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Regional Entscheidung um Sycor gefallen: Fusion statt Verkauf
Nachrichten Wirtschaft Regional Entscheidung um Sycor gefallen: Fusion statt Verkauf
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20:22 08.11.2018
Das Göttinger IT-Beratungsunternehmen Sycor soll mit Allgeier Enterprise Services verschmelzen. Quelle: Foto: Pförtner
Göttingen

Der ursprünglich von Hans Georg Näder geplante Verkauf von Sycor ist vom Tisch. Wie der Ottobock-Eigner mitteilte, soll die in Göttingen ansässige Tochter der Otto Bock Holding GmbH & Co. KG mit Allgeier Enterprise Services verschmelzen.

Allgeier und Otto Bock Holding haben einen sogenannten Letter of Intent zur Fusion ihrer SAP- und Microsoft-Geschäftsbereiche erzielt. Für Allgeier sei dies ein „Meilenstein auf dem Weg zu einem globalen Software Services-Anbieter“, teilte der in München ansässige Konzern mit. Der Name des neuen Unternehmens in Form einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) werde den Markennamen Sycor enthalten und die SE ihren Sitz in Göttingen haben, betonte Ottobock.

„Wirklich gute Nachricht“

„Das ist gut für beide Unternehmen, ihre Kunden und Mitarbeiter“, sagte Näder. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Otto Bock Holding meldete sich per Telefon aus Finnland, um über die Pläne zu berichten. Er betonte: „Das ist nach zuletzt vielen negativen Schlagzeilen für Göttingen eine wirklich super gute Nachricht für Südniedersachsen. Denn auch künftig wird eines der deutschen Top-Unternehmen für IT im Mittelstand in Göttingen beheimatet sein.“ Anstatt die am umkämpften IT-Markt erfolgreiche Sycor an potenzielle Investoren zu verkaufen, hat Näder also entschieden, Sycor durch eine Fusion zukunftssicher aufzustellen. „Sycor ist mir eine Herzensangelegenheit. Es war vor 20 Jahren mein erstes Start-up.“ Näder halte den IT-Markt und das zusammengeschlossene Unternehmen für so attraktiv, dass er auch weiterhin Anteile an der Unternehmung halten wird.

Mit der geplanten Fusion der beiden IT-Beratungsunternehmen entstehe unter der unternehmerischen Führung durch Allgeier als Mehrheitsgesellschafter einer der führenden Full Service-Anbieter für SAP und Microsoft Services. Während die Duderstädter von einem „zeitnahen Signing und Closing“ berichten, werden die Münchener konkreter: „Das Closing wird voraussichtlich im ersten Quartal 2019 erfolgen.“

220 Millionen Euro Umsatzvolumen

Fakt ist, dass nach der Verschmelzung der beiden IT-Spezialisten ein Big Player entsteht. Gemeinsam können die beiden Firmen mit mehr als 1500 Mitarbeitern und einem für das Gesamtjahr 2018 zu erwarteten Umsatzvolumen von mehr als 220 Millionen Euro ihre Zukunftsaussichten am Markt erheblich verbessern. Wesentliche Teile dieses Centers sollen in Göttingen ansässig sein.

„Durch diesen Zusammenschluss ergeben sich für Sycor die besten Wachstumsvoraussetzungen“ ordnet Sycor-Geschäftsführer Jochen Schwiersch die neue Situation ein. „Allein durch die geplante Fusion sehe ich uns bereits unter den führenden mittelständischen deutschen Unternehmen im IT-Beratungsmarkt.“ Der Mitbegründer und langjährige Geschäftsführer der Sycor, Rüdiger Krumes, ergänzt: „Gemeinsam möchten wir nun das Ziel verfolgen, Marktführer in diesem Segment zu werden. Das Portfolio der beiden Häuser bietet dazu die beste Voraussetzung, da es sich im Sinne der Ansprüche unserer Kunden optimal ergänzt.“

Für Allgeier sei die Sycor GmbH auch aufgrund der jüngsten Entwicklungen der optimale Fusionspartner: Mit inzwischen mehr als 750 Mitarbeitern steigerte Sycor den Umsatz 2017 um knapp 20 Prozent auf 85,1 Millionen Euro. Die Allgeier Enterprise Services AG erzielte mit etwa 750 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 105 Millionen Euro. Sie ist ein Unternehmensteil der Allgeier SE, einem der führenden deutschen IT-Unternehmen für digitale Transformation. Da man auf die Ressourcen des Allgeier Mutterkonzerns zurückgreifen kann, eröffnet diese Firmenzugehörigkeit den künftig zusammen tätigen Unternehmen erhebliche Verbundvorteile.

Ein besonderes Augenmerk habe Näder auf das von Mitarbeitern der Sycor in einer privaten Initiative erarbeitete Konzept für den Kauf der Firma durch die Belegschaft gelegt. „Das Interesse und das Engagement der Sycor-Mitarbeiter hat mich beeindruckt. Aber die sich insgesamt durch die Fusion mit Allgeier ergebenden Vorteile für Sycor, und insbesondere für die Mitarbeiter der Sycor, haben am Ende den Ausschlag gegeben“ sagte Näder. Ein gewichtiger Entscheidungspunkt für das Verhandlungsteam, das Näder persönlich angeführt hat, war die Aussicht, dass bei dieser geplanten Fusion die Marke Sycor, die stark auf Mitarbeiterorientierung basierende Kultur und alle bisherigen Arbeitsplätze der Sycor erhalten blieben. So sei das Ziel, „den besten Heimathafen“ zu finden, vollumfänglich erreicht worden.

Von Mark Bambey

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