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Regional Fusion in greifbarer Nähe
Nachrichten Wirtschaft Regional Fusion in greifbarer Nähe
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00:17 11.05.2017
Carl Graf von Hardenberg, Vorsitzende des Aufsichtsrates der Göttinger Volksbank, spricht vor den Vertretern. Quelle: Marks
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Göttingen

Es könnte die letzte Vertreterversammlung der Göttinger Volksbank gewesen sein. Nach 120 Jahren der Eigenständigkeit (Gründung der Bank im Jahr 1897) stimmte die Mehrzahl der Stimmberechtigten für den Zusammenschluss mit der Kasseler Bank, dies rückwirkend auf den 1. Januar 2017. Die Erleichterung über dieses klare Ergebnis war den Vorständen beider Banken nach der Versammlung deutlich anzusehen. „Es ist ein gutes Ergebnis für uns“, kommentierte der Vorstand der Volksbank Göttingen Markus Bludau die Abstimmung. Auch Vorstand Hans-Christian Reuß zeigte sich sichtlich zufrieden. „Wir haben im Vorfeld für das Ergebnis gekämpft“, so Reuß. In den vergangenen Wochen hatten sich Vorstände und Aufsichtsräte bei Treffen mit Göttinger Vertretern der Volksbank (jeweils für 100 Mitglieder wird ein Vertreter gewählt) für die Fusion stark gemacht. „60 Prozent der Vertreter haben wir erreichen können“, so Reuß. Mit Erfolg: „Entsprechend gab es keine Wortmeldungen und damit keine Diskussion vor der Abstimmung“, betonte der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Volksbank Göttingen Carl Graf von Hardenberg zufrieden.

„Die Banken um uns herum werden größer allein schon durch das anziehende Fusionstempo. Unser Genossenschaftsverband erwartet bis 2020 eine Reduzierung ihrer Mitgliedsbanken um mehr als 30 Prozent. Gerade in Oberzentren sind Banken einer entsprechenden Gewichtsklasse gefragt, um das Kriterium Qualität glaubhaft unterlegen zu können. Eine Fusion ist also sinnvoll und dauerhaft gesehen sogar notwendig”, hatte Markus Bludau die Fusion zuvor in seiner Ansprache verteidigt. Eine neue Bank entstehe, die über die Bundesländer Niedersachsen, Hessen und Thüringen hinweg tätig sei. Diese Bank werde die größte Genossenschaftsbank zwischen Hannover und Frankfurt sein. Die neue Bank hätte eine Bilanzsumme von 2,77 Milliarden Euro, 58682 Mitglieder, 39 Filialen und 606 Mitarbeiter.

Das weitere Vorgehen wird nun zunächst von der Vertreterversammlung der Kasseler Bank abhängen. Am 24. Mai wird dabei abschließend über die Fusion entschieden. Am 31. August würde dann die fusionierte Bank in das Genossenschaftsregister eingetragen werden. Der Markenauftritt der neuen Bank wird für Göttinger Kunden weniger Veränderungen mit sich bringen als für diejenigen der Kasseler Bank. Der Name wird geändert in Volksbank Kassel-Göttingen. Das Logo erscheint wie bei der Volksbank üblich künftig in blau und orangen Farben.

Da bisher beide Aufsichtsräte über neun Mitglieder verfügten, wird in Kassel ein Mitglied und in Göttingen fünf Mitglieder im Interesse einer Zusammenführung auf eine weitere Tätigkeit im Aufsichtsrat verzichten. Der Aufsichtsrat der Volksbank Kassel-Göttingen wird neu gestellt von sechs Arbeitnehmervertreter sowie acht Mitglieder der Kasseler Bank und vier von der Volksbank Göttingen. Den Vorsitz behält bis 2020 Carl Graf von Hardenberg, der dann vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Kasseler Bank, Claus Winneknecht abgelöst werden soll.

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