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Regional Herzblut und Avantgarde
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00:19 18.09.2017
Der Vorstandsvorsitzende der m3team AG: Dr. Axel Görs. Quelle: Beckenbach
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Der zentrale Aspekt sei immer Führung und Zusammenarbeit in Unternehmen, sagt m3team-Gründer Dr. Axel Görs. Das 25. Jubiläum sei in der Beratungsbranche schon etwas ganz besonders. Etwa 70000 Unternehmen gäbe es bundesweit, 90 Prozent davon seien Einzelunternehmen. Fünf Prozent sind ganz Große wie Siemens-Consulting und „fünf Prozent Mittelständler wie wir“, sagt Görs. Normal in der Branche sei, dass nach zehn Jahren nur noch fünf Prozent der Unternehmen übrig blieben, nur ganz wenige bestünden länger als 20 Jahre. Derzeit arbeiten bei der m3team AG 12 Festangestellte und 15 externe Berater für das im Jahr 1992 in Göttingen gegründete Haus.

„Unter den Beratungsunternehmen sind wir Spezialisten in der Fachrichtung Führung“, sagt Görs. „Alles dreht sich darum, ganz gleich, ob es sich um eine Beratung für eine Einzelperson, ein Führungsteam eines Unternehmens oder um einen Veränderungsprozess dreht“, konkretisiert Görs. In den einschlägigen Fachbüchern zum Thema stünde aber eben nicht, wie die Menschen tatsächlich reagieren. „Wir helfen den Unternehmen seit 25 Jahren erfolgreich“, blickt Görs nicht ohne Stolz zurück. Um Führung erfolgreich zu leben, sei Herzblut und eine positive Einstellung zum Menschen notwendig. „Mir bereitet das großen Spaß, sowohl im eigenen Unternehmen, als auch bei anderen.“ Der in Bremen groß gewordene Görs hat eine vielfältige Ausbildung absolviert – und überall etwas dazugelernt. Angefangen im Friesischen Brauhaus zu Jever als Industriekaufmann, dann bei der Bundeswehr, dem Studium in Göttingen, Bern und Kaiserlautern oder bei einem mehrjährigen Italienaufenthalt. Danach kam er zurück nach Göttingen, arbeitete als Lehrbeauftragter an der Universität und gründete parallel das Unternehmen. „Ich hatte eine gute Ausbildung und schon einen großen Erfahrungsschatz“, sagt der zweifache Familienvater.

Angefangen hat alles so: „100 Briefe verteilte ich an Göttinger Unternehmen in der Startphase, zehn Antworten bekam ich und daraus entwickelten sich fünf Aufträge. Das hat mich damals etwas enttäuscht“, sagt er lachend. „Heute weiß ich, das ist eine Traumquote für Kaltakquise gewesen.“ Das Herz des Autoliebhabers Görs fing richtig an zu schlagen, als er auch für die Zulieferer der Automobilindustrie arbeitete. „In der Zusammenarbeit mit Peguform spürte ich einen erhöhten Pulsschlag und auch die Dynamik dieser Branche“, schwärmt Görs, dessen Unternehmen heute, neben vielen anderen Kunden, auch Volkswagen berät.

Aber was macht das Unternehmen so erfolgreich? Er und seine Mitarbeiter seien eben nicht Mainstream, sondern positiv neugierig und eher ein bisschen Avantgarde. „Mainstream war nie mein Fall“, verrät Görs, der auch noch ein Masterstudium zur Erwachsenenbildung abschloss, in Göttingen promovierte und „viel Geld“ in die eigene Fortbildung steckte.

Führung 4.0 stehe nun an. Er erklärt, dass es auch in der Beratung Veränderungen gäbe. Zuletzt sei „situatives Führen“ angesagt gewesen. Doch das ändere sich gerade. „Das situative Führen macht natürlich als Grundkonzept weiter Sinn“, stellt Görs fest. „Die Generation Y und die Milleniumkinder, die in den Arbeitsmarkt kommen, haben ganz andere Erwartungen an die Arbeitgeber und Führungskräfte. Viele wollen einen Job „from 9 to 5“, andere wollen das Home Office und selbstbestimmt die Arbeitszeit einteilen. Und die Digitalisierung spielt ebenso wie Agilität eine gewichtige Rolle, und zudem gehe es um die Notwendigkeit einer Arbeitgeber-Attraktivität. Als dies‘ und noch viel mehr muss auch bei der Beratung berücksichtigt werden. Führung in Unternehmen ist deutlich komplexer geworden, und die Unternehmen sind gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu bieten”, betont Görs. Aber genau das treibt ihn auch an. „Ich habe eine ungebremste Lust, Lösungsstrategien mit den Unternehmen zu entwickeln“, sagt er und prophezeit eine Renaissance der Kundenorientierung. „Es lässt sich eben nicht alles digital steuern.“ Erste Unternehmen, wie die Deutsche Bahn, hätten dies erkannt und nutzten die Beratung durch die m3team AG. Und wie sieht das mit Parteien aus? „Eine Regierung würde ich beraten, aber keine Parteien“, sagt Görs und freut sich auf den Festakt am kommenden Dienstag, zu dem auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel erwartet wird, mit dem Görs zusammen in Göttingen studierte. Gabriel war, nachdem er als Ministerpräsident abgelöst wurde, Aufsichtsratsmitglied bei der m3team AG. Als er dann Bundesumweltminister wurde, habe er aus dem Aufsichtsrat austreten müssen, erläutert Görs. Beim Firmenjubiläum aber ist Gabriel dabei.

Von Frank Beckenbach

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