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Regional Umweltbildung mit Fahrradkino
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17:28 29.11.2016
Um die Dorfbevölkerung, größtenteils Analphabeten, für den Umweltschutz zu gewinnen, betreibt der Göttinger Verein Chances for Nature auf der Insel ein fahrradbetriebenes Kino. Quelle: R
Göttingen

Über Halbaffen, Lemuren, die nur auf der östlich von Afrika gelegenen Insel vorkommen, hat Biologe Matthias Markolf (35) seine Doktorarbeit geschrieben. Der damalige Mitarbeiter des Deutschen Primatenzentrums hielt sich über Jahre immer wieder längere Zeit auf der Insel auf, die anderthalb Mal so groß wie Deutschland ist. „Den Dorfbewohnern ist nicht klar, was für einen natürlichen Reichtum sie unwiederbringlich zerstören“, beobachtete der Wissenschaftler.

Da die Menschen nicht einmal über Radio und Fernsehen verfügen, kam er auf die Idee mit dem mobilen Kino. „Auf Indonesien wird das seit Jahren gemacht, um die Bevölkerung aufzuklären“, berichtet er. In Deutschland überzeugte er den 2011 gegründeten Verein Chances for Nature von seinem Projekt. Mit anderen drehte Markolf 2014 einen 45-minütigen Film in der Landessprache. Er erläutert das Problem der Umweltzerstörung und stellt Madagassen vor, die etwas dagegen tun.

So berichtet ein Handwerker, wie sich mit einem einfach zu bauenden Ofen der Verbrauch an Holz oder Holzkohle um die Hälfte verringern lässt. Markolf organisierte zwei Workshops, in denen 30 Ofenbauer ausgebildet wurden. Allerdings ist nicht jede Familie bereit, das Geld in einen Ofen zu investieren, auch wenn der sich nach einem Monat amortisiert hat.

Der Film zeigt zudem eine Anbautechnik für Reis, die höhere Erträge bringt und den Boden nicht so schnell auslaugt. „Dabei wird jedes Reiskorn einzeln in den Boden gesteckt, anstatt es mit der Hand zu verstreuen“, erläutert Markolf. Außerdem erfahren die Zuschauer, dass sich in der Zeit, in der die Reisfelder geflutet sind, im Wasser Karpfen halten lassen. Markolf hat sich mit seinem Projekt um den Innovationspreis des Landkreises Göttingen beworben.

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