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Regional Göttinger Arbeitgeber loben Auszubildenden-Preis aus
Nachrichten Wirtschaft Regional Göttinger Arbeitgeber loben Auszubildenden-Preis aus
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17:04 17.04.2019
Gesucht werden für den Preis „Leuchtturm 2019“ Auszubildende, die in Beruf und Freizeit Außergewöhnliches leisten: angehende Metallbauern beim Schweißen. Quelle: dpa
Göttingen

Der Arbeitgeberverband Mitte und der Verband der Metallindustriellen Niedersachsen Süd haben den Auszubildenden-Preis „Leuchtturm 2019“ ausgelobt. Er würdigt außergewöhnliche Leistungen.

„Wir wollen junge Menschen auszeichnen, die sich in ihren Unternehmen besonders einsetzen und teambildend wirken“, erläutert die AGV-Hauptgeschäftsführerin, Kerstin Weber. Sie suchten nach Azubi, die ihren Betrieb etwa an Tagen der offenen Tür oder bei Karrieremessen repräsentierten, die sich in der Firma durch gute Ideen und Vorschläge hervortäten und im Betrieb und in der Berufsschule Leistung zeigten. Außerdem fragten sie nach ehrenamtlichem Engagement in sozialen und kulturellen, sportlichen und kirchlichen Einrichtungen.

„Wie sehr sich junge Menschen heute in ihrer Freizeit für andere einsetzen, ist mir bei meiner Tätigkeit im Ausschuss für die Vergabe der Deutschlandstipendien an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim aufgefallen“, berichtet Weber. Das wolle sie bei Auszubildenden würdigen, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft hinter den Studierenden verschwänden. So habe sie im vergangenen Jahr den Preis beim AGV Mitte und bei der Bezirksgruppe Süd des Verbands der Metallindustriellen Niedersachsen initiiert. Jeweils drei Plätze gebe es, die mit 1000, 500 und 250 Euro dotiert seien.

50 Bewerbungen im ersten Durchlauf

„Wir haben im ersten Durchlauf 50 Bewerbungen erhalten“, sagt die Geschäftsführerin. Viele Firmen hätten sich gemeldet und gesagt, dass sie 2019 mitmachen wollten. Die Jury, der neben der Hauptgeschäftsführung noch zwei Juristen und eine Verwaltungsangestellte angehörten, seien beeindruckt von der Leitung gewesen, die die zum Teil gerade einmal 17- und 18-Jährigen so nebenher erbrächten. Manche würden Jugendgruppen ihres Sportvereins zu Punktspielen fahren oder das Küsteramt in ihrer Kirchengemeinde ausüben, andere die Kasse ihres Reitvereins verwalten oder Bikertage organisieren, deren Erlös für soziale Zwecke verwandt werden.

„Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenzen sind im Arbeitsalltag immer wichtiger, wo Teamfähigkeit an Bedeutung gewinnt“, betont Weber. Zum Teil ließen sich mit solchen Fertigkeiten Defizite etwa bei den schulischen Leitungen kompensieren. Das finde bei der jährlichen Prämierung der besten Auszubildenden durch die Industrie- und Handelskammer keine Berücksichtigung. So sei ihr Preis eine gute Ergänzung.

Schwierige Suche nach Auszubildenden

„Ausbildung ist ein großes Thema in den 860 Mitgliedsbetrieben des AGV und den 35 Betrieben des Verbands der Metallindustriellen“, erklärt Weber. Beim AGV seien sehr viele kleine Unternehmen organisiert. Die Bandbreite reiche vom Handwerksbetrieb mit vier Mitarbeitern bis zu großen Konzernen. Allen gemeinsam sei das Bekenntnis zur Ausbildung. Die Suche nach jungen Menschen werde aufgrund des demografischen Wandels bekanntlich schwerer.

„Heute ist es schon fast so weit, dass sich die Firmen bei potenziellen Auszubildenden bewerben“, sagt Weber. Die Zeiten, in denen ungeeignete Kandidaten aussortiert worden seien, gehörten der Vergangenheit an. Heute überlegten viele Firmen eher, wie sie jemanden, der nicht so gut passe, trotzdem integrieren könnten.

„Die öffentliche Aufmerksamkeit, die der Leuchtturm-Preis erregt, kommt auch den ausbildenden Betrieben zugute“, ist sich die Geschäftsführerin sicher. Teilnahmeberechtigt seien beim Wettbewerb junge Menschen, die sich zurzeit in einem Mitgliedsunternehmen der beiden Verbände in Ausbildung befinden. Auch Teams könnten antreten. Das jeweilige Unternehmen schlage die Teilnehmer bis Sonntag, 30. Juni, vor und begründe das schriftlich.

Die Gewinner des Vorjahrs

Im vergangenen Jahr haben 50 Mitgliedsbetriebe des Arbeitgeberverbandes Mitte und des Verbands der Metallindustriellen Südniedersachsen Vorschläge eingereicht. Beim AGV setzten sich der Industriekaufmann Tim Heinemann von der Nörten-Hardenberger Henke-Sass, Wolf Mikrooptik GmbH (1. Platz), Immobilenkauffrau Vivian Hildebrand von der Göttinger Volksheimstätte (2. Platz) sowie die Fachkraft für Schutz und Sicherheit Ole Schneemann von der Hardegser HKS Sicherheitsservice GmbH (3. Platz) durch.

Bei den Metallindustriellen gingen die Preise an Elektroniker Marc Kaczenski von der Novelis Deuschland GmbH in Göttingen (1. Platz), die Elektronikerin für Geräte und Systeme Diana Tadasse Gebru der Göttinger Mahr GmbH (2. Platz) und den Industriemechaniker Marvin Mittelbach von der Novelis Deutschland GmbH (3. Platz).

Von Michael Caspar

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