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Regional Göttinger Labor kämpft gegen Produktpiraterie
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00:28 14.08.2015
Schillert bunt: Peter Simon vom Laser-Laboratorium Göttingen zeigt ein Kinegramm, das direkt auf Metall eingraviert wurde. Quelle: Heller
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Göttingen

„Bisher werden die Kinegramme auf hauchdünnen metallisierten Plastikfolien erzeugt“, erläutert Peter Simon. Der promovierte Physiker leitet beim Laser-Laboratorium die Abteilung Ultrakurzpuls-Photonik. Die Folien mit den Kinegrammen werden auf den eigentlichen Gegenstand, etwa eine Banknote, aufgeklebt.

 

Im Verbundprojekt geht es um die unmittelbare Aufbringung der Strukturen auf den zu schützenden Gegenstand, etwa auf Edelstahl-Bauteile für die Auto- und Luftfahrtindustrie. Es lassen sich aber auch Stempel erzeugen, mit denen die Strukturen auf Kunststoffgegenstände aus der Spritzgussfertigung übertragen werden. Ein weiteres Anwendungsfeld stellt das Designen von Oberflächen dar. Im Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, arbeiten vier Firmen mit.

 

In Simons Abteilung befasst sich der wissenschaftliche Angestellte Jan-Hendrik Klein-Wiele seit mehr als zehn Jahren mit solchen Anwendungen. In einem früheren Forschungsprojekt wollte das LLG mit Partnern Euro-Münzen mit Kinegrammen gegen Falschmünzerei schützen. Am Ende entstand ein Verfahren, aber die Entscheidungsprozesse bei der Europäischen Zentralbank und ihren Partnern erwiesen sich als komplex und verhinderten so eine Umsetzung. Zudem dauerte die Erzeugung des Sicherheitsmerkmals mit der damaligen Methode mit einer Minute zu lange.

 

„Seither ist es uns gelungen, die Größe der Kinegramme von einem Quadratmillimeter auf einige Quadratzentimeter auszuweiten“, erklärt Simon. Die Herstellung dauere nun nur noch einige Sekunden. Jedes beliebige Motiv lasse sich übertragen. Das Werkstück müsse nicht bewegt werden.

 

Der Kinegramm-Effekt wird durch eine feine Gitterstruktur erzeugt. Sie weist eine sich wiederholende Struktur in der Größe von etwa einem Mikrometer (Tausendestel Millimeter) auf. Das Gitter beugt einfallendes Licht und erzeugt so die schillernden Effekte. Um die Gitter auf Metallflächen zu erzeugen, sind ultrakurze, Pikosekunden (Billionstel Sekunden) lange Laserblitze notwendig. Sie bringen das zu entfernende Material zum Verdampfen. Bei der herkömmlichen Laserbeschriftung sind die Laserblitze um den Faktor 1000 länger.

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