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Regional Göttinger forschen an den Zügen der Zukunft
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19:50 26.11.2009
Modelle für den Zug der Zukunft: Der DLR-Standort in Göttingen ist führend bei der Erforschung der Aerodynamik. Quelle: Rink/pid
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Die am Mittwoch am DLR-Standort Göttingen dokumentierte strategische Vereinbarung hat zunächst eine Laufzeit bis Ende 2014. Die Züge der nächsten Generation sollen nicht nur schneller sein, sondern auch umweltfreundlicher, sparsamer, leichter und komfortabler.

Dass die Vertragsunterzeichnung in Göttingen stattfand, hat gute Gründe. Der DLR-Standort in Göttingen verfügt über eine Reihe von Versuchsanlagen, in denen die Aerodynamik, das Fahrverhalten oder auch die Innenraumakustik bei extrem hohen Zuggeschwindigkeiten simuliert werden kann. Im nächsten Jahr wird die Forschungseinrichtung außerdem eine Tunnelsimulationsanlage, einen Seitenwindkanal und einen weiteren Hochleistungsrechner in Betrieb nehmen.

„Wir haben damit das weltweit größte Portfolio in diesem Bereich“, sagte der Leiter des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen, Andreas Dillmann.Der Standort Göttingen habe eine exzellente Expertise auf dem Gebiet der Aerodynamik von Eisenbahnen, lobte Bombardier-Chef Baur. Dieses Know-how mache das DLR zu einem idealen Forschungs- und Entwicklungspartner: „Wir sind Weltmarktführer in der Schienenverkehrstechnologie, das DLR ist die führende Forschungsinstitution im Bereich Mobilität.“

Austausch von Ingenieuren

Zentraler Kernpunkt der Kooperationsvereinbarung sei der gezielte Expertenaustausch zwischen den Ingenieuren beider Einrichtungen. Göttingen hat eine lange Tradition in der Erforschung der Aerodynamik im Schienenverkehr. Schon in den 1920er Jahren wurden die ersten Modelle im Windkanal getestet. Unter anderem wurden hier die Rauchschilde erfunden, die den Qualm der Dampfloks so umleiteten, dass der Lokführer unbehelligt blieb. Auch die Triebkopfformen der ersten ICE-Generationen wurden in Göttingen mitentwickelt. Der Zugverkehr werde in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, sagte DLR-Institutsleiter Andreas Dillmann. Die Mobilität der Zukunft sei ohne Schienenfahrzeuge nicht denkbar.
In der neuen Tunnelsimulationsanlage sollen Zugmodelle mit Katapulttechnik auf eine Geschwindigkeit von 400 km/h gebracht werden. Die Wissenschaftler wollen dabei unter anderem die Druckwelle simulieren, die bei der Einfahrt eines Hochgeschwindigkeitszuges in einen Tunnel entsteht. „Wir wollen mit unseren Forschungen aufzeigen, was technisch machbar wäre“, sagte DLR-Chef Wörner. Doch nur durch die Kooperation mit einem starken Partner aus der Industrie könne man herausfinden, ob sich diese Ideen auch in der Praxis umsetzen lassen.

Von Heidi Niemann

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