb. Anfang April ist der 74-jährige Vollblutunternehmer seit 60 Jahren im Betrieb. „Das schaffen nicht viele Menschen“, sagt Overkamp.

Von der Lehre als Federmacher habe sich Funke als langfristig erfolgreicher Geschäftsmann bewiesen. „Er hat die Firma groß gemacht“, erzählt Overkamp weiter. Cohn habe sich heute zu einem Vorzeigebetrieb entwickelt. Vor allem das Finanzielle hatte Funke nach „alter deutscher Unternehmerschule“ immer fest im Griff. „Man kann schliesslich kein Geld ausgeben, was man nicht hat“, sagte er immer besonnen. Die Konkurrenz ist längst nicht mehr vor Ort. „Damals sind Firmen wie Bode Feinmechanik und Geppner Feinmechanik entstanden. Beide Firmen gibt es nicht mehr, beide insolvent“, erzählt Overkamp.

Dass es Cohn heute noch gibt, sei ein Verdienst des Senior-Chefs, der stets mit Umsicht und viel Verhandlungsgeschick das Tagesgeschäft gemanaged hat. Zudem stellte er sukzessive die Produktion um. Mit Federn macht Cohn heute nur noch ein Prozent des Jahresumsatzes.

Das Hauptgeschäft ist heute das CNC-Drehen und Fräsen von Spezialteilen. „Unsere Kunden stammen aus den Bereichen Durchflussmesstechnik, Laserindustrie, Dentallabore, Wägetechnik, Optikindustrie, Garnierungsmaschinenbau und Medizintechnik“, erzählt Overkamp. Rund 90 Prozent der Kunden sind in der Region zu finden. Vor allem sind dies Firmen wie ABB, Sartorius, Zeiss oder Coherent.

Overkamp wird nun langsam mit Sohn Andreas Funke die Nachfolge antreten. Roland Funke wird zwar weiterhin im Betrieb tätig bleiben, aber nach und nach etwas kürzer treten. „Wir sind froh, dass wir den Senior-Chef noch haben“, sagt Overkamp. Denn seine Geduld und Ruhe in Entscheidungsprozessen sind auch heute noch in bestimmten Situationen wertvoll. bm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige