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Google-Managerin Cathay Bi spricht in Kassel über Produktmarketing

„Niemand sonst hat das gemacht“ Google-Managerin Cathay Bi spricht in Kassel über Produktmarketing

Cathay Bi, Produktmanagerin in der Google-Zentrale in Mountain View, hat einen Vortrag im neuen Science Park der Universität Kassel gehalten. Vor rund 50 Zuhörern sprach sie darüber, mit welchen Strategien sie im übersättigten Technik-Markt Aufmerksamkeit erzeugt.

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Smartwatch Moto 360

Quelle: dpa

Kassel. Cathay Bi hat keinen leichten Job. Im Dschungel aus Smartphones und Gadgets ist es ihre Aufgabe, Lust auf Technik zu machen, die man nicht wirklich braucht. Bevor Google den Motorola-Konzern nach gerade einmal zwei Jahren wieder verkauft hat, war Bi für die Smartwatch Moto 360 verantwortlich – und hat sich über Monate den Kopf darüber zerbrochen, was Motorola anders machen könnte als die Konkurrenz. „Es ist nicht genug, ein neues Produkt anzubieten, das einfach nur gut ist. Die Ansicht, dass Kunden automatisch folgen, trifft heute nicht mehr zu“, so Bi.

Am Anfang ihrer Überlegungen stand daher der Entwurf einer „value proposition“ – eines Nutzenversprechens, das dann in der Marketingkampagne bewusst kommuniziert werden sollte. Was also hat die Moto 360, das andere digitale Uhren mit Internetzugang nicht haben? Die Antwort darauf, das gab auch Bi zu, hört sich erst einmal „ziemlich blöd“ an: „Es ist eine Uhr.“

Die scheinbar selbstverständliche Annahme sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen und zwar aus einem einfachen Grund: Andere Smartwatch-Hersteller hätten bei der Kommunikation durch die Bank auf den Nutzen gesetzt, der durch die Anbindung ans Internet entsteht. Das schlug sich auch im Produktdesign nieder: Mit rechteckigen Formen erinnern Smartwatches der Konkurrenz eher an Smartphones als an eine Uhr. Bi setzte für ihr Produkt also eine runde Form durch – und fiel damit auf. „Niemand sonst hat das gemacht“, sagt Bi, die mit dem Marktanteil ihres Produkts zufrieden ist.

Für Ihr Publikum hatte Bi, die für einen Workshop an der Management School der Universität Kassel (Unikims) in die Stadt gekommen war, noch einige weitere Tipps auf Lager. Der ihrer Ansicht nach wichtigste: „Marketing matters“ – Marketing ist wichtig. Vielleicht trifft das insbesondere auf Produkte zu, von denen man erst nach dem Kauf zu wissen glaubt, dass man sie schon immer gebraucht hat.

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