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Göttinger Einzelhändler wollen die Stadt gemeinsam voranbringen

Mit BID „100-prozentige Solidarität“ Göttinger Einzelhändler wollen die Stadt gemeinsam voranbringen

Alle Jahre wieder gibt es Zoff um die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt. Diskussion um Kosten, Zuständigkeiten und Budgets belasten die Stimmung – nicht nur in der Adventszeit. Der Einzelhandel denkt über Maßnahmen nach, wie es besser gehen könnte. Zum Beispiel über Business improvement districts, kurz BID.

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Jedes Jahr Thema für die Einzelhändler: Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt.

Quelle: Vetter

Göttingen. In Hamburg Bergedorf, so berichtet Willi Klie, gibt es seit 2005 einen solchen freiwilligen, aber verbindlichen Zusammenschluss von Grundeigentümern. Es war das erste BID in Deutschland und, so der Vorsitzende des Handelsverbandes in Göttingen: „Es funktioniert.“ Aus Kanada kommt diese Idee zur Standortverbesserung von Straßenzügen  und Quartieren.

Doch die Hürden sind hoch, weiß Klie, der das Thema beim Kaufmannsessen ansprach. Die landesrechtlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen, die Hauseigentümer einen Verein gründen, und sie müssen sich, je nach Land, 66, 70 oder 75 Prozent einig sein.

Dann erst, so Klie, könne die Stadtverwaltung den BID-Verein eintragen, der dann alle Eigentümer in der Straße zum Mitmachen verpflichte. Finanzvolumen und Verteilungsschlüssel würden in der Satzung festgeschrieben.

Eigentlich eine gute Idee, urteilt Klie. Trittbetrettfahrer seien chancenlos, Einkaufzentren müssten mitziehen, professionelle und planbare Vorbereitung von Aktionen sei möglich. „Ein BID bietet etwas mehr Chancengleichheit zwischen City und Center“, glaubt Klie.

Viel Wasser die Leine hinunter fließen

Ein Schuhhändler aus Gießen hat in Göttingen positiv über die vier BIDs in seiner Stadt informiert, die fünf Jahre Laufzeit hatten und anschließend sofort wieder verlängert wurden. Auch die niedersächsische Landesregierung befinde sich in der Erkundungsphase, berichtet Klie.

Seitens der Politik gebe es immer wieder den Einwand, Schwarze Sheriffs oder City-Detektive könnten die Stadt bevölkern. Das könne man per Satzung ausschließen, hält Klie den Skeptikern entgegen.

Der Einzelhandelschef spricht von einem „Marathonlauf“, der erste Schritt jedoch sei getan. Das Thema liege in Göttingen auf dem Tisch. Bis in Göttingen ein Business improvement district verwirklicht ist, „wird jedoch noch viel Wasser die Leine hinunter fließen.“

Abwarten indes wollen sieben Händler und Hausbesitzer nicht. Sie haben sich zusammengetan und vor wenigen Wochen den „Förderverein Weender Straße /Kornmarkt“ auf den Weg gebracht. Sobald der Verein eingetragen ist, „wollen wir ausschwärmen und Lobbyarbeit für ein BID machen“, sagt Susanne Heller, Mitglied von Pro City, Einzelhändlerin und Hauseigentümerin.

Man wolle wie ein BID arbeiten, ohne auf den gesetzlichen Vollzug von Land und Stadt zu warten. Die Weihnachtsbeleuchtung in der Weender Straße und am Kornmarkt geht bereits auf das Konto der aktiven Sieben. Heller formuliert die Ziele, die sie mit dem Verein und BID verbindet: „Attraktivität der Stadt und 100-prozentige Solidarität.“

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