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Göttinger Hochschulen und regionale Unternehmen auf der Hannover-Messe

Amos begeistert Messebesucher Göttinger Hochschulen und regionale Unternehmen auf der Hannover-Messe

Es sieht putzig aus, wenn Amos sich in Bewegung setzt. Ein bisschen erinnert der kleine Roboter an Legotechnik. Auf sechs Beinen krabbelt er über den Tisch, überwindet Höhen und steigt Stufen. Auch wenn er den Messe-Besuchern viel Freude bereitet: Amos ist kein Spielzeug.

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Gehören mit Amos zu den Attraktionen in Halle 2: Patrick Kesper, Eduard Grinke, Alexey Abramov und Tomas Kulvicius (von links).

Quelle: Schumacher

Hannover. Der Roboter ist Ergebnis jahrelanger Forschung an der Universität Göttingen, er ist wertvoll und soll in Zukunft für die Wirtschaft nutzbar sein.

In der Welt kennt man Amos, stellt Patrick Kesper klar. Der Student im achten Semester Physik und sein Kommilitone Eduard Grinke berichten über den insektenähnlichen Roboter, den der Informatiker und Ingenieur Poramate Manoonpong von der Universität Göttingen gebaut hat. Amos kann autonom laufen, Hindernisse überwinden und – das ist ganz neu – er kann seine Kräfte verteilen.

Roboter dieser Art könnten ihren Einsatz finden etwa bei Katastrophen wie in Fukushima und bei Rettungseinsätzen generell. Amos kann sich an seine Umgebung anpassen, nennt der Student die Vorteile.

Das Forschungsfeld „Neuronale Kontrolle und Robotik“ am III. Physikalischen Institut arbeitet daran, Roboter mit flexiblen Reaktionsmöglichkeiten auszustatten, erfahren Interessierte an Stand A10 in Halle 2. Projektleiter Florentin Wörgötter erklärt: „Ein Roboter muss zuerst seine Umgebung wahrnehmen, danach die Daten mit einem Plan verknüpfen und in Echtzeit Bewegungsabläufe berechnen.“

„Wir müssen die Besucher nicht anlocken“

Nur wenige Stände weiter sammeln sich ebenfalls Schaulustige. Ein Minister, der Treppen steigt und dabei Brunnen zum Sprudeln bringt, das sieht man schließlich nicht alle Tage. Am Stand von Ottobock passiert genau das, dort lässt sich Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) mit Hilfe des eigenen Körpergewichts demonstrieren, was ein Kniegelenk leisten muss.

Unter dem Motto „Stärke zeigen“ erklären Franck und Claudia Gerlach, welche enorme Energie auch eine Prothese erbringen muss – am Beispiel des mit Preisen hoch dekorierten C-Legs aus Duderstädter Produktion. Das Beinprothesensystem, das seit 1997 auf dem Markt ist, habe für Menschen mit Beinamputation eine neue Dimension des Gehens eröffnet, erfährt Minister Lies.

Erstmals sei es gelungen, eine Prothese vollständig intelligent zu steuern und an das individuelle Gangbild anzupassen. „Wir müssen die Besucher nicht anlocken“, sagt Franck, der neben dem Studium ebenso wie Gerlach im Berliner „Science Center“ der Ottobock Healthcare arbeitet.

Der sprudelnde Brunnen zieht die Massen an den Stand, an den auch Hamed Hajizada kommt. Der Ottobock-Mitarbeiter profitiert von der Prothese Genium, mit der man laufen, rennen, schreiten, gehen und schleichen kann – alles intuitiv. Als Fünfjähriger ist der aus Afghanistan stammende Hajizada auf eine Bodenmine getreten, hat als Folge sein rechtes Bein verloren.

Als Orthopädie-Techniker arbeitet der 28-Jährige heute in Duderstadt, gibt Schulungen oder erzählt seine Geschichte auf der Messe.

„Eine weitere siebenstellige Investition“

Farbenfroh präsentiert sich das Unternehmen Pfeiffer Vacuum auf der Messe. In Halle 26 haben die Asslarer einen prächtigen Stand (D20). Im Mittelpunkt steht ein Kammermodell aus Göttinger Produktion. Die Trinos Vakuum-Systeme GmbH (seit drei Jahren ein Tochterunternehmen von Pfeiffer) zeigt auf der Messe Vakuum-Kammern, die individuell und ausschließlich im Kundenauftrag gebaut werden. Und das zunehmend mehr.

Die Produktion auf der Göttinger Siekhöhe läuft auf Hochtouren, berichtet Geschäftsführer und Trinos-Gründer Marcus Weinhagen. „Wir befinden uns in einem Wachstumsmarkt“, begründet Pfeiffer-Vorstand Matthias Wiemer Millioneninvestitionen in Göttingen, wo aktuell 165 Beschäftigte unter Vertrag sind.

Ein neues Laserschweißsystem sei derzeit im Probebetrieb, und in den kommenden Wochen werde moderne Frästechnik für den Kammer- und Komponentenbau installiert. „Eine weitere siebenstellige Investition“, ergänzt Physiker Weinhagen und spricht von Neuanstellungen im Werk Göttingen. Für den eigenen Bedarf werden junge Leute ausgebildet.

Die Quote gibt Weinhagen mit höher als zehn Prozent an. Und: „Wir übernehmen sie alle.“

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